Wetter im Juni 2017 - Wetter­trend vom 11. Mai: hoher Luftdruck über Skandinavien?

  • M. Hoffmann

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ktuell ist ein Umbau der Großwetterlage in Gang, bei der eine fast schon sommerliche Wetterperiode eine bis heute zu kalte Wetterlage ablöst. So können im Verlauf der kommenden Woche die Temperaturen durchaus Werte im Bereich zwischen +20 bis +25 Grad erreichen und örtlich sogar darüber hinaus. Ein erster Sommer Tag wäre aus meteorologischer Sicht nicht auszuschließen.

Hält sich der warme und frühsommerliche Wettercharakter auch im letzten Mai Drittel? Da gibt es durchaus noch Spielräume in der Entwicklung, auch wenn das amerikanische Wettermodell heute Nachmittag erneut eine kühlere Temperaturentwicklung rund um den Vatertag (Christi Himmelfahrt) am 25. Mai 2017 berechnet. Im Grunde gleicht diese simulierte Wetterentwicklung einer Erhaltungsneigung, bei der westlich von Europa ein Hochdrucksystem sich positionieren und im Verbund mit tiefem Luftdruck über Skandinavien kühlere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Schaut man auf die sog. Kontrollläufe, so ist diese für die Jahreszeit möglicherweise zu kalte Temperaturentwicklung nicht unwahrscheinlich.

Welche Auswirkungen hat das auf das Wetter im Juni 2017?

Strömungsfilm Polarwirbel Mai

Einmal angenommen, dass Hochdrucksystem positioniert sich tatsächlich westlich von Europa im Bereich zwischen England, dem europäischen Nordmeer und könnte sich bis zum Polarwirbel hinein ausdehnen (bzw. was von ihm noch übrig ist), dann hätte das auch Auswirkungen auf das Juniwetter, insbesondere auf die ersten Tage des Juni. Das Zirkulationsmuster wäre in diesem Fall meridional ausgerichtet und diese Großwetterlage kennen wir schon seit Mitte April, welche bis zum 10. Mai das Wetter mit kalten Temperaturen mehr oder minder beeinflussen konnte. Schaut man sich die Entwicklung des Polarwirbels an, so wird klar, was das für Auswirkungen auf das Wetter im Juni haben könnte und im Wesentlichen können drei Entwicklungen unterschieden werden:

  • In der ersten Variante bleibt das Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland ortsfest und steuert mit Tiefdrucksystemen über dem skandinavischen Raum Anfang Juni weiter kühle Luftmassen nach Süden, welche - je nach Intensität des Strömungsmusters - auch Deutschland erreichen können. Statt mit Sommerwetter wäre mit einem gemäßigt warmen Start in den Juni zu rechnen, bei dem die Temperaturen im Bereich zwischen +15 bis +21 Grad liegen könnten.
  • In der zweiten Variante - und das ist auch ganz gut in der Simulation zu erkennen (klick auf Wetterkarte) - verlagert sich das Hoch langsam nach Osten und dehnt sich zwischen Grönland und Skandinavien aus. Das hätte zur Folge, dass das normale Zirkulationsmuster der Tiefdrucksysteme von Neufundland - Island Skandinavien blockiert werden würde und Anfang Juni zu einer Unterwanderung des Hochdrucksystems führen könnte. In diesem Fall wäre zum Junianfang mit einem unbeständigen, aber durchaus für die Jahreszeit normalen Temperaturspektrum zu rechnen.
  • Die dritte Variante ist eine Abwandlung der zweiten Variante, bei der das Hoch über Skandinavien seine Achse über Mitteleuropa nach Süden in Richtung Mittelmeerregion ausdehnen könnte. Diese Entwicklung hätte dann durchaus das Potential für einen sommerlich warmen und trockenen Start in den Juni zu sorgen.

Anfang Juni hoher Luftdruck über Skandinavien?

Um der Frage nachzugehen, welche der Varianten zum heutigen Stand wahrscheinlicher ist, so lässt sich das in der Form beantworten, als dass seit Tagen die Wettermodelle immer wieder ein Hochdruckzentrum über dem skandinavischen Raum berechnen. Schaut man auf die aktuelle Wettervorhersage des Langfristmodells für den Juni 2017, so stellt man fest, dass in der Niederschlagsberechnung der Norden von Europa und auch der Norden von Deutschland gegenüber seinem Sollwert zu trocken simuliert wird. Im Gegenzug wird der Süden von Europa deutlich zu nass simuliert. So ist von Spanien, Frankreich, Süddeutschland und Italien bis über das östliche Europa mit einer erhöhten Tiefdruckaktivität im Juni zu rechnen. Anders formuliert: Hoch über dem Norden und Tief über dem Süden Europas und macht die zweite Variante zum heutigen Stand wahrscheinlicher. Wie sieht es mit den Temperaturen im Juni 2017 aus? Das Langfristmodell berechnet gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich mit dem Trend auch leicht zu warm ausfallen zu können.

Diagramm der Temperaturentwicklung Juni 2017 vom 11. Mai 2017

Hinweis: Ab Mitte Mai erfolgen an dieser Stelle regelmäßige Aktualisierungen der Wetterprognosen zum Wetter im Juni.

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Das Wetter-Jahr 2019 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2019 +0,6 +1,1 +0,2 80 l/m² - zu nass
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2019 +10,2 +2,0 +1,3 730 l/m² - zu trocken

Wetterfakten im Juni

Statistische Wetter­werte für den Juni

  • Anfang Juni oftmals warmes Hochdruckwetter
  • Anschließend zwischen dem 10. und 20. Juni sehr häufig wechselhaftes und kühles Wetter (Schafskälte)
  • Erste - schwere - Unwetter sind in diesem Zeitraum möglich
  • Warmes Hochdruckwetter wieder ab dem 25. Juni
  • Zeitraum des Siebenschläfertages beginnt am 25. Juni

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