Wetter März 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter März 2019 aktuelle Wettervorhersage vom 15.02.2019 - Märzwinter oder frühlingshaft mild?

  • M. Hoffmann

Ein kräftiges Hochdrucksystem dominiert derzeit das Wetter mit milden Temperaturen über Deutschland und sorgt für Tauwetter bis in höhere Lagen. Bleibt das Hoch bis in den März hinein erhalten, oder folgt ein Wetterumschwung?

Außergewöhnlich sind die Temperaturwerte der kommenden Tage - verbreitet sind +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad zu erwarten. Dazu kaum Niederschlag. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Verantwortlich für dieses vorfrühlingshafte Wetter ist eine ganze Reihe von optimalen Bedingungen. Zum einen ist das stabile Hochdrucksystem zu benennen, dessen Position leicht östlich von Mitteleuropa über Deutschland für eine südliche Grundströmung sorgt. Der zweite Umstand ist dem Schneemangel zu verdanken, selbst die Nächte werden mit der fehlenden Abstrahlung zunehmend frei von frostigen Temperaturen. Und zu guter Letzt der steigende Sonnenstand und der nahezu ungehinderte Sonnenschein.

Das Ergebnis hieraus sind Temperaturwerte, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 6 bis 11 Grad zu warm sind. Daran wird sich bis zum 23. Februar auch nicht viel verändern - Dazu mehr in der aktuellen Wetterprognose Winter 2019.

Tau- und Hochdruckwetter bis in den März hinein
Tau- und Hochdruckwetter bis in den März hinein? © Martin Bloch

Hochdruckdominanz bis in den März hinein?

Das bleibt abzuwarten. Zwar berechnen im Moment einige Wettermodelle eine omegaähnliche Struktur, welche durchaus das Zeug dazu hat, bis in die erste März-Dekade das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu bestimmen, doch auf dem Atlantik zeigt sich ein ganz anderes Strömungsmuster und der Polarwirbel spielt auch noch eine wichtige Rolle. Im Grunde sind drei Wetterentwicklungen in den ersten März-Tagen möglich.

Omegawetterlage

Die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik versuchen alles um nach Mitteleuropa voranzukommen, doch scheitern diese an dem Hochdruckbollwerk und trogen nach Süden - in Richtung der Azoren - aus. Eigentlich müsste das Hoch nach Osten ausweichen, doch dort tropfen Tiefdrucksysteme über die Barentssee nach Süden ab und so stabilisiert sich das gesamte System.

Das ist mitunter auch der Grund, warum Omegawetterlagen so stabil sind. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese über ein paar Wochen hinweg anhalten und mit milden Werten und einem trockenen Wettercharakter das Wetter bis in den März hinein beeinflussen.

Eine omegaähnliche Hochdruckstruktur beeinflusst das Wetter bis in den März 2019
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Eine omegaähnliche Hochdruckstruktur beeinflusst das Wetter bis in den März 2019 © www.meteociel.fr

West- bis Nordwestwetterlage

Früher oder später aber wird jede Hochdruckwetterlage beendet und gelingt dem Hoch es nicht, seine Struktur frühzeitig zwischen der Mittelmeerregion und Skandinavien zu festigen, so wird noch in der letzten Februar-Dekade die atlantische Frontalzone nach Skandinavien übergreifen können. Infolge daraus geraten Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine turbulente, windige und niederschlagsreiche West- bis Nordwestströmung. Die Temperaturen wären mit +4 bis +8 Grad für die Jahreszeit zu mild, doch könnten mit einer entsprechenden Rückseitenströmung kältere Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen.

Anders formuliert würde Anfang März eine nasskalte Grundströmung vorherrschend sein - Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab wären möglich. Das amerikanische Vorhersage-Modell favorisiert in letzter Zeit diese Wetterentwicklung ab dem 25./27. Februar häufiger.

Unbeständige Westwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Unbeständige Westwetterlage © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit

Statistisch gesehen kommt es Ende Februar und Anfang März häufiger zu stärkeren Schwankungen des Polarwirbels, welche von Zeit zu Zeit heftiger ausfallen können. Ursache hierfür ist der steigende Sonnenstand, welcher auch den Polarwirbel zunehmend beeinflusst und ihn mit einem Final-Warming im Zeitraum vom März bis Mai seinem winterlichen Ende zuführt. Bis es aber soweit ist, kommt es zu den berüchtigten Arctic Outbreaks.

Das aktuelle Hochdrucksystem könnte in diesem Fall eine Hauptrolle spielen. Anstatt über Mitteleuropa zu verweilen, keilt es weiter nach Norden auf und dringt tief in den Polarwirbel ein. Gelingt das, so wäre der Aufbau einer Hochdruckverbindung bis zum zu einem Hoch über Alaska liegend möglich. Der Polarwirbel selbst würde in zwei Hälften geteilt. Der eine Teil liegt über Kanada und der zweite über Sibirien.

Deutschland, Österreich und die Schweiz würden in diesem Fall zwischen den Fronten liegen. Entweder in der hochdruck- oder trogdominierten Wetterzone. Ein paar hundert Kilometer können hierbei entscheidend sein.

