Wetterprognose März: Polarwirbelsplit oder Displacement - zwischen Frühling und Spätwinter
Ein Temperatursprung lässt die Werte in den kommenden Tagen derart in die Höhe schnellen, dass spätestens Mitte der kommenden Woche der erste Frühlingstag des Jahres 2026 zu erwarten ist. Begleitet wird der Temperatursprung von vielen Wolken, zeitweilig durchaus nennenswertem Niederschlag und kräftigem Tauwetter bis in die höheren Lagen. Und da dort - insbesondere über den Alpen - eine Menge Schnee liegt, steigt der Druck auf die Bäche und Flüsse, sodass regional mit Überflutungen und Hochwasser gerechnet werden kann. Doch noch ist Februar und für einen nachhaltigen Durchbruch des Frühling ist es zu früh. Was also ist noch vom Spätwinter zu erwarten, folgt im März nach dem Ausflug in den Frühling ein Absturz in den Winter?
Ein Tiefdruckausläufer nach dem anderen zieht bis zum Start in die neue Woche über Deutschland hinweg. Verbreitet zeigt sich der Himmel stark bewölkt und sonnige Momente sind selten (Wolkenradar). Zeitweiliger Niederschlag und ein stark böiger und über exponierten Lagen auch stürmischer Wind runden den markanten Wetterwechsel ab. Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag weiter an und können bis zum 23. Februar Höchstwerte von +7 bis +12 Grad und über dem Westen und Südwesten bis +14 Grad möglich machen.
Frühlingswetter mit viel Sonnenschein
Ein Hochdrucksystem dehnt sich vom 24. bis 26. Februar von Süden über Deutschland aus und blockiert die Ausläufer der Frontalzone. Der Niederschlag klingt ab, die Wolken lockern auf und am Mittwoch ist verbreitet mit der maximal möglichen Sonnenscheindauer zu rechnen. Die Temperaturen steigen weiter an und erreichen Höchstwerte von +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad. Lokal können bis +20 Grad erreicht werden, was dann schon einem frühsommerlichen Wert entspricht. Somit ist der erste - flächendeckende - Frühlingstag des Jahres 2026 zu erwarten. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Februar.

Displacement des Polarwirbels
Auf den obenstehenden Wetterkarten erkennt man gut, wie das Hoch über Mitteleuropa eine Querverbindung zum Kontinentalhoch und dem Hoch über den Aleuten aufbaut. Das hat zur Folge, dass sich fast der gesamte Cluster des Polarwirbels in Richtung Kanada und Grönland verschieben
lässt. Man spricht von einem Displacement (kein Polarwirbelsplit).
Ein Displacement des Polarwirbels beschreibt dabei eine großräumige Verlagerung des winterlichen Zirkulationssystems über der Arktis. Statt stabil über dem Nordpol zu kreisen (was er in diesem Winter nur selten gemacht hat), wird der stratosphärische Polarwirbel durch planetare Wellen aus mittleren Breiten aus seiner Position gedrückt. Das Zirkulationszentrum verschiebt sich dabei häufig in Richtung Kanada und Grönland. Der Wirbel bleibt als Einheit bestehen, wird jedoch seitlich verdrängt. In der Folge bleibt die Frontalzone in der unteren Schicht (Troposphäre) intakt, wird jedoch durch die Hochdruckachse blockiert. Ein Displacement ist jedoch - ähnlich wie ein Polarwirbelsplit - ein starkes Signal eines schwachen Polarwirbels, was wiederum eine Vielzahl an möglichen Wetterentwicklungen zulässt. In der Regel reagieren die Vorhersage-Modelle auf ein solches Ereignis mit einer hohen Sprunghaftigkeit, bis klar ist, wie sich die Hochdruckzone innerhalb des Wirbels aufbauen wird.
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Hohe Wetteraktivität bis weit in den März hinein
Die Wetterprognose reagiert konventionell auf das Displacement. Der Keil des Azorenhochs hält dem Druck über Kanada und Grönland nicht stand und kippt phasenweise immer wieder nach Osten ab. Die Querverbindung zum Aleuten- und Kontinentalhoch kann nicht aufrechterhalten werden und so bricht die atlantische Frontalzone immer wieder in Richtung Mitteleuropa durch.
