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Wetter: Polarluft gegen Warmluft - Deutschland vor markanter Unwetterlage

| M. Hoffmann

Der Niederschlag intensiviert sich von Westen und dehnt sich mit einem stark böigen bis stürmischen Wind nach Nordosten aus und trifft dabei auf die polare Luftmasse über Deutschland. So kann sich im Zeitraum von Donnerstagabend bis einschließlich 12. Januar eine Unwetter- und Gefahrenlage über Deutschland einstellen und neben einem Schneesturm sind auch unwetterartige Neuschneemengen, kräftiger Regen, Eisregen, gefrierender Regen und spiegelglatte Straßen in diesem Zeitraum möglich.

Der Januar will es chaotisch - Tiefdrucksysteme der Frontalzone erreichen Deutschland und lassen mit Schnee, Eis, Frost, Eisregen das Unwetter- und Gefahrenpotential drastisch ansteigen © Martin Bloch
Der Januar will es chaotisch - Tiefdrucksysteme der Frontalzone erreichen Deutschland und lassen mit Schnee, Eis, Frost, Eisregen das Unwetter- und Gefahrenpotential drastisch ansteigen © Martin Bloch

Bei zunächst noch starker bis wechselnder Bewölkung kommt es heute noch zu regional leichtem Schneefall, der sich zum Nachmittag von Südwesten intensiviert und sich noch in der ersten Nachthälfte südlich einer Linie zwischen Münster und Dresden ausdehnen kann (Schneeprognose). Der Niederschlag gehört zu einem Sturmtief, welches sich am 9. Januar (Fr.) über den Mittelgebirgen eindreht und über Teilen von Deutschland zu Unwettern führen kann. Das Tief führt auf seiner Vorderseite mit einem stürmisch auffrischenden Wind warme Luftmassen nach Norden, welche auf die ruhende Polarluft trifft. Noch in der Nacht ist über dem Süden ein Temperatursprung von -5 auf +4 bis +8 Grad zu erwarten. In der Übergangsphase ist an Niederschlagsarten alles vertreten und geht der Niederschlag in Regen über, so kann es auf dem noch gefrorenen Boden spiegelglatt werden. Der Niederschlag dehnt sich am Freitag weiter nach Norden aus und erreicht zum Nachmittag Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Da sich das Tief gegen den Uhrzeigersinn dreht, kommt der Wind über dem Norden aus Osten und führt nördlich der Linie Dresden-Münster mit -8 bis +0 Grad kalte Festlandsluft nach Westen, während weiter nach Süden Werte von +2 bis +6 Grad zu erwarten sind. Der Wind bleibt stürmisch und kann über den Küsten und exponierten Lagen zu schweren Sturmböen führen, was in Kombination mit dem Schneefall auch einen Schneesturm mit erheblichen Verwehungen zur Folge haben kann. Weiter nach Süden geht der Niederschlag kurzzeitig unterhalb 1.000 Meter in Regen über, wobei die Schneefallgrenze zum Abend auf 400 bis 600 Meter absinkt. Entsprechend hoch ist das Unwetterpotential.

Winter kommt zurück - kräftiger Schneefall über dem Süden

Das Sturmtief dreht sich am 10. Januar (Sa.) über Deutschland ein und verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung der Alpen. Es handelt sich um Rückseitenwetter, bei der das Tief durch seine Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn die polare Luftmasse über dem Norden wieder nach Süden führt. So sind nördlich einer Linie Mannheim-Nürnberg Höchsttemperaturen von -10 bis -2 Grad zu erwarten, während die Werte südlich davon um den Gefrierpunkt herum schwanken. Bei überwiegend starker Bewölkung gibt es zeitweilig länger andauernden und ergiebigen Schneefall, der sich im Tagesverlauf von der Mitte in Richtung der Alpen verlagert. Weiter nach Norden klingt der Niederschlag ab und zum Nachmittag sind nördlich der Linie Köln-Berlin noch ein paar Sonnenstrahlen möglich. In der Nacht auf den 11. Januar (So.) schneit es südlich einer Linie zwischen Stuttgart und München weiter. Der Schneefall zieht sich im Tagesverlauf weiter über die Alpen nach Süden zurück und von Norden setzt sich bei auflockernder Bewölkung vermehrt die Sonne durch. Die Temperaturen sinken auf Höchstwerte von -10 bis -3 Grad ab und können in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf -17 bis -7 Grad absinken. Ab Sonntagabend verdichtet sich von Westen die Bewölkung und nachfolgend setzt noch in der ersten Nachthälfte über dem Westen kräftiger Niederschlag ein.

