Pfingsten 2016 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausfallen. So liegt der Mittelwert der Höhentemperaturen in knapp 1.500 Meter Höhe bei -2/-5 Grad. Das kann unter Umständen die eine oder andere Schneeflocke bis in die mittlere Lagen hinab (600-800 Meter) bringen. Die simulierte Schneefallgrenze der Wettermodelle schwankt aber zwischen 1.000-1.300 Meter (s. Wetter Pfingsten).

Der Temperaturtrend der Wettermodelle war in den letzten Tagen für den Zeitraum vom 17./24. Mai durchaus positiv zu bewerten, bleibt das auch heute so? Das amerikanische Wettermodell simuliert zum 17. Mai den raschen Abbau des Hochdruckkeils auf dem Atlantik, was auch den Kaltluftzustrom in Richtung Süden unterbinden kann. Gleichzeitig rückt die atlantische Frontalzone zum 18. Mai mit einem Tief über England näher an Mitteleuropa heran und sorgt mit einer Südwestanströmung der Luftmassen für ansteigende Temperaturwerte in den für die Jahreszeit-typischen Bereich. Im Zeitraum zwischen dem 18./21. Mai verliert das Tief an Dynamik und driftet nach Skandinavien ab, kann dabei aber weite Teile von Deutschland überqueren und somit beeinflussen, was mäßig mildes und unbeständiges Wetter zur Folge haben kann. Erst im Zeitraum vom 21./26. Mai zeigt sich eine signifikante Veränderung der Großwetterlage, bei der sich im Bereich zwischen dem Mittelmeer und Skandinavien hoher Luftdruck aufbauen kann und für eine abnehmende Niederschlagsneigung und weiter ansteigende Temperaturen verantwortlich sein kann.

Das europäische Wettermodell simuliert bis zum 20. Mai einen etwas anderen Aufbau der Großwetterlage, bei der über dem östlichen Europa hoher Luftdruck dominiert, während die atlantische Frontalzone mit kräftigen Tiefdrucksystemen dagegen "anrennt". So entsteht zwischen beiden Wettersystemen eine südliche Grundströmung, welche warme, aber auch feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.

Es gibt also Unterschiede - wahrend das amerikanische Wettermodell eine stabile Hochdruckwetterlage für das letzte Mai-Drittel simuliert, berechnet das europäische Wettermodell eine unbeständigere Wetterlage. Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe simulieren im Zeitraum vom 17./23. Mai eine höhere Niederschlagserwartung, was durchaus auf das oben beschriebene Tiefdrucksystem hindeutet. Im Zeitraum vom 23./26. Mai zeigt sich eine abnehmende Niederschlagstendenz, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Aufbau von hohem Luftdruck bedeutet. Das Temperaturspektrum liegt am 17. Mai zwischen +8/+16 Grad (Mittelwert: +12/+14 Grad), am 22. Mai zwischen +14/+27 Grad (Mittelwert: +18/+19 Grad) und am 26. Mai zwischen +12/+27 Grad (Mittelwert: +18/+20 Grad). Insbesondere der Mittelwert liegt im durchaus Jahreszeit-typischen Bereich. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+15) / normal (+16/+21) / zu warm (>+21), liegen am 21. Mai bei 25/40/35 und am 26. Mai bei 25/35/40 im weitgehend ausgeglichenen Verhältnis mit der Tendenz normal bis leicht zu warm auszufallen. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass kühlere Varianten mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent durchaus möglich sind.

Das Langfristmodell simuliert weiterhin eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich. Letztlich stützt das die angedeutete Entwicklung der Kontrollläufe eines normalen bis leicht zu warmen Temperaturspektrums im letzten Mai-Drittel. In der Niederschlagserwartung wird der Mai hingegen deutlich negativ gegenüber seinem Sollwert berechnet (zu trocken).

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