Wetter März 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter März 2019 aktuelle Wettervorhersage vom 20.02.2019 - Wetterumschwung oder Betonhoch?

  • M. Hoffmann

Polarwirbelsplit zum Monatswechsel oder Omegawetterlage über Mitteleuropa? Das eine schließt das andere nicht aus, doch die Auswirkungen auf das Wetter im März können gravierend sein.

Hoher Luftdruck bestimmt das Wetter über Deutschland bis Ende Februar. Zwar ziehen immer wieder einmal Wolkenfelder mit etwas Niederschlag vorüber, doch der Sonnenschein dominiert mit einem verbreitet trockenen Wettercharakter das Wettergeschehen. Der Wind dreht im Verlauf der Woche auf östliche Richtungen und führt phasenweise etwas kühlere Luftmassen über das Land, was insbesondere über den östlichen Regionen spürbar werden kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Hält sich die Hochdruckdominanz, oder kommt es Anfang März zu einem Wetterwechsel? Der Trend der Prognose-Modelle ist zwischenzeitlich klarer definiert, aber keineswegs einheitlich. Entscheidend wird sein, ob dem Hochdruckgebiet auf dem Atlantik der Raum für eine Ausdehnung nach Westen und Norden gewährt wird.

Trockenes und sonniges Wetter zum Start in den März 2019?
Trockenes und sonniges Wetter zum Start in den März 2019?

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Wetterumschwung mit Hindernissen

Das Hochdruckgebiet verlagert sich bis zum 1. März weiter nach Westen und positioniert sich mit seinem Kern über England. Von der Barentssee aus sorgt ein kräftiger Tiefdruckwirbel im Verbund mit dem Hoch für ein stark meridional verlaufendes Strömungsmuster.

Da Deutschland, Österreich und die Schweiz am östlichen Hochdruckgradienten liegen ist mit einem ruhigen, weitgehend trockenen und bei Temperaturen von +7 bis +12 Grad milden Start in den März 2019 zu rechnen.

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Sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs setzten den Wetterwechsel in Gang

Die Kombination aus dem Hoch über England und dem Tief über der Barentssee werden sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs über das östliche Europa nach Süden geführt. Die Temperaturen in 1.500 Meter Höhe sinken im Zeitraum vom 1. bis 2. März auf bis -15 Grad ab, wobei über dem westlichen Russland die Höhenkälte auf bis -24 Grad absinken kann.

Dieser Kaltluftvorstoß bleibt nicht ohne Folgen. Das Tief über der Barentssee entwickelt sich bis zum 3. März zu einem Zentraltief, während das Hoch über Mitteleuropa schwächer wird. Die atlantische Frontalzone greift von Island nach Skandinavien über und sorgt über Deutschland bis zum 4. März für einen unbeständigen und windigen Wettercharakter. Die Temperaturen bleiben nach dieser Wettervorhersage mit Werten um die +10 Grad Marke für die Jahreszeit zu mild.

Ein Wetterwechsel mit vielen Kompromissen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Wetterwechsel mit vielen Kompromissen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das verklemmte Hoch

Die Berechnungen des europäischen Prognose-Modells sind dem des amerikanischen Vorhersage-Modells sehr ähnlich. Auf dem Atlantik toben die Tiefdruckgebiete und kommen nicht nach Osten voran, während über Russland sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden.

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Doch der Unterschied zeigt sich in den Positionen. Das Hoch ist bis zum 2. März weiter östlich positioniert und sorgt für einen trockenen und milden Wettercharakter. Zudem wird die Möglichkeit auf den Atlantik auszuweichen durch die östliche Verschiebung verhindert. Ein Wetterwechsel wird Anfang März so nicht gelingen können.

Das Hoch bleibt über Mitteleuropa erhalten
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch bleibt über Mitteleuropa erhalten © www.meteociel.fr

Die Unterschiede sind deutlich: Worauf es ankommen wird

Bereits gestern Abend haben wir in der Wetterprognose zum Frühling und Sommer auf den unterschiedlichen Entwicklungstrend des sog. NAO-Index hingewiesen (Verhältnis Azorenhoch zu Islandtief). Ein Teil geht in die negative, der andere in die positive Richtung. Somit sind in den kommenden Stunden mehrfach unterschiedliche Berechnungen der Wettermodelle zu erwarten. Der Kern der weiteren Wetterentwicklung ist aber im Polarwirbel zu finden.

Polarwirbelsplit

Der entscheidende Zeitraum - ob ein Wetterwechsel gelingt oder nicht - ist auf den Monatswechsel datiert. Schaut man sich die Berechnungen des Polarwirbels vom amerikanischen Vorhersage-Modells an, so erkennt man den Ansatz zum Polarwirbelsplit im Bereich zwischen England, Island, Grönland bis nach Alaska. Man sieht zudem, wie es auf die exakte Position ankommen wird. Wenige hundert Kilometer können zwischen milden Temperaturen und einem Märzwinter entscheidend sein.

Im Ansatz ist ein Polarwirbelsplit zu erkennen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Im Ansatz ist ein Polarwirbelsplit zu erkennen © www.meteociel.fr

Im Ansatz abgewürgt

Das europäische Vorhersage-Modell lässt die Hochdruckverbindung durch den Polarwirbel nicht zustande kommen und das Strömungsmuster kippt relativ rasch. Anstatt es zu einer strukturellen Veränderung innerhalb des Polarwirbels kommt, schließen sich die zwei Wirbel wieder zusammen und das Hoch über Mitteleuropa bleibt vorerst bestehen.

Im Ansatz wird der Polarwirbelsplit abgewürgt
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Im Ansatz wird der Polarwirbelsplit abgewürgt © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Der Normalisierungstrend bleibt erhalten

Die Kontrollläufe bleiben ihrem Trend der letzten Tage treu. Der Februar endet deutlich zu mild und zu trocken. Ab dem 28. Februar geht der Temperaturtrend langsam zurück und normalisiert sich in den ersten März-Tagen.

Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 3. März zwischen -6 und +12 Grad bei einem Mittelwert von +6 bis +8 Grad. Die Niederschlagsneigung hat ab dem 1. März eine ansteigende Tendenz.

Diagramm Temperaturen März 2019 vom 20.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Zusammenfassung:

Von einem radikalen Wetterwechsel Anfang März nehmen die Prognose-Modelle Abstand, doch der Trend zur Veränderung der Großwetterlage bleibt nach den Kontrollläufen bestehen. Ob die Veränderung markanter ausfallen kann, liegt in der Struktur des Polarwirbels begründet. Da bestehen noch keine klaren Verhältnisse. Ob es im Tagesverlauf zu Veränderungen gekommen ist und wie sich das auf den Frühling und Sommer auswirken kann, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Frühling und Sommer 2019.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +6,07 +3,38 +2,6 237 l/m² - normal

Wetterfakten März

Statistische Wetterwerte für März

Das Wetter im März befindet sich häufig in der Übergangsphase von kalt zu mild. Entsprechend verhält sich das Wetter - teils auch schon turbulent.

  • Die erste März-Hälfte meist noch kalt mit Neigung zum März-Winter
  • Frühlingshafte Temperaturen meist zwischen dem 17.-25. März
  • Vom 25. März an oftmals erneuter Kaltlufteinbruch mit Schnee- oder Graupelschauer (Ostern im Schnee)
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit zu skandinavischen Hochdruckgebieten zwischen dem 10.-23. März

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