Zum Hauptinhalt springen

Bis +42 Grad: Neue Rekordmarke möglich - dann Unwetter und Abkühlung im Juli

| M. Hoffmann

Das Sommerhoch verstärkt sich über Deutschland zunehmend und erreicht zum Wochenende hin seinen vorläufigen Höhepunkt. Eine südwestliche Strömung transportiert dabei nicht nur schwüle, sondern auch hochsommerlich heiße Luftmassen nach Deutschland., was am Sonntag die Temperaturen gebietsweise sogar auf bis zu +42 Grad ansteigen lässt. Damit würde nicht nur der bisherige Juni-Rekord eingestellt, sondern auch der deutsche Allzeitrekord erreicht werden. Mit dem Erreichen dieser Temperaturspitzen steigt gleichzeitig die Gewittergefahr erheblich an. Schwere Gewitter mit hohem Schadenspotenzial sind insbesondere am Sonntag zu erwarten. Bis Juli könnte sich die Großwetterlage grundlegend umstellen. Ob dieser Wetterumschwung jedoch tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten - entscheidend ist dabei einerseits die Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems und andererseits, wie intensiv die atlantischen Tiefdruckgebiete gegen das stabile Hoch andrücken können.

Bleibt die Hitze im Juli erhalten, oder sorgt ein Wetterumschwung für Abkühlung und Regen?
Bleibt die Hitze im Juli erhalten, oder sorgt ein Wetterumschwung für Abkühlung und Regen?

Am Donnerstag, den 25. Juni, und Freitag, den 26. Juni, erwartet Deutschland überwiegend sonniges Wetter - vielerorts mit einer nahezu maximalen Sonnenscheindauer. In den Nachmittagsstunden können sich zwar vereinzelt Quellwolken entwickeln und vorübergehend für etwas Schatten sorgen, Schauer oder Gewitter sind jedoch zunächst nicht zu erwarten. Lediglich am späten Freitagabend lassen sich über dem äußersten Westen einzelne Gewitter nicht vollständig ausschließen. Der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen, kann aber phasenweise frische Böen bringen. Die Temperaturen steigen auf hochsommerliche +30 bis +38 Grad und über den westlichen Landesteilen sind am Freitag regional sogar Werte um die +40 Grad möglich.

Hitzerekord mit bis +42 Grad, dann schwül-heiß mit schweren Unwettern

Am 27. und 28. Juni (Samstag und Sonntag) verlagert sich das Sommerhoch leicht nach Osten und lenkt im Verbund mit einem Tief auf dem Atlantik aus südlichen Richtungen zunehmend schwül-heiße sowie instabile Luftmassen nach Deutschland. Am Samstag werden verbreitet Temperaturen zwischen +32 und +38 Grad erwartet, örtlich auch bis +40 Grad. Am Sonntag können die Höchstwerte über Teilen von Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie entlang des Rheingrabens sogar bis +42 Grad klettern. Das würde nicht nur den bisherigen Juni-Rekord von +39,6 Grad aus dem Jahr 2019 deutlich übertreffen, sondern auch den deutschen Allzeitrekord von +41,2 Grad, der im Juli 2019 aufgestellt wurde. Dies unterstreicht einmal mehr die außergewöhnliche Dimension der Wetterlage.

Die Schwüle (Taupunkte von +18 bis +26 Grad) und die zunehmende Instabilität der Luftmassen schaffen jedoch auch die Voraussetzungen für teils kräftige Gewitter. Bereits am Samstag können insbesondere westlich einer Linie Hamburg-Ulm sowie über den Alpen regional unwetterartige Entladungen auftreten. Am Sonntag organisiert sich die Gewitteraktivität zu einer ausgeprägten Unwetterfront, die sich ostwärts verlagert und die östlichen Landesteile gegen Abend erfasst. Dabei besteht ein erhöhtes Gefahrenpotenzial: Platz- und Starkregen mit lokalen Überflutungen und Sturzfluten, stürmische Windböen, Blitz- sowie Hagelschlag sind möglich. Lokal können auch tornadoähnliche Ereignisse nicht ausgeschlossen werden.

