Zwar sind am Freitag und auch am Montag vor allem über Süddeutschland wärmere Temperaturen möglich, sonst bleibt es aber mit Werten von +5/+10 Grad für die Jahreszeit zu kalt und es ist immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen, welche am Samstag und Dienstag wieder bis auf die mittleren Lagen herab als Schnee- oder Graupelschauer niedergehen können. Auch örtlicher Nachtfrost bleibt ein Thema, insbesondere bei aufklarendem Himmel.

Der Grund für die zu kalte Wetterlage ist und bleibt ein Hochdrucksystem westlich von Deutschland und ein Tiefdruckzentrum zwischen Skandinavien und der Barentssee. Erst wenn sich diese Konstellation auflöst, ist auch wieder mit wärmeren Temperaturen zu rechnen. Schaut man sich die Berechnungen der Wettermodelle an, so wird eine große Übereinstimmung über die Entwicklung der Großwetterlage berechnet.
Wie wird das Wetter zum 1. Mai 2017? Beide Wettermodelle berechnen zum 27./29. April ein sehr kräftiges Tiefdrucksystem zwischen Neufundland und Grönland, was das Hochdrucksystem zunächst nach Süden ausweichen lässt. Gleichzeitig aber schwächt sich das Tief über Skandinavien ab, so dass zwischen dem Hoch auf dem Atlantik und den Kontinentalhoch eine schwache Hochdruckbrücke entstehen kann. Bedingt durch das kräftige Tief auf dem Atlantik kann somit zum 30. April / 1. Mai ein autarkes Hoch als Gegenpol über Skandinavien entstehen. So wird das Tief durch das Hoch blockiert und "tropft" vor Mitteleuropa nach Spanien und Portugal in Richtung Süden ab. Je nachdem wie sich nun die Hochdruckachse über Skandinavien positionieren kann, bedeutet das mäßig milde oder frühlingshaft warme Temperaturen für Deutschland, die Schweiz und Österreich. Verläuft die Hochdruckachse von Ost nach West, so kann relativ kühle Festlandsluft herangeführt werden, liegt die Hochdruckachse aber mehr von Nordwest nach Südost, so können im Verbund mit dem Tiefdruckgebiet auf dem Atlantik warme Luftmassen über die Alpen herangeführt werden.

Wie wahrscheinlich ist ein Skandinavienhoch Anfang Mai? So ein Hoch ist zwar nicht gerade ein Signal für die Wiederherstellung eines "normalen" Zirkulationsmusters, aber es ist immerhin schon einmal ein Anfang für langsam ansteigende Temperaturen, da mit dem Hoch die Zufuhr kalter Luftmassen aus nördlichen Richtungen blockiert werden kann. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so zeigt sich ein rapides Auf und Ab der Temperaturen. Hoch geht’s am Freitag, runter geht’s am Samstag und Sonntag, bevor es am Montag (zumindest über dem Süden) wieder rauf und am Dienstag wieder runter geht und dann auch erst einmal unten bleibt. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 28. April gegenüber dem vieljährigen Mittelwert um 3 bis 7 Grad im zu kalten Bereich, was zu Tageshöchstwerten zwischen +5/+12 Grad bei einem Mittelwert von +8/+10 Grad führen kann.
Nein, mit Frühling hat das weniger was gemeinsam. Und dennoch: der Temperaturtrend bleibt insgesamt positiv zu bewerten, steigt Anfang Mai weiter an und könnte zum 2./3. Mai durchaus Jahreszeit-typische Werte erreichen. Für das verlängerte Wochenende um den 1. Mai herum bedeutet das aber zum heutigen Stand für die Jahreszeit zu kalte Temperaturen. Simuliert werden bspw. für den Samstag +7/+13 Grad und für den Montag +8/+14 Grad. Deutlicher lässt sich das im nachfolgenden Diagramm erklären - ansteigender Temperaturtrend, aber die Wahrscheinlichkeit für zu kalte Temperaturen sind am 1. Mai noch hoch.

Diagramm Temperaturen Mai vom 20. April 2017

Die Niederschlagsneigung ist nach den Kontrollläufen als schwach bis mäßig zu bewerten, was einen unbeständigen Wettercharakter Anfang Mai nicht auszuschließen. Wann der Trend zum Frühling sich durchsetzen kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Ausblick auf das Wetter im Frühling und Sommer 2017.

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