Infolge dessen stellt sich im Zeitraum vom 1. bis 8. März eine äußerst wechselhafte und windige Großwetterlage ein, welche über Deutschland, Österreich und die Schweiz einiges an Niederschlag bringen kann. Die Temperaturen bleiben mit Werten von +6 bis +12 Grad für die Jahreszeit zu hoch und können mit einer entsprechenden Vorderseitenanströmung bis +16 Grad erreichen.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Polarwirbelsplit
Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells geht einen Schritt weiter. Das Azorenhoch kann die Querverbindung zum Aleutenhoch aufrechterhalten. Das blockiert die Frontalzone vollständig. Das Kontinentalhoch füllt sich stattdessen mit kalten Luftmassen auf und lässt zwischen der Barents- und Karasee ein Tiefdrucksystem entstehen, welches die Hochdruckachse weiter in Richtung Nordpol drückt. Anfang März wandelt sich das Displacement und ermöglicht mit zwei autarken Wirbelstrukturen einen Polarwirbelsplit.
Frühlingswetter im März
Bei einem Polarwirbelsplit ist der Achsverlauf von entscheidender Bedeutung und verläuft vom 1. bis 6. März quer über Mitteleuropa. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit voll im Einflussbereich der Hochdruckzone. Neben vorüberziehenden Wolken ist auch mit viel Sonnenschein zu rechnen, welcher durch lokale Nebelfelder eingetrübt werden kann.
Da der Sonnenstand bereits hoch ist, können die Temperaturen mit +8 bis +14 Grad und phasenweise mit +14 bis +18 Grad frühlingshafte Werte im März annehmen. Sollte die Splitachse jedoch etwas weiter westlich verlaufen, bekommt mit einer meridionalen Grundströmung der Spätwinter eine Chance.

Auf den Punkt gebracht: Vorsicht mit dem Frühling Anfang März
Die Vorhersage-Modelle zeigen heute eindrücklich, auf welche Art und Weise ein spätwinterlicher Rückschlag vereitelt werden kann. Und ja, selbst ein Polarwirbelsplit kann mit dem richtigen Achsverlauf die Freunde des Frühlings
positiv stimmen. Doch bedeuten Störungen in einem sonst rund laufenden System auch immer Schwankungen entlang der Polarfront, was die Systeme dann doch noch in die eine oder andere Richtung kippen lassen kann. Ein gutes Beispiel ist die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, welches zeigt, wie nah der Frühling und der Spätwinter beieinander liegen können.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe stützen den Wettertrend der vergangenen Tage und simulieren zwischen dem 25. und 26. Februar eine Temperaturanomalie von +7 bis +10 Grad. Nachfolgend geht der Mittelwert der Temperaturen zurück, hat jedoch im Vergleich zu den vergangenen 24 Stunden eine deutliche Korrektur nach oben erfahren, was im Zeitraum vom 1. bis 8. März eine Temperaturanomalie von +2 bis +5 Grad zur Folge hat. Also ja, der Februar wird zu warm enden und der März zu warm starten.
