Eein Tiefdrucksystem zieht in den kommenden Stunden und Tage von Portugal über Spanien/Frankreich nach Deutschland um sich letztlich vor Pfingsten über Skandinavien positionieren zu können. Gleichzeitig baut sich ein Hochdruckkeil auf dem Atlantik des Azorenhochs in Richtung Island/Grönland auf, so dass im Verbund der beiden Systeme ein meridional ausgerichtetes Strömungsmuster entstehen kann (Nord-Süd, Süd-Nord). Deutschland gelangt über Pfingsten auf die kühle und unbeständige Nord-Süd Strömungskomponente, was die Temperaturen auf +8/+13 Grad, örtlich bis +15 Grad zurückgehen lassen kann. Angesichts der aktuellen Temperaturen entspräche dies einem Temperaturrückgang von 10 bis 15 Grad (s. Wetter Pfingsten).

Wie lange wird sich das kühle Strömungsmuster halten können? Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells steigt die Tiefdruckaktivität im Bereich Neufundland zum 15./16. Mai an und schwächt den Hochdruckkeil zum 17./18. Mai weiter ab. In Folge dessen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich über Island/England ein Tiefdrucksystem positionieren kann - aktuell wird dies zum 18. Mai simuliert.

Anders ausgedrückt normalisiert sich das Zirkulationmuster nach Pfingsten rasch, wobei sich drei Varianten entwickeln können. In der ersten Variante ist die Tiefdruckaktivität so stark, dass sich die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien durchsetzen kann. In Folge daraus wäre mit einem unbeständigen, windigen und milden bis mäßig milden Westwindwetter zu rechnen.

In der zweiten Variante kann das "abgeflachte" Azorenhoch einen Hochdruckkeil über die Mittelmeerregion aufbauen, was die Tiefdrucksysteme auf eine von Südwest nach Nordwest verlaufenden Bahn ablenken kann. Die daraus resultierende Wetterlage entspräche einer Südwestwetterlage, bei der milde bis warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden können. Generell ist bei einer Südwestwetterlage über dem Westen und Nordwesten mit einer höheren Niederschlagserwartung zu rechnen, als über den südöstlichen Regionen.

Die dritte Variante zeigt sich in in der Ausbildung eines Mittelmeerhoch, dessen Achse steil über das östliche Europa nach Norden strebt. So können die Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa blockiert werden, was zu einem von Süd nach Nord verlaufenden Strömungsmuster führen kann. Das Ergebnis hieraus wären warme Temperaturen bei einer ansteigenden Schauer- und Gewitterneigung.

Kühlere Varianten sind zum heutigen Stand im Zeitraum vom 17./25. Mai weniger wahrscheinlich geworden, wenngleich diese nicht auszuschließen sind. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe am 16. Mai zwischen +9/+11 Grad, am 20. Mai zwischen +17/+18 Grad und am 25. Mai zwischen +18/+20 Grad. In der Tendenz simulieren die Kontrollläufe mehrheitlich einen sich normalisierenden und darüber hinaus leicht positiven Temperaturtrend gegenüber dem langjährigen Mittelwert.

Das Langfristmodell simuliert für den Mai 2016 eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu milden Bereich - auch das stützt die heutige Annahme eines normalen bis leicht positiven Temperaturverlaufs im letzten Mai-Drittel. In der Niederschlagsprognose simuliert das Langfristmodell für Mai eine negative Abweichung gegenüber dem Sollwert (zu trocken), was eine weitere Hochdruckperiode stützen würde. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Gedankengang zum Wetter Sommer 2016.

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