Grenzwetterlage über Deutschland - Erneut erhöhte Unwettergefahr

Der Niederschlag, der am Sonntagabend über dem Westen einsetzt, zieht in der Nacht auf den 12. Januar (Mo.) weiter nach Norden und erreicht zum späten Nachmittag die östlichen Landesteile. Das Tief dreht sich mit seinem Kern über der Nordsee ein und führt aus südwestlichen Richtungen milde Luftmassen nach Deutschland, die erneut auf kalte Polarluft trifft. Die Temperaturen erreichen zum Berufsverkehr östlich einer Linie Bremen und München -12 bis -6 Grad und weiter nach Westen -1 bis -4 Grad. Der Niederschlag der Nacht geht somit überwiegend als Schnee nieder und kann westlich der Linie zwischen Bremen und Stuttgart zu erheblichen Verkehrsproblemen führen. Mit der Verlagerung der Niederschlagsfront nach Osten wird es von Westen mit milder, was die Temperaturen bis zum Abend westlich der Linie Hamburg und München auf +2 bis +6 Grad und über dem Südwesten auf bis +8 Grad ansteigen lassen kann. Weiter nach Osten und Nordosten bleibt es mit -5 bis +0 Grad frostig, sodass der Niederschlag überwiegend als Schnee niedergehen kann. Weiter nach Westen ist unterhalb etwa 1.000 Meter mit einem Übergang von Schnee auf Regen zu rechnen, wobei in der Übergangsphase sich erneut erhebliche Glätte einstellen kann. Insbesondere über dem Süden ist ergiebiger Dauerniederschlag zu erwarten, sodass sich eine erhöhte Unwettergefahr einstellen kann.

Starkes Tauwetter

Das Tief bleibt am 13. Januar (Di.) westlich von Deutschland und führt auf seiner Vorderseite vergleichsweise warme Luftmassen nach Nordosten. So steigen die Temperaturen über dem Südwesten auf bis +12 Grad an, während der Nordosten erst zum Abend mit bis +1 Grad frostfrei wird. Begleitet wird das fortschreitend starke Tauwetter von dichter Bewölkung und zeitweiligem Niederschlag, der über dem Westen bis auf die höheren Lagen in Regen übergeht und über dem Nordosten noch als Schnee, Schneeregen, Eisregen und zum Abend als gefrierender Regen niedergehen kann. Entsprechend hoch ist über dem Osten und Nordosten noch das Unwetterpotential.

Chaotisches Winterwetter mit erhöhtem Unwetterpotential
Chaotisches Winterwetter mit erhöhtem Unwetterpotential © www.meteociel.fr || wxcharts.com
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Wetter Deutschland – aktuell

Stand:
(Darstellung: akt. Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)

Max. Temp. 15,1 °C Müllheim (Baden-Württemberg)
Max. Böe 76,7 km/h Brocken (Sachsen-Anhalt)
Max. Niederschlag 8,9 mm Lautertal - Odenwald-Reichenbach (Hessen)
Sonne (Ø) 2,0 h
Ø Temp. 5,3 °C
Min. Temp. -8,2 °C Zugspitze (Bayern)
Wind (Ø) 11,9 km/h
Niederschlag (Ø) 1,24 mm
Luftdruck (Ø) 1.014,6 hPa

Top-5 Wetterwerte

  • Temperatur (°C)Station
    15,1 Müllheim (Baden-Württemberg)
    14,8 Emmendingen-Mundingen (Baden-Württemberg)
    14,8 Ohlsbach (Baden-Württemberg)
    14,5 Freiburg (Baden-Württemberg)
    14,2 Rheinstetten (Baden-Württemberg)
  • Temperatur (°C)Station
    -8,2 Zugspitze (Bayern)
    -4,1 Kiefersfelden-Gach (Bayern)
    -4,1 Karlshagen (Mecklenburg-Vorpommern)
    -3,7 Feldberg - Mecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern)
    -3,7 Piding (Bayern)
  • Niederschlag (mm)Station
    8,9 Lautertal - Odenwald-Reichenbach (Hessen)
    8,1 Neckargemünd-Kleingemünd (Baden-Württemberg)
    7,2 Fichtelberg - Oberfranken-Hüttstadl (Bayern)
    6,3 Birkenau (Hessen)
    6,2 Markt Bibart (Bayern)
  • Windböe (km/h)Station
    76,7 Brocken (Sachsen-Anhalt)
    64,1 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
    63,4 Fichtelberg (Sachsen)
    54,4 Trier-Petrisberg (Rheinland-Pfalz)
    53,6 List auf Sylt (Schleswig-Holstein)
  • Sonnenschein (h)Station
    6,5 Zugspitze (Bayern)
    6,2 Hohenpeißenberg (Bayern)
    6,2 Stötten (Baden-Württemberg)
    6,1 Kempten (Bayern)
    6,1 Ulm-Mähringen (Baden-Württemberg)

(Daten: Deutscher Wetterdienst)

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