Märzwinter?

Eine spätwinterliche Großwetterlage wäre demnach nicht auszuschließen, doch aufgrund der Vorgeschichte des Winters weniger wahrscheinlich. Zudem wäre das Hochdrucksystem noch zu nah, sodass selbst bei Dauerfrost nur mit einer geringen Niederschlagsaktivität zu rechnen wäre.

Spielt man es aber gedanklich einmal durch, so wäre zum Start in den März eine dominierende Hochdruckposition im Bereich von Grönland, Island und Kanada möglich. Der sog. Arctic Outbreak hätte somit seine Chancen und der März 2019 würde einen Kaltstart hinlegen können.

Ein Polarwirbelsplit hätte weitreichende Folgen für das Märzwetter
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ein Polarwirbelsplit hätte weitreichende Folgen für das Märzwetter © www.meteociel.fr

Typisches Märzwetter - Welche Variante ist wahrscheinlicher?

Damit ein Polarwirbelsplit - wie in der oben illustrierten Wetterkarte - überhaupt möglich ist, muss der hohe Luftdruck in Richtung Island und Grönland ausweichen und zu einem negativen NAO-Index führen (Verhältnis von Islandtief zu Azorenhoch). Dieser wird aber zum 25. Februar nur kurzzeitig einmal negativ berechnet und steigt darüber hinaus in den positiven Bereich an. Anders formuliert: ein netter Versuch, aber zum Scheitern verurteilt.

Viel wahrscheinlicher ist eine anhaltende Hochdruckdominanz bis zum 25. Februar und anschließend ein langsamer Übergang zu einem unbeständigeren Wettercharakter bei zurückgehenden Temperaturen. So sehen es jedenfalls die Kontrollläufe. Bei einer ansteigenden Niederschlagstendenz geht der Mittelwert des Temperaturspektrums auf +5 bis +7 Grad zurück. Das entspricht fast dem für Anfang März typischen Temperaturwert.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 15.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wettertrend der Langfristmodelle: zwischen Märzwinter und Vorfrühling

Es kommt eben - und gerade beim Wetter - darauf an. Die unterschiedlichen Langfristmodelle berechnen das Wetter im März 2019 noch unterschiedlich.

  • Das Langfristmodell der NASA simuliert eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -2 bis -0,25 Grad im normalen bis zu kalten Bereich. Der Märzwinter hätte seine Chancen. Die Niederschlagsprognose liegt leicht über dem Sollwert.
  • Das CFSv2 Modell berechnet mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad eine gegenteilige Wetterentwicklung. In der Niederschlagsprognose zeigen sich gegenüber dem Sollwert kaum Abweichungen (im Trend etwas zu trocken).
  • Die Wetterprognose des europäischen Langfristmodells simuliert mit einer Abweichung von -0,25 bis +0,5 Grad einen weitgehend normalen Temperaturverlauf im März. Die Niederschlagsleistung wird über dem Westen und entlang der Alpen leicht erhöht berechnet.

Schneesituation in den Skiregionen der Alpen

Anfang März sind die Faschings-, bzw. Winterferien in einigen Bundesländern und uns erreichen derzeit viele Anfragen, wie es denn mit der Schneesituation aussieht und die warmen Temperaturen für eine Schneeschmelze sorgen? Das tun sie - zweifellos. Doch hält sich das Tauwetter noch in Grenzen.

In Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.500 Meter Höhe schwanken die Temperaturen zwischen +5 bis +7 Grad, doch der hohe Luftdruck sorgt für trockene Luftmassen und einen Taupunkt, welcher nur selten im positiven Bereich liegt. Anders formuliert schmilzt der Schnee - aber nur langsam. Im Schatten fast gar nicht. Anders sieht es an den sonnenzugwandten Hanglagen aus. Durch die Neigung und die Sonneneinstrahlung ist das Tauwetter kräftiger.

Zusammenfassung

Extreme Varianten - wie eine Omegawetterlage, oder ein Polarwirbelsplit mit einem Arctic Outbreak - sind in den ersten Märztagen möglich und generell nicht auszuschließen, doch ist - zum aktuellen Stand - Anfang März eine Wetterentwicklung wahrscheinlicher, welche zu einer langsamen Normalisierung und einer wieder zunehmenden Niederschlagsaktivität führen kann.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +8,81 +2,45 +1,71 367 l/m² - zu trocken

Wetterfakten März

Statistische Wetterwerte für März

Das Wetter im März befindet sich häufig in der Übergangsphase von kalt zu mild. Entsprechend verhält sich das Wetter - teils auch schon turbulent.

  • Die erste März-Hälfte meist noch kalt mit Neigung zum März-Winter
  • Frühlingshafte Temperaturen meist zwischen dem 17.-25. März
  • Vom 25. März an oftmals erneuter Kaltlufteinbruch mit Schnee- oder Graupelschauer (Ostern im Schnee)
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit zu skandinavischen Hochdruckgebieten zwischen dem 10.-23. März

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