Die ganz große Hitze zieht an Deutschland vorbei, doch erfolgt im Verlauf der Woche eine Hitze-Welle in zwei Etappen, bevor zum Juli ein Wetterumschwung - in der Siebenschläferzeit - die Niederschlagsneigung ansteigen und die Temperaturen zurückgehen lassen kann.

Gemäßigtes Sommerwetter zum Start in den Juli?
Gemäßigtes Sommerwetter zum Start in den Juli?

Im Verlauf der kommenden Woche kommt es mit Höhepunkt am Mittwoch zu einer Hitze-Welle, bei der die Temperaturen mit verbreitet +30 bis +35 Grad und örtlich bis +38 Grad außergewöhnlich heiße Werte erreichen können. Ob dabei der seit 1947 aufgestellte Rekord von +38,2 Grad eingestellt wird, bleibt abzuwarten - möglich ist das vor allem über den Ballungsgebieten. Niederschläge sind von Montag bis Freitag kaum welche zu erwarten und wenn doch, dann in lokaler Form über dem Norden und Osten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juni 2019.

Rekordverdächtig warm

Verantwortlich für den Hitze-Schub ist die Konstellation aus einem Hoch über Mitteleuropa und einem eingekapselten Tief über dem westlichen Europa. Im Verbund der beiden Wettersysteme werden sehr heiße Luftmassen aus Afrika über die Mittelmeerregion bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt.

Vorübergehende Abkühlung

Doch im Unterschied zu den vorangegangenen Wetterprognosen, berechnen die Vorhersage-Modelle heute eine Verschiebung der Hochdruckachse in Richtung England. Somit gelangt Deutschland auf die östliche Strömungskomponente des Hochdrucksystems, was aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Kühl ist in diesem Fall relativ, bewegen sich die Werte mit +24 bis +28 Grad und örtlich bis +33 Grad doch weiterhin im sommerlich bis hochsommerlich heißen Bereich. Die ganz große Hitze aber wird über dem östlichen Spanien und Frankreich weiter westlich nach Norden geführt. Dort können ohne weiteres die +40 Grad überschritten werden.

Die ganz große Hitze wird westlicher nach Norden geführt
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die ganz große Hitze wird westlicher nach Norden geführt © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Hitze

Die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik kommt zum kommenden Wochenende wieder in Schwung und drückt das Hoch - und damit die Warmluftblase - weiter nach Osten. Die Temperaturen steigen im Zeitraum vom 29. Juni bis 1. Juli wieder an und können bis zum 2. Juli verbreitet +25 bis +30 Grad und örtlich bis +36 Grad erreichen.

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Zunehmende Schauer- und Gewitterneigung

Die Tiefdruckaktivität verlagert sich bis zum 1. Juli zwischen Island, England und Skandinavien und bis zum 3. Juli über Skandinavien und dem westlichen Russland. So bleibt die südliche Anströmung der Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz vorerst erhalten, doch werden die Luftmassen zunehmend feuchter und instabiler, was die Neigung zu kräftigen Schauer und Gewittern ansteigen lassen kann.

Zum 3. Juli strebt ein Keil des Azorenhochs nach Norden in Richtung Island auf und im Verbund mit dem Tief kann die Grundströmung auf nördliche Richtungen drehen und etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland führen.

Anfang Juli werden erneut strukturelle Veränderungen der Großwetterlage berechnet
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Anfang Juli werden erneut strukturelle Veränderungen der Großwetterlage berechnet © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Wetterumschwung Anfang Juli

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik gewinnt auch nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells zum Monatsende an Schwung und drückt die Hitze nach Osten, direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz, was die Temperaturen am Wochenende auf +29 bis +34 Grad und örtlich bis +37 Grad ansteigen lassen kann.

Deutlich kühler

Die Tiefdruckgebiete positionieren sich zum 1. Juli über Skandinavien und sorgen für eine zunehmend westliche Grundströmung. Bis zum 5. Juli festigt sich das Tiefdruckzentrum im Bereich der Karasee, Barentssee und England. Über Deutschland ist vom 1. bis 7. Juli mit einer ansteigenden Niederschlagsaktivität zu rechnen, welche zum Monatswechsel auch unwetterartig ausfallen kann. Die Temperaturen gehen langsam zurück und pendeln sich im Verlauf der ersten Juli-Dekade mit +20 bis +25 Grad auf Jahreszeit-typische Werte ein.

Gemäßigtes Juli-Wetter mit einer erhöhten Niederschlagsneigung
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Gemäßigtes Juli-Wetter mit einer erhöhten Niederschlagsneigung © www.meteociel.fr

Wetterwechsel im Siebenschläferzeitraum

Die Temperaturen sind nach den Kontrollläufen im Zeitraum vom 24. bis 30. Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 8 bis 13 Grad zu warm. Der erste Höhepunkt wird am 26. Juni und der zweite am 29./30. Juni berechnet. Anschließend kommt es Anfang Juli zu einem Temperatursturz auf ein Jahreszeit-typisches Niveau.

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Das Temperaturspektrum liegt am 30. Juni zwischen +21 bis +33 Grad (Mittelwert: +26 bis +30 Grad) und am 8. Juli zwischen +16 bis +32 Grad (Mittelwert: +23 bis +25 Grad).

Diagramm Temperaturen Juli 2019 vom 23.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Ansteigende Niederschlagsaktivität

Der Zeitraum vom 24. bis 30. Juni wird von den Kontrollläufen als weitgehend trocken bewertet. Mit Niederschlägen ist also vorerst nicht zu rechnen. Zum Wechsel in den Juli aber nimmt die Niederschlagsneigung zu und ist über dem Süden stärker als über dem Norden ausgeprägt. Anders formuliert bestätigen die Kontrollläufe den Wetterwechsel in den ersten Juli-Tagen.

Wetterprognose Juli nach dem Langfristmodell: Gemäßigtes Sommerwetter

Das Langfristmodell berechnet für den Juli 2019 eine Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad in einem weitgehend normalen Bereich mit Trend etwas zu warm auszufallen. Die Niederschlagsneigung ist gegenüber den vieljährigen Sollwert als normal und im Trend etwas zu trocken zu bewerten.

Auf den Punkt gebracht

Seit Tagen berechnen die Wettermodelle für den Juli eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Wetterumschwung, welcher von den Kontrollläufen weitgehend gestützt wird. Zuvor wird es nochmals richtig heiß und trocken, bevor im Juli die Niederschlagsneigung wieder zunehmen und die Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau (+21 bis +26 Grad) absinken kann. Sowohl eine neuerliche Hitze-Welle, als auch eine deutlich zu kalte Temperaturentwicklung ist - zum aktuellen Stand - nicht in Sicht. Gemäßigtes und durchwachsenes Sommerwetter ist in der ersten Juli-Dekade eine plausible Wetterentwicklung

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