Die Zirkulationsstruktur bleibt in den Simulationen beider Wettermodelle bis zum Ende des Juni unterschiedlich und gleichermaßen komplex (s. Wetterprognose Sommer). Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so mäandriert das Zirkulationsmuster zum Monatsende was in einem wenig dynamischen Umfeld der Systeme zueinander zu unterschiedlichen Wetterverhältnissen führen kann - Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das für die Zirkulationsstruktur verantwortliche Hochdrucksystem positionieren wird. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so zeigt sich in den ersten Juli-Tagen eine auflebende Westwindzirkulation, welche mit einer von Neufundland über Island bis nach Skandinavien für erneut wechselhaftes, teils windiges und mäßig warmes bis warmes Wetter sorgen kann. In einer weiteren Variante kann sich aber auch durch den zunehmend tiefen Luftdruck auf dem Atlantik eine stabilere und nördlichere Position eines Keils des Azorenhochs ergeben, so dass Deutschland weitgehend in dessen Einflussbereich gelangen kann. Anders formuliert zeigt sich auch in den heutigen Simulationen für Anfang Juli eine geringere Wahrscheinlichkeit für stabile Wetterverhältnisse. Was kann für den bisher so verhaltenen Sommer verantwortlich sein? Ein wesentlicher Faktor hierfür ist das sog. El Niño Phänomen, welches in regelmäßigen Abständen im ENSO-Bericht untersucht wird. Im aktuellen Bericht ergeben sich keine sonderlichen Abweichungen gegenüber den letzten Auswertungen, so steht im Fazit:
There is a greater than 90% chance that El Niño will continue through Northern Hemisphere fall 2015, and around an 85% chance it will last through the 2015-16 winter.
Was hat ein El Niño Phänomen zur Folge? Vereinfacht ausgedrückt kommt es bei einem El Niño mit höherer Wahrscheinlichkeit über der nördlichen Hemisphäre häufiger zu Trogwetterlagen (meridionale Struktur). Nun bedeutet aber eine meridionale Struktur über Europa, bzw. dem nördlichen Europa nicht zwangsläufig auch kühle Temperaturen über Deutschland - auch hier ist die Lage der möglichen Kaltluftadvektion (Trog) für einen warmen, bzw. zu kalten Temperaturverlauf entscheidend. Das interessante am Ausblick des letzten Fazit ist jedoch die Anmerkung, dass das Phänomen zum heutigen Stand mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent auch über die Wintermonate anhalten kann - insofern kann bereits heute darüber diskutiert/spekuliert werden, ob der kommende Winter nochmals zu warm ausfallen wird, oder ob er in die normale oder leicht zu kühle Richtung tendiert. Aber wir sind derzeitig noch im Juli und konzentrieren uns auf den Sommer - wann kommt der Sommer, bzw. wann ist mit stabilen Wetterverhältnissen zu rechnen? Blickt man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), so liegen diese am 4. Juli bei 15/40/45 (gestern: 15/30/55) und am 6. Juli bei 35/50/15, so zeigt sich hinsichtlich einer hochsommerlichen Wetterphase noch keine "bahnbrechende" Entwicklung. Das Langfristmodell bleibt seiner Wetterprognose für Juli der letzten Tage treu und weist die Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als normal aus und im Trend auch leicht zu kühl (-1/+0,5 Grad). Im Niederschlagsverhalten wird eine leicht negative Entwicklung für den Juli simuliert. Spannend bleibt die Wetterentwicklung vor allem hinsichtlich der Siebenschläfer-Regel welche zwischen dem 5./10. Juli eine statistische Häufung aufweist und das Wetter in den darauffolgenden Wochen beeinflussen kann.

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