Der Winter bläst zum großen Finale und in den kommenden Tagen stehen eisige Wintertage bevor. Dabei kommt es im Schwerpunkt über Norddeutschland immer wieder zu Schneefällen, was dort zur Ausbreitung einer Schneedecke führen kann. Weiter nach Süden ist die Luft zu trocken, so dass dort eher mit einem Mix aus Sonne und Wolken zu rechnen ist. Erst in Richtung der Alpen können sich mit Hilfe des Italientiefs wieder Schneefälle entwickeln. Die Temperaturen erreichen am 28. Februar Tageshöchstwerte von -9 bis -1 Grad und in den Nächten sind Werte von -13 bis -5 Grad und bei Aufklaren und über Schnee sind mancherorts auch bis -20 Grad möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Winter 2018.

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März-Winter?

Die Wettermodelle berechnen für die ersten März-Tage noch unterschiedliche Varianten und zugegeben, die Wetterentwicklung Anfang März ist auch alles andere als einfach.

Das europäische Wettermodell berechnet zum 1. März ein Hochdrucksystem zwischen Grönland und Island und erstreckt sich in Teilen über Skandinavien bis über das westliche Russland. Gleichzeitig liegt über den Azoren ein Tiefdruckwirbel, welcher auf seiner Vorderseite sehr gerne warme Luftmassen aus Afrika bis nach Deutschland führen möchte. Das gelingt aber nicht so recht und so zieht das Tiefdrucksystem relativ rasch über die Mittelmeerregion und kann zum 2. März über Süddeutschland für kräftige Niederschläge sorgen - teils als Schnee, teils als Regen. Bis zum 4. März verläuft die Tiefdruckrinne von Neufundland über die Azoren bis über das östliche Europa und bleibt weitgehend vollständig gestört. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen vom 4. bis 5. März in einem gradientenschwachen Umfeld, was bei Werten um die 0 Grad zu zeitweilig leichten Schneefällen führen kann (über dem Süden wohl etwas milder). Keine Frage: sollte sich diese Wetterlage in den ersten Märztagen einstellen können, so wäre diese als März-Winter zu definieren.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation Grenzwetterlage, aber Deutschland verbleibt im Einflussbereich der winterlich kalten Luftmassen - März-Winter © www.meteociel.fr

Erste März-Dekade: Frühlingshaft mild?

Das es auch anders kommen kann, zeigen die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells. Zum 1. März wird die Großwetterlage ganz ähnlich wie nach dem europäischen Wettermodell berechnet, nur mit dem Unterschied, dass es dem Tiefdrucksystem gelingt, die warmen Luftmassen aus südlichen Richtungen bis nach Deutschland zu führen. In diesem Prozess verstärkt sich das Tiefdrucksystem und positioniert sich bis zum 3. März über England.
Das ist eine völlig andere Wetterentwicklung wie nach dem europäischen Wettermodell und hätte bis zum 3. März Tageshöchstwerte von +4 bis +8 Grad über dem Sünden (örtlich bis +13 Grad), während der Norden mit -4 bis +1 Grad weitgehend im Dauerfrostbereich verbleiben kann. Zudem sind bei dieser Grenzwetterlage kräftige Niederschläge möglich: über dem Norden als Schnee und über dem Süden bis in die höheren Lagen als Regen. Durch die Tiefdruckposition bei England kommt im darauffolgenden Zeitraum das Atlantikwetter wieder in Schwung, was die Temperaturen bis zum 8. März über dem Süden auf +10 bis +16 Grad und über dem Norden auf +0 bis +7 Grad ansteigen lassen kann. Zumindest der Süden wäre dem Frühling näher als dem Winter.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Deutschland gelangt Anfang März in eine milde Südwestanströmung der Luftmassen © www.meteociel.fr

Grenzwetterlage

Beide Wettermodelle sind sich in ihren Berechnungen grundsätzlich verschieden, doch zeigt sich auch heute wieder ein Wettertrend einer Grenzwetterlage im ersten März-Drittel. Diese im Detail vorherzusagen ist zum heutigen Stand nicht möglich und in den kommenden Stunden wird es noch häufiger zu Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle kommen können.

Erfahrungsgemäß neigt das amerikanische Wettermodell häufig dazu, die normalen Zirkulationsmuster schneller wiederherzustellen. Aber das braucht nach so einem kräftigen Kaltluftausbruch seine Zeit. Insofern kann man einen raschen Frühlingsausbruch Anfang März 2018 in Frage stellen.

Schaut man sich die Kontrollläufe an, so bestätigen diese, dass es sich bei der Simulation des amerikanischen Wettermodells und einen warmen Ausreißer handelt. Aber nichtsdestotrotz wird der Temperaturtrend nach den Kontrollläufen nach den 1. März generell wärmer berechnet und pendelt sich in einem für die Jahreszeit-typischen Bereich ein. So liegt das Temperaturspektrum am 3. März zwischen -7 bis +6 Grad (Mittelwert: -2 bis -1 Grad über dem Norden und Osten und -1 bis 0 Grad über dem Westen und Süden) und am 9. März zwischen -9 bis +10 Grad (Mittelwert: 0 Grad über dem Norden und Osten und +1 bis +2 Grad über dem Süden und Westen). Mit Frühlingsgefühlen hat das noch wenig gemeinsam. Sollte zudem Anfang März noch kräftiger Schneefall hinzukommen, so könnte sich die winterliche Wetterlage auch bis Mitte März noch hinziehen. Aber wie bereits erwähnt sind solche Grenzwetterlagen eine knifflige Angelegenheit - da kommt es auch wenige 100 Kilometer an.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 23.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Der März ist der Übergangsmonat vom Winter in den Frühling

Und das Wetter scheint sich in diesem Jahr daran halten zu wollen. Das Langfristmodell berechnet den ersten Frühlingsmonat gegenüber seinem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5 bis -2 Grad zu kalt. In der Niederschlagsberechnung wird der März etwas zu trocken simuliert.

Was sich im Tagesverlauf alles geändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Wettervorhersage Winter.

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