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Wetteraussichten - Der Sommer kippt im Siebenschläferzeitraum

| M. Hoffmann

Die Hitze erreicht heute mit bis zu +38 Grad ihren vorläufigen Höhepunkt, und es ist nicht auszuschließen, dass mancherorts die Werte noch näher an die +40 Grad-Marke heranrücken. Der Grund für den Warmluftschub ist eine Störung, die sich Deutschland nähert und auf ihrer Vorderseite zunehmend schwül-heiße Luftmassen nach Norden führt, was in der Folge die Wetterlage destabilisieren kann. Die Frage, die sich die Meteorologen derzeit stellen, lautet: Kann sich das Hoch wieder erneuern und stabilisieren und so den Siebenschläferzeitraum bis zum 10. Juli dominieren? Denn die Wetterlage, die sich vom 27. Juni bis 10. Juli einstellt, hat gute Chancen, das Sommerwetter nachhaltig zu prägen.

Schauer und Gewitter werden den Siebenschläferzeitraum begleiten
Schauer und Gewitter werden den Siebenschläferzeitraum begleiten

Schwül-heiß wird es heute über Deutschland. In weiten Teilen sind +29 bis +35 Grad möglich. Nach Westen und Südwesten können sogar bis +38 Grad erreicht werden (Warnlagenbericht). Bis zum späten Nachmittag schießen westlich einer Linie vom Schwarzwald und Berlin Quellwolken hoch, trüben den Sonnenschein weitgehend ein und nördlich einer Linie vom Saarland und Rostock sind die ersten – teils kräftige – Schauer und Gewitter möglich. Der Wind kommt schwach aus südwestlichen Richtungen.

Unwetter, Sommer, Hitze und wieder Unwetter

Die Gewitterfront dehnt sich in der Nacht auf Montag nach Südosten aus und intensiviert sich dabei, was über Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und Bayern zu unwetterartigen Wetterentwicklungen führen kann. Tagsüber schwächt sich die Gewitteraktivität über dem Süden allmählich ab und verlässt Deutschland zum späten Nachmittag über das Berchtesgadener Land in südöstlicher Richtung. Nachfolgend lockert die Bewölkung auf und es kommt zu zeitweiligen Schauern, welche über Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg nennenswert ausfallen können. Der Wind frischt stark böig aus westlichen Richtungen auf und kann über exponierten Lagen sowie den Küsten von Nord- und Ostsee zu stürmischen Windböen führen. Zur Wochenmitte wird es über der Südhälfte mit bis zu +34 Grad noch einmal heiß hergehen, ehe zum Donnerstag die nächste Unwetterfront über Deutschland hinwegrauscht und die Temperaturen bis Freitag auf jahreszeittypische +22 bis +26 Grad absinken lässt. Wer es genauer wissen möchte – Wetter Juni 2025.

Eine turbulente Wetterwoche steht bevor
Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Eine turbulente Wetterwoche steht bevor © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die nächste Hitzewelle bahnt sich im Juli an

Die Großwetterlage ist auf den obenstehenden Wetterkarten bis Ende Juni klar umrissen: Das Islandtief zeigt Präsenz, während das Azorenhoch einen Keil in Richtung Mitteleuropa ausbildet. Infolgedessen kann sich zum Juli eine erneut hochsommerliche Wetterlage entwickeln. Stabilisiert sich das Hoch während des Siebenschläferzeitraums, ist eine länger anhaltende Hitzeperiode durchaus möglich.

Betrachtet man die erweiterte Mittelfrist der Vorhersagemodelle bis zum 2. Juli, so zeigt sich zwar ein Hoch über Mitteleuropa, jedoch gelingt es ihm nicht, sich nachhaltig zu stabilisieren. Die Schauer- und Gewitteraktivität bleibt zunächst gering, nimmt jedoch Anfang Juli wieder zu. Temperaturen zwischen +28 und +34 Grad, örtlich sogar bis zu +38 Grad, ermöglichen weitere Wüstentage und tropische Nächte.

Schwaches Hoch und weitere Unwetter

Nicht nur das Hoch verliert an Kraft – auch die atlantischen Störungen bleiben schwacher Ausprägung. Dadurch entsteht eine gradientenschwache Wetterlage, bei der instabile Luftmassen immer wieder auf Deutschland, die Schweiz und Österreich übergreifen können. Entscheidend für den Siebenschläferzeitraum wird sein, ob sich die Störimpulse behaupten oder ob das Hoch seine Erhaltungsneigung wird durchsetzen können.

Eine schwachgradientige und zu Unwettern neigende Großwetterlage
Die Wettervorhersage nach dem europäischen und amerikanischen Wettermodell: Eine schwachgradientige und zu Unwettern neigende Großwetterlage © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Der Sommer kippt im Siebenschläferzeitraum

Die Luftmasse verharrt Anfang Juli nahezu regungslos – und es fehlt nicht viel, damit sich die wetterbestimmenden Impulse in eine Richtung entwickeln, die für Freunde des Sommerwetters unerwünscht ist.