Wetter Juli: Der Versuch eines Wetterumschwungs

Wer schon länger bei uns zu Gast ist, der kennt den Begriff der Erhaltungsneigung - also die Tendenz der Atmosphäre, einen einmal eingenommenen Zustand beizubehalten. Besonders ausgeprägte Hochdrucksysteme mit heißer Luftmasse sind dafür bekannt, sich durch ihre thermische Stabilität gegenüber Wetterumschwüngen äußerst widerstandsfähig zu zeigen. Ob der von vielen erhoffte Umschwung bis zum 3. Juli tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten - die Vorhersagemodelle sind sich darüber noch uneinig.

Nimmt man jedoch den Mittelwert der Modelle, so zeichnet sich zum Start in die neue Woche vor allem über dem Süden und Osten Deutschlands ein wechselhaftes Bild ab: Kräftiger Niederschlag und verbreitet unwetterartige Gewitter sind möglich. In der zweiten Wochenhälfte, also im Zeitraum bis Anfang Juli, gewinnt das Sommerhoch durch einen Keil des Azorenhochs wieder an Einfluss und drängt die Tiefdruckaktivität zunehmend nach Norden. Ein zumindest vorübergehend spürbarer Wetterwechsel wäre damit wohl nur noch nördlich einer Linie Köln-Berlin zu erwarten.

Dort sinken die Temperaturen bis zum 2. Juli auf +18 bis +24 Grad ab. Im Süden hingegen bleiben mit +25 bis +30 Grad, örtlich auch bis +34 Grad zunächst noch mit weiteren Hitzetage hochsommerlich, bevor sich zum 3. Juli auch dort mit +24 bis +28 Grad und örtlich mit bis +30 Grad die Hitze abmildert. Die extreme Hitze mit Wüstentagen und Temperaturen weit jenseits der +35 Grad-Marke aber ist nach derzeitigem Stand der meisten Vorhersagemodelle Anfang Juli zunächst vom Tisch.

Auch nachts kaum Abkühlung - tropische Nächte mit Schwerpunkt über Süddeutschland

In den Nächten sinken die Temperaturen über Süddeutschland bis zum 30. Juni kaum unter die Marke von +20 Grad ab. Dadurch bleibt es auch nachts ungewöhnlich warm und in der Nacht auf Sonntag verweilen die Tiefstwerte verbreitet zwischen +22 bis +28 Grad, was die Anzahl an tropischen Nächten weiter ansteigen lässt. Anfang Juli entspannt sich die Situation und bis zum 3. Juli können die Tiefstwerte auf +11 bis +18 Grad zurückgehen.

Hitzerekord über Deutschland - schwere Unwetter beenden die historische Hitzewelle noch im Juni, doch ob ein nachhaltiger Wetterumschwung auch tatsächlich gelingt, hängt auch von der Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems ab
Hitzerekord über Deutschland - schwere Unwetter beenden die historische Hitzewelle noch im Juni, doch ob ein nachhaltiger Wetterumschwung auch tatsächlich gelingt, hängt auch von der Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems ab © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Nächste Aktualisierung der Wetterprognose
  • 13:00 Uhr: Wetterprognose Sommer - Wetterumschwung abgeblasen? Wann kommt Regen und wann wird es kühler?

Wetter Deutschland – aktuell

Stand: 17.07.2026 01:10 Uhr
(Darstellung: akt. Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)

Max. Temp. 23,2 °C Lichtentanne (Sachsen)
Min. Temp. 6,2 °C Zugspitze (Bayern)
Max. Böe 71,6 km/h Zugspitze (Bayern)
Max. Niederschlag 24,2 mm Leinefelde (Thüringen)
Sonne (Ø) 0,0 h
Ø Temp. 17,7 °C
Wind (Ø) 8,4 km/h
Niederschlag (Ø) 0,81 mm
Luftdruck (Ø) 1.014,9 hPa

