Der Wettercharakter wird kurz vor dem Juni hochsommerlich warm. Die Optionen auf einen Wetterwechsel bleiben im ersten Juni-Drittel erhalten.

Das Wetter im Mai wandelt sich im Verlauf der Woche zu einem sommerlichen und zum kommenden Wochenende mit Temperaturen von bis über +30 Grad auch zu einem hochsommerlichen Wetter. Begleitet werden die für den Mai viel zu warmen Temperaturen von teils kräftigen Schauern und Gewittern, welche sich im Verlauf der Woche weiter nach Norden ausdehnen können. Ein örtliches Potential für Unwetter ist gegeben.

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Hochsommer vor dem Junistart

Schaut man sich die Entwicklung der Großwetterlage an, so liegt bis zum 27. Mai ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum und kann zeitweilig eine Hochdruckbrücke zum Azorenhoch aufbauen. In Folge draus wird die atlantische Frontalzone vollständig blockiert und ein eingekapseltes Tiefdrucksystem über der westlichen Mittelmeerregion führt im Verbund mit dem hohen Luftdruck die sehr warmen und auch feuchten Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Hochsommer hält Einzug.
Was war denn die höchste Temperatur, welche im Mai einmal gemessen wurde? Die stammt mit +36,1 Grad aus dem Jahre 1892. Ob der Rekord 2018 eingestellt werden kann, wird sich vor allem in den Ballungsgebieten zeigen müssen.

Sommerlicher Wetterstart in den Juni 2018?
Sommerlicher Wetterstart in den Juni 2018?

Ein Hochdrucksystem wird entscheiden, wie das Wetter im Juni ausfallen wird

Wie sich das Wetter im Juni wird entwickeln können, hängt also sehr davon ab, wie sich das Hochdrucksystem über Skandinavien wird positionieren können. Nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Prognosemodells bleibt das Hochdruckgebiet noch bis zum 1. Juni intakt, zeigt aber in seiner Struktur schon deutliche Schwächen.

Wetterwechsel im Juni

Im Bereich zwischen Neufundland und den Azoren entsteht Anfang Juni ein kräftiges Tiefdrucksystem und regt das Azorenhoch dazu an, sich auf dem Atlantik steil nach Norden aufzustellen. In Folge daraus meridionalisiert die Großwetterlage (Nord-Süd, Süd-Nord) und kann über Deutschland, Österreich und der Schweiz für kühles und auch durchwachsenes Juniwetter sorgen.

Der Umschwung geht nach der aktuellen Wetterprognose relativ zügig von statten, was die Temperaturen am 2. und 3. Juni noch auf +24 bis +29 Grad und örtlich bis +30 Grad ansteigen und zum 4. und 5. Juni auf +13 bis +19 Grad absinken lassen kann. Gerade in der Übergangsphase wäre mit kräftigen Schauern und Gewittern mit erhöhtem Unwetterpotential zu rechnen.

Polarwirbelberechnung Juni

Nach dem amerikanischen Prognosemodell erhöht sich die Wellenbewegung, was das Strömungsmuster meridionalisieren lassen und über Deutschland für kühles Juniwetter sorgen kann © www.meteociel.fr

Wie wahrscheinlich aber ist ein Wetterwechsel im Juni?

Das europäische Prognosemodell berechnet eine ganz ähnliche Entwicklung bis Ende Mai, was die Hitzewelle - auch noch zum Start in den Juni - wahrscheinlich macht. Doch statt das Hochdrucksystem sich weiter nach Westen verlagern kann, berechnet das europäische Vorhersagemodell die Aufrechterhaltung der Hochdruckbrücke von den Azoren bis nach Skandinavien, was die Tiefdrucksysteme weiterhin auf Distanz hält und die Großwetterlage sich nicht grundsätzlich verändern kann. Die Tiefdrucksysteme laufen auf und das Hochdrucksystem auf und sorgen über Deutschland, Österreich und der Schweiz für ein weiterhin östlich orientiertes Strömungsmuster.

Polarwirbelberechnung Juni

Nach dem europäischen Prognosemodell bleibt die Hochdruckbrücke Anfang Juni für Deutschland wetterbestimmend © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wetterwechsel im Juni bleibt optional

Die Kontrollläufe stützen eine Temperaturentwicklung, welche Ende Mai etwa um 4 bis 8 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich liegen kann. Erst im Verlauf den ersten Juni-Drittels zeigt sich ein langsam absinkendes Temperaturniveau in Richtung der Jahreszeit typischen Werte.
Das bedeutet, dass wie bereits in der gestrigen Wetterprognose für den Sommer kalte Varianten deutlich weniger Relevanz haben und auch die erste Juni Dekade ein hohe Wahrscheinlichkeit für zu warme bis normale Temperaturwerte aufweist. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich eine - meist in Form von Schauern und Gewittern - etwas erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit bis in den Juni hinein. Da aber Schauer und Gewitter regional auftreten, kann in manchen Regionen die Trockenheit aus dem Mai erhalten bleiben.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 22.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Juni 2018 nach den Langfristmodell

Das Langfristmodell berechnet das Juniwetter mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Insofern ist auch nach dieser Prognose eine nachhaltig zu kalte Witterung im Juni zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. In der Niederschlagsberechnung soll der Juni weitgehend normal gegenüber seinem vieljährigen Mittelwert ausfallen und ist im Trend über dem Norden leicht zu trocken und über dem Süden leicht zu nass zu bewerten.

Zusammenfassung

  • Kurz vor dem Start in den Juni setzt sich ein hochsommerlicher Wettercharakter durch
  • Anfang Juni sind sich die Prognosemodelle noch nicht einig
  • Vieles deutet auf einen warmen Start in den Juni hin
  • Doch im Verlauf des ersten Juni-Drittels bleibt mit der Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems ein Wetterwechsel möglich
  • Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem über Skandinavien verhalten wird
  • Das Langfristmodell berechnet gegenüber dem langjährigen Mittelwert ein zu warmes Juniwetter

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