Betrachtet man die Prognosen der Wettermodelle bis zum 8. Juli, zeigt sich ein markanter Impuls über dem Atlantik. Das Azorenhoch dehnt sich nordwärts in Richtung Grönland aus und prägt maßgeblich die bevorstehende Großwetterlage. Das Hoch über Mitteleuropa zieht sich vollständig zurück, das Strömungsmuster stellt sich auf meridionale Verhältnisse um, und Tiefdruckstörungen können von Skandinavien und dem europäischen Nordmeer bis zu den Alpen austrogen.

Regen und Wind statt Sommerwetter

Das europäische Wettermodell prognostiziert bis zum 7. Juli eine Temperaturentwicklung, die mit Werten zwischen +20 und +25 Grad kaum noch sommerlich anmutet. In Schauernähe kann das Thermometer sogar auf bis zu +16 Grad absinken. Die Vorhersage des amerikanischen Modells fällt deutlich extremer aus: Es lässt eine große Temperaturspanne zu – mit Tageswerten zwischen +28 und +34 Grad einerseits und +16 bis +24 Grad andererseits. Die Folge: eine erhöhte Unwettergefahr.

Störungen im Siebenschläferzeitraum
Die Wettervorhersage nach dem europäischen und amerikanischen Wettermodell: Störungen im Siebenschläferzeitraum © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Krawall- oder Sommerwetter im Siebenschläferzeitraum?

Der Hochsommer zeigt sich bislang nur in kurzen, hitzigen Phasen. Eine dauerhafte Stabilisierung des Hochdrucksystems ist bisher ausgeblieben. Dennoch tritt die Hitze in diesem Jahr ungewöhnlich früh auf. Der bisherige Juni-Rekord liegt bei +39,6 Grad und stammt aus dem Jahr 2019 (weitere Daten und Fakten zum Wetter Juni). Der Rekord könnte unter bestimmten Bedingungen ins Wanken geraten. Da jedoch wiederkehrende Störungen das Hoch unter Druck setzen, bleibt das Unwetterpotenzial hoch. Die Großwetterlage im Siebenschläferzeitraum lässt sich daher nicht mit einem einfachen „entweder – oder“ beschreiben, sondern eher mit einem „sowohl – als auch“ – wie bereits im ersten Sommertrend vom Februar näher erläutert.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen das beständige Auf und Ab. Hitzepeaks werden für den 22. und 26. Juni sowie vom 28. Juni bis zum 2. Juli simuliert. In diesen Phasen liegt die Temperaturanomalie zwischen +4 und +8 Grad. Kumuliert ergibt sich für den Juni im Vergleich zum langjährigen Klimamittel (1961–1990) eine Abweichung von +2,6 bis +3,1 Grad. Ab dem 2. Juli sinkt die Temperaturanomalie über dem Norden auf +1 bis +2 Grad, über dem übrigen Bundesgebiet auf +2 bis +3 Grad. Es bleibt zwar zu warm, doch der Rückgang der Temperaturen deutet auf einen bevorstehenden Wetterwechsel hin.

Die Regenprognose

Zwischen dem 25. Juni und dem 8. Juli sind über dem Norden Deutschlands leicht erhöhte Niederschlagssignale zu erkennen – Schauer und Gewitter bleiben ein Thema. In südlicheren Regionen konzentrieren sich die Regenaktivitäten auf den 27. Juni sowie den 3. und 7. Juli. Insgesamt ist nur mit geringen Mengen zu rechnen, vielerorts bleibt es trocken. Die Kontrollläufe bestätigen somit den Wettertrend einer wechselhaften, aber warmen Südwestwetterlage. Schaun mer mal.

Die wenig stabile Südwestwetterlage ist der Favorit in der Siebenschläferzeit
Die Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die wenig stabile Südwestwetterlage ist der Favorit in der Siebenschläferzeit © www.meteociel.fr
Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
28. Juni +16 bis +31 Grad +24 bis +26 Grad
2. Juli +11 bis +34 Grad +21 bis +23 Grad
7. Juli +14 bis +36 Grad +22 bis +25 Grad
Diagramm Temperaturen Juli 2025
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Juliprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell bestätigt erneut die seit Wochen bestehenden Prognosen: Der Juli könnte mit einer Temperaturabweichung von +2,0 bis +3,0 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 deutlich bis außergewöhnlich warm ausfallen. Selbst im Vergleich zur aktuelleren Referenzperiode 1991 bis 2020 wird weiterhin ein Temperaturüberschuss von +0,6 bis +1,6 Grad prognostiziert.

Die Niederschlagsprognose signalisiert über ganz Deutschland eine ausgeprägt trockene Wetterlage. Insgesamt passt sich diese Entwicklung in das Muster einer stabilen Hochdruckwetterlage ein, die sommerliches bis hochsommerliches Wetter begünstigt – allerdings wird sie bis zum 10. Juli nicht von den Kontrollläufen gestützt. Die Beständigkeit des Hochdrucksystems sollte mit einer Erhaltungsneigung nicht unterschätzt werden.

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)