Top-5 Wetterwerte

  • Temperatur (°C) Station
    23,2 Lichtentanne (Sachsen)
    22,9 Freiburg (Baden-Württemberg)
    22,8 Frankfurt - Main-Westend (Hessen)
    22,7 Herzberg (Niedersachsen)
    22,7 Schmieritz-Weltwitz (Thüringen)
  • Temperatur (°C) Station
    6,2 Zugspitze (Bayern)
    11,8 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
    12,6 Eslohe (Nordrhein-Westfalen)
    12,7 Wernigerode-Schierke (Sachsen-Anhalt)
    12,8 Harzgerode (Sachsen-Anhalt)
  • Niederschlag (mm) Station
    24,2 Leinefelde (Thüringen)
    18,0 Helgoland (Schleswig-Holstein)
    4,3 Uetze (Niedersachsen)
    3,2 Algermissen-Groß Lobke (Niedersachsen)
    3,2 Uhlstädt-Kirchhasel-Niederkrossen (Thüringen)
  • Windböe (km/h) Station
    71,6 Zugspitze (Bayern)
    70,6 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
    56,5 Friedrichshafen (Baden-Württemberg)
    55,4 Leinefelde (Thüringen)
    51,8 Weilheim-Bierbronnen (Baden-Württemberg)
  • Sonnenschein (h) Station
    0,0 Arkona (Mecklenburg-Vorpommern)
    0,0 Augsburg (Bayern)
    0,0 Belm (Niedersachsen)
    0,0 Berus (Saarland)
    0,0 Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern)

Daten: Deutscher Wetterdienst

Wetter Deutschland – aktuell

Stand: 16.07.2026 22:30 Uhr
(Darstellung: akt. Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)

Max. Temp. 33,6 °C Lahr (Baden-Württemberg)
Min. Temp. 3,6 °C Zugspitze (Bayern)
Max. Böe 126,7 km/h Mühlacker (Baden-Württemberg)
Max. Niederschlag 42,5 mm Sachsenheim (Baden-Württemberg)
Sonne (Ø) 9,5 h
Ø Temp. 21,9 °C
Wind (Ø) 8,4 km/h
Niederschlag (Ø) 3,57 mm
Luftdruck (Ø) 1.018,1 hPa

Top-5 Wetterwerte

  • Temperatur (°C) Station
    33,6 Lahr (Baden-Württemberg)
    33,6 Rheinfelden (Baden-Württemberg)
    33,5 Emmendingen-Mundingen (Baden-Württemberg)
    33,5 Ohlsbach (Baden-Württemberg)
    33,2 Frankfurt - Main-Westend (Hessen)
  • Temperatur (°C) Station
    3,6 Zugspitze (Bayern)
    7,8 Oberharz am Brocken-Stiege (Sachsen-Anhalt)
    9,2 Eslohe (Nordrhein-Westfalen)
    9,2 Gilserberg-Moischeid (Hessen)
    9,2 Deutschneudorf-Brüderwiese (Sachsen)
  • Niederschlag (mm) Station
    42,5 Sachsenheim (Baden-Württemberg)
    34,9 Bundenthal (Rheinland-Pfalz)
    33,7 Mühlacker (Baden-Württemberg)
    32,9 Gelbelsee (Bayern)
    32,6 Abtsgmünd-Untergröningen (Baden-Württemberg)
  • Windböe (km/h) Station
    126,7 Mühlacker (Baden-Württemberg)
    104,4 Kandern-Gupf (Baden-Württemberg)
    95,4 Lindau (SWN) (Bayern)
    95,0 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
    88,2 Memmingen (Bayern)
  • Sonnenschein (h) Station
    15,2 Leipzig - Halle (Sachsen)
    14,2 Chemnitz (Sachsen)
    14,0 Arkona (Mecklenburg-Vorpommern)
    13,2 Aachen-Orsbach (Nordrhein-Westfalen)
    13,1 Leinefelde (Thüringen)

Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

BEVORZUGTE QUELLE

Unsere Wetteranalysen in Google schneller wiederfinden? Fügen Sie uns als bevorzugte Quelle hinzu.
Unterstützen
Sie uns!
Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Wir freuen uns über einen freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.
Betrag wählen
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)