Wetter Juli 2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Juli 2019 aktuelle Wettervorhersage vom 17.06.2019 - Wetterwechsel im Siebenschläferzeitraum?

Mit Hilfe von Schauern und Gewittern und einem Auf und Ab der Temperaturen bleibt der Wettercharakter der kommenden Tage unbeständig. Doch kündigt sich - passend zur Siebenschläferregel - im Ansatz eine strukturelle Veränderung der Großwetterlage an.

Stabilisiert sich die Großwetterlage Anfang Juli?
Stabilisiert sich die Großwetterlage Anfang Juli?

Wenn man so will, ist heute der schönste Tag der Woche zu erwarten. Mit Hilfe eines Zwischenhochs kommt häufiger die Sonne zum Vorschein und es bleibt weitgehend trocken. In den darauffolgenden Tagen steigt die Neigung zu Schauern und Gewittern an und zum kommenden Wochenende sind über dem Süden auch länger andauernde und ergiebige Niederschläge möglich. Die Temperaturen steigen mit +24 bis +28 Grad verbreitet in den sommerlich warmen Bereich an und können über manchen Regionen die +30 Grad Marke überschreiten. Ab der Wochenmitte werden von Westen etwas frischere Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Werte etwas zurückgehen lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juni 2019.

Zwischen den Fronten

Deutschland liegt in den kommenden Tagen zwischen den Fronten. Da ist zum einen die Frontalzone über dem Atlantik und zum anderen ein Hochdruckgebilde über dem östlichen Europa. Mitteleuropa befindet sich somit in einem gradientenschwachen Wetterumfeld und wird von feucht-warmen und labilen Luftmassen dominiert. In Folge daraus kommt es bei einer südwestlichen Grundströmung zu wiederholten Schauern und Gewittern.

Im Verlauf der Woche rückt die atlantische Frontalzone etwas weiter nach Osten vor, was im Schwerpunkt über dem Süden zu länger andauernden und auch kräftigen Niederschlägen führen kann (schleifende Tiefdruckstörung). Für das Wetter im Juli wird von entscheidender Bedeutung sein, wie sich die Fronten zueinander positionieren werden.

Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten in einem labilen Wetterumfeld
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten in einem labilen Wetterumfeld © www.meteociel.fr

Die Wetterentwicklung bis Juli

Der Juni wird mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm ausfallen können. Die aktuelle Temperaturdifferenz beträgt gegenüber dem langjährigen Mittelwert +3,1 Grad und sollte sich in den kommenden Tagen noch nach oben entwickeln können. Vor allem über dem Osten ist die Temperaturabweichung mit mehr als +5 Grad als markant bis historisch zu bewerten. Da liegt es doch nahe anzunehmen, dass es im Juli nun kälter werden sollte - ewig können sich die viel zu warmen Temperaturen doch nicht halten?!

Der Ansatz der Umstrukturierung der Großwetterlage

In den letzten Tagen haben die Wettermodelle immer wieder einen Ansatz der strukturellen Veränderung berechnet. Eine Zonalisierung - also ein westlich orientiertes Strömungsmuster - hat demnach seine Chancen. Wäre aber damit gleichzusetzen, dass das Wetter im Juli 2019 zu nass, windig und gemäßigt warm starten könnte. Ein klassisches Ausgleichsverhalten also?

Die Zonalisierung kommt ins Stocken

Seit April hält sich die gestörte Zirkulation und war auch im Zeitraum vom Februar bis November 2018 für Deutschland, Österreich und der Schweiz wetterbestimmend. Das beweist einmal mehr, dass sich ein eingespieltes Zirkulationsmuster über längere Zeit behaupten kann (Erhaltungsneigung). Je länger sich ein solches Muster behaupten kann, desto schwerer fällt die - nachhaltige - Umstrukturierung in ein anderes Muster (Ausgleichsverhalten).

Hält sich die gestörte Zirkulation bis in den Juli hinein?

Schaut man sich nun die aktuellen Wetterprognosen beider Vorhersage-Modelle an, so erkennt man bis zum 27. Juni eine weitgehend übereinstimmende Wetterentwicklung. Von einer nachhaltigen Umstrukturierung in Richtung einer zonalen Großwetterlage ist nicht mehr viel zu erkennen. Sowohl das Hoch auf dem Atlantik, als auch über dem östlichen Europa streben nach Norden auf und lassen zwischen England und Spanien die Tiefdrucksysteme nach Süden abtropfen.

Heiße Wetterphase? Kommt darauf an!

