Ein südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster zeigt sich in den Simulationen der Wettermodelle mit höherer Wahrscheinlichkeit als andere Varianten für die letzten April-Tage. Im Zeitraum 29./3. Mai simuliert das amerikanische Wettermodell einen weiterhin kräftigen Zustrom kühlerer Luftmassen zwischen dem östlichen Kanada und Grönland in Richtung Neufundland, bzw. dem Atlantik, so dass die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik intakt bleiben kann. Gleichzeitig mäandrieren die Gradienten zueinander, was ein strammes West-Ost Zirkulationsmuster zunächst einmal weniger wahrscheinlich macht. Stattdessen werden die Gradienten der Systeme zueinander weitläufiger und ihnen geht - vereinfacht ausgedrückt - "die Puste" aus. Woran liegt das? Blickt man auf den Polarwirbel, so erkennt man im Zeitraum vom 21. April bis zum 30. April den Aufbau eines großflächigen Hochdrucksystems, welches sich von Alaska bis über Grönland erstrecken kann, was direkten Einfluss auf die Tiefdruckrinne über Mitteleuropa hat. Die Zugbahn wird mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht West-Ost, sondern Südwest-Nordost und zwischen Island - Skandinavien und der Karasee verlaufen. Und welche Auswirkungen kann das auf das Wetter über Mitteleuropa haben? Zunächst ergibt sich unter "normalen" Umständen daraus eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine milde bis warme und leicht wechselhafte Südwestwetterlage, da die Strukturen jedoch mäandrieren können, sind weitere Varianten möglich. Welche wären das? Neben der Südwestwetterlage wäre noch ein südlich orientiertes Muster möglich, wenn sich über dem mitteleuropäischen Raum hoher Luftdruck behaupten und sich zwischen Island und England ein entsprechendes Tiefdrucksystem etablieren kann. Eine weitere Variante ist ein "abtropfendes" Tiefdrucksystem über dem mitteleuropäischen Raum, wenn sich im schwachgradientigen Zustand das Hoch zu weit über dem Atlantik positioniert. Warm, kühl, wechselhaft - was ist am 1. Mai am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe zeigen - wie bereits gestern - einen mehrheitlichen Trend für wechselhaftes Wetter bei einem weitgehend Jahreszeit-typischen Temperaturmittelwert von +13/+15 Grad - allerdings zeigt sich in den Kontrollläufen noch ein breites Temperaturspektrum von +6/+25 Grad. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+10/+15) / zu warm (>+15) liegen am 1. Mai bei 25/50/25 (gestern: 40/35/25) und tendiert gegenüber den vergangenen Tagen - zumindest für den Augenblick - in eine sich normalisierende Temperaturentwicklung. Zusammenfassend zeigt sich in den Simulationen der Wettermodelle zum heutigen Stand der Trend für ein leicht wechselhaftes und normal temperiertes Wetter am 1. Mai.

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