Der erste Sommermonat, der Juni, glänzte bisweilen mit einem steten Auf und Ab der Temperaturen bei einer wenig stabilen Sommerwetterlage. Immer wieder gelang es Tiefdrucksystemen der atlantischen Frontalzone sich bis nach Skandinavien durchzusetzen und auf ihrer Vorderseite sehr warme und auf der Rückseite entsprechend kühle Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz zu führen. Zum aktuellen Stand beträgt die Temperaturabweichung der bereits vergangenen Juni Tage gegenüber dem langjährigen Mittelwert +1,6 Grad und blickt man auf die Wetterentwicklung der kommenden Tage und bis Ende Juni, so ist keine "Kältewelle" in den Simulationen der Wettermodelle zu erkennen, welche den Temperaturüberschuss noch normalisieren könnte. In Folge dessen wird der Juni als erster Sommermonat wohl zu warm ausfallen können.

Wetteraussichten Sommer 2017: Die Wetterentwicklung im Siebenschläferzeitraum

Gemeinhin gilt der 27. Juni als Siebenschläfertag und wie sich das Wetter an diesem Tage zeigt, so sollen die kommenden sieben Wochen verlaufen und damit das Wetter im Sommer maßgeblich beeinflussen können. Statistisch gesehen ist diese Regel an einem Tag aber nicht ganz korrekt und erstreckt sich meist auf einen Zeitraum vom 27. Juni bis 11. Juli. So wie sich die Großwetterlage in diesem Zeitraum entwickelt, so ist dieser mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für die nächsten sieben Wochen zu erwarten.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 27. Juni bis 5. Juli einen stets gleichen Ablauf der Entwicklung der Großwetterlage, welcher sich gegenüber der aktuellen Entwicklung kaum unterscheidet. So gelingt es dem Azorenhoch Ende Juni und Anfang Juli immer wieder einen Hochdruckkeil in Richtung Deutschland, Österreich und die Schweiz aufzubauen, während zur gleichen Zeit die Tiefdruckrinne der atlantischen Frontalzone zwischen Neufundland, Island und Skandinavien aktiv sein kann. Somit bleibt die Wetterentwicklung nach diesen Berechnungen in den ersten Juli Tagen wenig stabil, die Temperaturen sind aber mit +20 bis +25 Grad durchaus als sommerlich zu bezeichnen und entsprechen im Mittelwert von +21 Grad durchaus dem für Juli Jahreszeit typischen Durchschnittswert. Hitzeperioden sind weniger wahrscheinlich.

Sommer, Sonne, Strand und blaues Wasser
Sommer, Sonne, Strand und blaues Wasser, der Hochsommer im Juli - auch in 2017?

Verifikation der Simulation Anfang Juli

Wie wahrscheinlich ist eine "normale" Temperaturentwicklung in den ersten Julitagen und wie stehen die Chancen auf eine stabile Wetterlage? Die ersten Bundesländer starten mit dem kommenden Wochenende in die Sommerferien, insofern ist die Frage nach dem Wetter durchaus berechtigt, auch wenn das Entwicklungsspektrum für Anfang Juli noch breit aufgestellt ist und noch viele Variationen ermöglicht. Allerdings bestätigen die sog. Kontrollläufe in den letzten Tagen einen steten Abwärtstrend der Temperaturen, welche Ende Juni noch über und Anfang Juli unter dem langjährigen Mittelwert im etwas zu kalten Bereich liegen können. Es ist also keinesfalls gesichert, als dass der Juli 2017 sommerlich warm starten wird.
Zudem wird die Niederschlagsneigung nach den Kontrollläufen vom 1. bis 5. Juli generell leicht erhöht simuliert, was eine stabile Sommerwetterlage zum heutigen Stand wenig wahrscheinlich macht. Anders formuliert: Der Juli hat eine höhere Wahrscheinlichkeit durchwachsen und normal zu starten.

Langfristmodell: normale Wetteraussichten für den Juli 2017

Der zweite Sommermonat soll nach der heutigen Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad etwas zu warm ausfallen können. Auch hier bestätigt sich: eine Hitzewelle, wie sie aktuell vorherrschend ist, ist Anfang Juli zunächst einmal nicht in Sicht und damit weniger wahrscheinlich. In der Niederschlagsentwicklung wird der Juli 2017 vom Langfristmodell gegenüber seinem Sollwert normal und im Trend leicht zu trocken berechnet. Wie sich der Juli im Vergleich zu den anderen Sommermonaten nach den Berechnungen des Langfristmodells entwickeln kann, zeigt sich deutlicher im nachfolgenden Diagramm.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 19.06.2017

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