Die Niederschlagsaktivität ist vom 27. Februar bis 8. März schwach bis leicht erhöht. Kompromissloses Hochdruckwetter wird von den Kontrollläufen für den Moment jedenfalls noch nicht gestützt. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 28. Februar 2026 | +2 bis +15 Grad | +9 bis +11 Grad |
| 3. März 2026 | +2 bis +17 Grad | +9 bis +11 Grad |
| 8. März 2026 | -1 bis +15 Grad | +6 bis +8 Grad |

Wetterdaten März 2026
Top-10 Extremwerte März 2026
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Wert Datum Station Bundesland 19,9 07.03.2026 Michelstadt Hessen 19,7 07.03.2026 Weiskirchen - Saar Saarland 19,6 05.03.2026 Waltrop-Abdinghof Nordrhein-Westfalen 19,6 06.03.2026 Bochum Nordrhein-Westfalen 19,6 06.03.2026 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen 19,5 07.03.2026 Eschwege Hessen 19,5 07.03.2026 Trier-Zewen Rheinland-Pfalz 19,4 05.03.2026 Bochum Nordrhein-Westfalen 19,4 07.03.2026 Andernach Rheinland-Pfalz 6,8 07.03.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -10,3 04.03.2026 Zugspitze Bayern -6,7 05.03.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern -6,4 05.03.2026 Muskau, Bad Sachsen -6,4 05.03.2026 Sohland - Spree Sachsen -5,8 05.03.2026 Coschen Brandenburg -5,7 05.03.2026 Genthin Sachsen-Anhalt -5,6 05.03.2026 Schipkau-Klettwitz Brandenburg -5,4 05.03.2026 Steinhagen-Negast Mecklenburg-Vorpommern -5,2 05.03.2026 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern -5,1 05.03.2026 Baruth Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 29,2 06.03.2026 Plößberg-Liebenstein (Speicher) Bayern 10,9 07.03.2026 Norden-Leybuchtpolder Niedersachsen 9,6 07.03.2026 Cuxhaven Niedersachsen 9,5 07.03.2026 Dornum Niedersachsen 7,1 07.03.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 6,5 07.03.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 6,4 07.03.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 5,8 07.03.2026 Bordesholm Schleswig-Holstein 4,9 07.03.2026 Itzehoe Schleswig-Holstein 4,0 01.03.2026 Haidmühle-Bischofsreut Bayern -
Wert Station Bundesland 29,2 Plößberg-Liebenstein (Speicher) Bayern 10,9 Norden-Leybuchtpolder Niedersachsen 9,6 Cuxhaven Niedersachsen 9,5 Dornum Niedersachsen 7,3 List auf Sylt Schleswig-Holstein 6,5 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 6,5 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 5,9 Bordesholm Schleswig-Holstein 4,9 Itzehoe Schleswig-Holstein 4,0 Haidmühle-Bischofsreut Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Abtsgmünd-Neubronn Baden-Württemberg 0,0 Abtsgmünd-Untergröningen Baden-Württemberg 0,0 Achern-Fautenbach Baden-Württemberg 0,0 Achim-Embsen Niedersachsen 0,0 Adelsdorf (Kläranlage) Bayern 0,0 Ahlden-Grethem Niedersachsen 0,0 Ahrensfelde Brandenburg 0,0 Aitrang Bayern 0,0 Großenkneten Niedersachsen 0,0 Hollenbach - Bayern-Schönbach Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 81,4 01.03.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 77,8 01.03.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 76,0 01.03.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 75,6 02.03.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg 73,1 01.03.2026 Schwerin Mecklenburg-Vorpommern 70,9 01.03.2026 Boltenhagen Mecklenburg-Vorpommern 70,9 01.03.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern 68,0 01.03.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern 66,6 01.03.2026 Sukow-Levitzow Mecklenburg-Vorpommern 65,2 01.03.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 71,3 Leipzig - Halle Sachsen 70,9 Weimar-Schöndorf Thüringen 70,9 Neuhaus am Rennweg Thüringen 70,5 Königshofen, Bad Bayern 70,4 Erfurt-Weimar Thüringen 70,4 Aubstadt Bayern 70,3 Langenlipsdorf Brandenburg 70,1 Lauchstädt, Bad Sachsen-Anhalt 70,1 Wasserkuppe Hessen 70,1 Wittenberg Sachsen-Anhalt -
Wert Station Bundesland 15,8 Großenkneten Niedersachsen 26,5 Chemnitz Sachsen 27,1 Wolfach Baden-Württemberg 27,3 Würzburg Bayern 30,3 Gießen - Wettenberg Hessen 33,5 Konstanz Baden-Württemberg 34,1 Neuburg - Kammel-Langenhaslach Bayern 34,7 Günzburg Bayern 35,3 Altomünster-Maisbrunn Bayern 35,3 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im März 2026 beträgt 6,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,5 °C (91/20 2,2 °C). Am 07.03.2026 konnte mit 19,9 °C über Michelstadt (Hessen) die höchste und am 04.03.2026 mit -10,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 9,3 °C Nordrhein-Westfalen. Frischer ist der März 2026 mit einem Durchschnittswert von 5,6 °C bisweilen über Bayern.
Im März 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 0,2 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 0 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 0 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 61,1 Stunden ihren Sollwert von 111,3 Stunden zu 55 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 71,3 Stunden über der Leipzig - Halle (Sachsen). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 15,8 Stunden über der Großenkneten (Niedersachsen).

