Wettervorhersage: Mit großen Schritten in Richtung Frühling?

Wie viel Frühling steck im März 2022?

Ein Orkan zieht heute über dem Norden von Deutschland hinweg und wird in den kommenden Tagen noch für ein paar stürmische Stunden sorgen können. Doch dann zeichnet sich eine Wetterentwicklung ab, die zu einer deutliche und spürbare Veränderung führen kann.

Extreme Orkanböen. Von Freitagnachmittag bis Samstagvormittag überquert ein Schnellläufer Deutschland und wird im Schwerpunkt nördlich einer Linie von Köln und Dresden wüten können. Über den Küstenregionen steht die Warnung vor EXTREMEN UNWETTER. Mehr dazu: Unwetterwarnung: Schwerer Sturm mit extremen Orkanböen über Deutschland. Zudem wird empfohlen, den folgenden Warnhinweisen Beachtung zu schenken (Warnlagenbericht | Unwetterwarnung | Windprognose für Ihren Wohnort).

Es bleibt stürmisch

Der Hauptsturm wird am Samstag nach Osten abziehen, doch folgen vom Atlantik weitere Tiefdrucksysteme nach, die für einen böigen bis stürmischen Wind sorgen können. Über den exponierten Lagen und den Küstenregionen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind schwere Sturmböen noch bis einschließlich Dienstag möglich. Dazu gibt es immer wieder Regen, der seinen Schwerpunkt mit 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 50 l/m² westlich einer Linie vom Saarland und Hamburg haben kann (Niederschlagsprognose). Die Temperaturen erreichen heute über dem Südwesten bis +18 Grad, pendeln sich sonst im Bereich von +5 bis +10 Grad ein. Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Februar 2022.

Das Wetter über Deutschland bleibt auch in den kommenden Tagen turbulent
Wetterprognose amerikanischen Prognosemodells: Das Wetter über Deutschland bleibt auch in den kommenden Tagen turbulent © www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im März 2022?

Der Druck der atlantischen Frontalzone ist weiterhin erhöht und lässt für Störimpulse einen nur geringen Spielraum. Schaut man in Richtung Kanada, so erkennt man die weiterhin anhaltende Ausströmung kalter Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden in Richtung Neufundland, was zum 25. Februar schon das nächste - beeindruckende - Tiefdrucksystem auf dem Atlantik entstehen lässt. Darin sind sich beide Vorhersage-Modelle in ihrer Wetterprognose einig.

Kippt die Großwetterlage in Richtung Frühling?

Dieser Wettertrend zeichnete sich in den letzten Tagen immer wieder ab und ist zum aktuellen Stand relevanter, als ein nachhaltiger Einbruch des Spätwinters bis auf das Flachland herab. Der Grund hierfür ist der Tiefdruckwirbel über Neufundland, der sich bis Anfang März in Richtung Island, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien verlagert. Auf seiner Vorderseite schiebt das Tief einen Hochdruckkeil vor sich her, sodass in Kombination der beiden Wettersysteme eine milde bis warme Südwestwetterlage entstehen kann.

Viel Sonnenschein und frühlingshaft warm

Die Temperaturen werden in den Vorhersage-Modellen zum Ende des Monats mit +8 bis +14 Grad und örtlich bis +16 Grad im frühlingshaft milden Bereich simuliert. Kommt noch eine längere Sonnenscheindauer hinzu, kann auch über die +18 Grad spekuliert werden.

Die ersten frühlingshaften Grüße zum Ende des Monats
Wetterprognose des europäischen (li.) und amerikanischen Wettermodells (re.): Die ersten frühlingshaften Grüße zum Ende des Monat © www.meteociel.fr

Wettersturz im März?

Das Hoch aber ist nur vorgeschoben und es handelt sich zum aktuellen Stand nicht um eine stabile Wetterentwicklung, sondern um eine ruhige Wetterphase.