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit bis zum Start in den Juli zwischen den Fronten. Mit einer stabilen Wetterentwicklung ist nach wie vor nicht zu rechnen. Stattdessen kommt es darauf an, wie sich die Wettersysteme zueinander positionieren werden. Zum aktuellen Stand entsteht eine im Zeitraum vom 23. bis 29. Juni eine warme bis heiße Südanströmung der Luftmassen, doch kommt es auf wenige hundert Kilometer an. Liegt das nach Süden abtropfende Tief nur etwas weiter östlich, so können die Temperaturen gemäßigt warm bis etwas zu kühl ausfallen.

Eine Zonalisierung sieht anders aus
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine Zonalisierung sieht anders aus © www.meteociel.fr

Strukturelle Veränderungen?

Die oben gezeigte Wetterkarte entspricht dem Muster einer gestörten Zirkulation. Das Hoch auf dem Atlantik verhindert, bzw. schwächt die Wetteraktivität auf dem Atlantik ab, gleichzeitig setzt sich ein meridionales Strömungsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) durch und die Energie wird aus dem System genommen. Ein neuer Anlauf ist nötig, welcher - rein von der zeitlichen Abfolge - in den Juli fallen kann.

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Mischwetter - keine klaren Strukturen

Schaut man sich die Druckanomalien bis zum 27. Juni an, so erkennt man das Dilemma. Weder das Hoch, noch die atlantischen Tiefdruckgebiete können sich über Mitteleuropa nachhaltig durchsetzen und so kommt es zu dieser Mischform, bzw. dem abwechslungsreichen Wettercharakter. Von entscheidender Bedeutung aber könnte die Tiefdruckentwicklung über der Polarregion sein, welche sich in Richtung Juli abschwächt. Eine Zonalisierung ist somit infrage zu stellen.

Druckanomalie bis 27. Juni
Druckanomalie bis 27. Juni - Eine nachhaltige Umstrukturierung mit einem zonalen Strömungsmuster ist infrage zu stellen © climatereanalyzer.org

Unbeständig in den Juli

Das ist und bleibt - auch gemäß den Kontrollläufen - derzeit die wahrscheinlichste Option. Die Entscheidung, welche Großwetterlage den Sommer wird bestimmen können, wird zugleich in den Juli hinein vertragt. Das Temperaturniveau der Kontrollläufe liegt im Vergleich zum langjährigen Mittelwert vom 22. Juni bis 2. Juli in einem für die Jahreszeit etwas zu warmen Bereich. Eine vorübergehende Hitzeperiode hätte im Zeitraum vom 24. bis 26. Juni seine Chancen.

Auch Anfang Juli - keine klaren Strukturen der Großwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach amerikanischen Vorhersage-Modell: Auch Anfang Juli - keine klaren Strukturen der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe bewegt sich am 26. Juni zwischen +15 bis +32 Grad (Mittelwert: +20 bis +23 Grad) und am 2. Juli zwischen +13 bis +28 Grad (Mittelwert: +20 bis +21 Grad). Die Niederschlagsprognose ist bis zum 2. Juli leicht bis mäßig erhöht und ein relativ trockener Wettercharakter könnte im Zeitraum vom 23. bis 25. Juni bevorstehen.

Diagramm Temperaturen Juli 2019 vom 17.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Momentan deutet vieles darauf hin, dass sich der abwechslungsreiche und zu Schauern und Gewittern neigende Wettercharakter bis in den Juli hinein nur unwesentlich verändern. Das Temperaturniveau sinkt im Verlauf der letzten Juni-Dekade um durchschnittlich 2 bis 4 Grad ab, bleibt aber im Vergleich zum langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Anders formuliert hat ein durchwachsener aber jahreszeitlich etwas zu warmer Wettercharakter Anfang Juli derzeit die höchste Eintreffwahrscheinlichkeit.

Nichtsdestotrotz befindet sich die Entwicklung der Großwetterlage in einer erneut kritischen Phase. Gelingt der Durchbruch der atlantischen Frontalzone, oder sorgt die Erhaltungsneigung weiterhin für eine gestörte Zirkulation? Die erste Juli-Dekade wird dafür entscheidend sein. Das ist zugleich der Zeitraum der Siebenschläferregel (27. Juni bis 7. Juli). Die Großwetterlage, welche sich bis dahin eingestellt hat (Struktur des Jetstreams), kann das Wetter im Sommer nachhaltig beeinflussen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Juli

Statistische Wetterwerte für Juli

  • Ab Mitte Juli läuft der Sommer zur Höchstform auf (Hochsommer)
  • Zumeist sind es auch die Tage zwischen dem 17. und 31. Juli (Hundstage)
  • Der Juli wird häufig durch die Siebenschläferregel beeinflusst (Großwetterlage ist bestimmend, welche sich bis 11. Juli eingestellt hat)
  • Statistisch gesehen: Hochdruck zwischen dem 11. und 15. Juli
  • Schlechtwetter zwischen dem 16. und 22. Juli
  • Heiße Phase zwischen dem 23. und 31. Juli

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