Wetterbericht: Erst hochsommerlich heiß, dann Unwetter

| M. Hoffmann
Hitze mit nachfolgenden Unwettern über Deutschland

Ein Tiefdrucksystem zieht vom westlichen Europa aus nach Skandinavien und führt auf seiner Vorderseite sehr heiße Luftmassen nach Deutschland, die sich zur Wochenmitte in Form von unwetterartigen Wetterereignissen entladen können.

Sommerwetter. Der anfängliche Regen über dem Nordosten zieht nach Osten ab- und nachfolgend stellt sich ein Wechselspiel aus Sonne und Wolken ein, wobei die sonnigen Anteile von Westen her im Tagesverlauf dominieren. Mit Regen ist nicht mehr zu rechnen. Der Wind kommt über Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen stark böig aus nordwestlichen Richtungen (Windprognose) und schwächt sich nach Süden ab. Die Temperaturen erreichen nördlich einer Linie von Münster und Dresden +18 bis +24 Grad und nach Süden sind bis +28 Grad möglich. Über dem Südwesten sind hochsommerliche +30 Grad nicht auszuschließen.

Sommerwetter

Am 17. Juli (So.) ist südlich einer Linie von Münster und Dresden mit ungehemmtem Sonnenschein von einem nahezu wolkenlosen Himmel zu rechnen. Weiter nach Norden nimmt die Bewölkung zu und kann über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den Sonnenschein nahezu komplett eintrüben. Trotz der vielen Wolken ist nicht mit Regen zu rechnen. Der Wind kommt schwach aus nordwestlichen Richtungen und kann über den Küstenregionen der Ostsee noch böig auffrischen. Die Temperaturen erreichen über der Nordhälfte +20 bis +25 Grad und nach Süden sind bis +30 Grad möglich.

Hochsommer

Am 18. und 19. Juli (Mo. und Di.) dominiert hoher Luftdruck das Wetter über Deutschland. Über dem Norden können gelegentlich Wolken vorüberziehen und etwas Schatten spenden, nach Süden jedoch nimmt die Sonnenscheindauer zu. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen am Montag +26 bis +32 Grad und örtlich bis +36 Grad und am Dienstag sind bis +38 Grad möglich. Über den westlich gelegenen Ballungsgebieten ist am Dienstag das Erreichen der +40 Grad-Marke nicht ausgeschlossen.

Ansteigendes Unwetterpotential

Details bleiben in dieser aktiv-dynamischen Wetterentwicklung noch abzuwarten. Doch bereits in der Nacht auf den 20. Juli (Mi.) erreichen labil geschichtete Luftmassen eines nach Skandinavien ziehenden Tiefdrucksystems Deutschland und sorgt über dem Westen für aufkommende - schwere - Gewitter, die regional unwetterartig ausfallen können. Im Tagesverlauf dehnt sich das Gewitterband nach Osten aus und erreicht zum Abend eine Linie westlich von Hamburg und München. Bevor die Schauer eintreffen, erhitzen sich die Temperaturen auf +32 bis +37 Grad und örtlich bis +40 Grad. Mit den Schauern kühlt es auf +24 bis +28 Grad und örtlich auf bis +22 Grad ab. Noch in der ersten Nachthälfte erreichen die Schauer und Gewitter - unter weiterer Intensivierung - die östlichen Landesteile, sodass schwere Unwetter nicht ausgeschlossen werden können. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und kann in Schauernähe stark böig bis stürmisch auffrischen.

Unwetterartige Schauer und Gewitter

Die Gewitterzelle verlagert sich am 21. Juli (Do.) nach Osten und verharrt dort in einem gradientenschwachen Wetterumfeld, was im Schwerpunkt zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zu kräftigem Niederschlag führen kann, der regional von Starkregen und Gewittern begleitet werden kann. Weiter nach Westen lockert die Bewölkung auf und mit einem trockenen Juli-Tag kann gerechnet werden. Die Temperaturen erreichen nördlich der Linie von Köln und Berlin +18 bis +24 Grad und nach Süden sind +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad möglich. Der Wind frischt böig aus nordwestlichen Richtungen kommend auf.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Juli

  • Ab der zweiten Hälfte läuft der Sommer zur Höchstform auf (Hochsommer)
  • Zumeist sind es auch die Tage zwischen dem 17. und 31. (Hundstage)
  • Das Juliwetter wird häufig durch die Siebenschläferregel beeinflusst (Großwetterlage ist bestimmend, welche sich bis 11. eingestellt hat)
  • Statistisch gesehen: Hochdruck zwischen dem 11. und 15.
  • Schlechtwetter zwischen dem 16. und 22.
  • Heiße Phase zwischen dem 23. und 31.

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