Die atlantische Frontalzone steht bereits in den Startlöchern und kann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in den ersten März-Tagen auf Deutschland übergreifen und für einen böigen bis stürmischen Wind und zeitweiligen Niederschlag sorgen. Ob auch Starkwindereignisse möglich sein werden, wird von der Zugbahn der Tiefdrucksysteme abhängig sein. Zum aktuellen Stand sind diese nicht auszuschließen.

Ein spätwinterliches Szenario erscheint nahezu unmöglich. Die Temperaturen werden von der Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells in einem Bereich simuliert, die mit +15 bis +20 Grad und örtlich bis +22 Grad sich bereits dem frühsommerlichen Bereich annähern können. Klar ist auch, dass mit der Nähe zur atlantische Frontalzone das hohe Temperaturniveau nicht gehalten werden kann und ein Ergebnis der hohen Wetteraktivität auf dem Atlantik ist. Worauf es jedoch ankommt, ist, dass im Wettertrend sich keine stabile Wetterlage wird aufbauen können und nach der ruhigen Phase zu Ende des Monats im März wieder mit einer höheren Wetteraktivität zu rechnen ist.

Erst frühlingshaft mild, dann turbulentes und unbeständiges Märzwetter
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: erst frühlingshaft mild, dann turbulentes und unbeständiges Märzwetter © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Polarwirbel auf einem hohen Niveau

Was zu einer einschneidenden Veränderung führen kann, wäre ein instabiler Polarwirbel, der auch den Spätwinter relevant machen kann. Doch für einen Destabilisierung bedarf es Störimpulse und im Moment ist das zwischen der atlantischen Tiefdruckrinne und der Hochdruckzone ein sehr eingespieltes System.

Zonal geprägte Wetterlage

Und so spielt eine westliche Ausprägung der Grundströmung auch im März eine große Rolle. Die Kontrollläufe stützen die westliche Ausprägung, wobei sich im Verlauf der ersten März-Dekade eine vermehrt meridionale Grundströmung bemerkbar macht. Anders formuliert ist ein instabil werdender Polarwirbel in der ersten März-Dekade nicht vom Tisch, für den Moment jedoch weniger wahrscheinlich.

Deutlicher wird das, wenn man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe anschaut. Die Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada wird Anfang März beendet und der Polarwirbel bewegt seinen Schwerpunkt von Kanada weg in Richtung Barents- und Karasee weg. Ein gewisses Kippmuster ist nicht von der Hand zu weisen und auch wenn ein paar frühlingshaft milde Tag in Erscheinung treten werden, ist es für den nachhaltigen Durchbruch des Frühlings noch viel zu früh. Der ist phänologisch in der letzten März-Dekade verankert.

Bestätigt wird dieser Wettertrend mit einer ab dem 24. Februar nachlassenden Niederschlagsaktivität, die zum 1. März in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich ansteigt. Die Temperaturen erreichen in der Höhe von 1.400 Meter vom 1. bis 4. März einen Wert, der sich zwischen +4 bis +0 Grad bewegen kann. Über tiefere Lagen hat das Temperaturen um die +10 Grad-Marke schwankend zur Folge.

Die Zonalisierung ist auch im März noch aktiv
Wetterprognose dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Zonalisierung ist auch im März noch aktiv © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
23. Februar +2 bis
+8 Grad
+5 bis
+7 Grad
27. Februar +0 bis
+13 Grad
+7 bis
+9 Grad
5. März +0 bis
+12 Grad
+6 bis
+8 Grad
Diagramm Temperaturen März 2022
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2022 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,57 +2,6 +1,3 398 l/m² - extrem zu trocken

Statistische Wetterwerte für März

Das Wetter im März befindet sich häufig in der Übergangsphase von kalt zu mild. Entsprechend verhält sich das Wetter - teils auch schon turbulent.

  • Die erste März-Hälfte meist noch kalt mit Neigung zum März-Winter
  • Frühlingshafte Temperaturen meist zwischen dem 17.-25. März
  • Vom 25. März an oftmals erneuter Kaltlufteinbruch mit Schnee- oder Graupelschauer (Ostern im Schnee)
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit zu skandinavischen Hochdruckgebieten zwischen dem 10.-23. März

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