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Wettervorhersage: Ein Sturm zieht auf und bringt mit Schnee, Eisregen und Regen turbulentes Wetter

| M. Hoffmann

Das ruhige und frostige Winterwetter neigt sich seinem Ende entgegen. Doch die Übergangsphase gestaltet sich vom 8. bis 12. Januar als turbulent und in Phasen auch chaotisch. Die Polarluft weicht nicht so schnell und kann den Norden und Osten weiterhin dominieren, was am Freitag einen Schnee- oder Wintersturm mit orkanartigen Böen nicht ausschließen lässt. Weiter nach Süden kommt es am Freitag zu einem Temperatursprung auf bis +10 Grad, gefolgt von einem Temperatursturz und einer absinkenden Schneefallgrenze am Samstag, bevor zum Sonntag der nächste Temperatursprung folgt. Entsprechend hoch ist das Unwetterpotenzial in diesem Zeitraum.

Eine Sturmfront erreicht Deutschland und kann neben Schnee, Eis und Regen mancherorts einen Schnee- oder Wintersturm auslösen © Uli Brüderlin
Eine Sturmfront erreicht Deutschland und kann neben Schnee, Eis und Regen mancherorts einen Schnee- oder Wintersturm auslösen © Uli Brüderlin

Der Tag beginnt östlich einer Linie zwischen dem Schwarzwald und Hamburg noch verbreitet mit Sonnenschein, während von Westen die Bewölkung immer dichter wird. Die Bewölkung dehnt sich bis zum Abend weiter nach Osten aus und trübt den Sonnenschein zunehmend ein. Nachfolgend setzt Schneefall ein, der sich noch in der ersten Nachthälfte westlich einer Linie zwischen Rostock und München nach Osten ausdehnen kann (Schneeprognose). Die Temperaturen erreichen -5 bis +0 Grad und können über den westlich gelegenen Ballungsgebieten sowie über den Küsten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf bis +3 Grad ansteigen. Der Wind frischt im Tagesverlauf böig und zum Abend auch kräftig aus südlichen Richtungen kommend auf. Am 7. Januar ändert sich beim Wetter nicht viel. Bei überwiegend starker Bewölkung kommt es zu leichtem Niederschlag, welcher bei Temperaturen von -5 bis +1 Grad noch verbreitet als Schnee niedergeht und über dem Westen und entlang des Rheingrabens zum Abend mit bis +4 Grad in Regen übergehen kann.

Schneesturm über dem Norden möglich - Sturmfront erreicht Deutschland

Noch am Donnerstagabend intensiviert sich der Niederschlag über dem Westen und zieht in der Nacht auf den 8. Januar (Fr.) rasch nach Nordosten und trifft dort noch auf die polare Luftmasse, was bei Temperaturen von -7 bis +0 Grad nördlich einer Linie zwischen Bremen und Dresden den Niederschlag als Schnee oder gefrierenden Regen niedergehen lassen kann. Weiter nach Südwesten treibt ein Temperatursprung die Werte mit +4 bis +8 Grad ordentlich in die Höhe, sodass der Niederschlag unterhalb etwa 1.000 Meter rasch in Regen übergeht. In der Übergangsphase kann es mit dem gefrorenen Boden noch zu gefrierendem oder überfrierendem Regen mit erheblicher Glätte kommen. Entsprechend hoch ist das Unwetterpotenzial. Der Wind frischt über dem Süden stark böig aus westlichen und über dem Norden stürmisch aus östlichen Richtungen kommend auf. In Richtung der Küsten können sogar orkanartige Ostwinde nicht ausgeschlossen werden, was im Zusammenspiel mit dem möglichen Schneefall einen Schneesturm mit erheblichen Verwehungen zur Folge haben kann.

Wetter kippt - Kälte und Schneefall kommen zurück

Das Sturmtief dreht sich am 9. und 10. Januar (Sa. und So.) über Deutschland ein und verliert dabei an Dynamik. Die Dynamik reicht jedoch aus, um die Polarluft aus Nordost erneut anzuzapfen und führt diese mit der sog. Rückseitenströmung wieder nach Süden. Die Temperaturen erreichen nördlich einer Linie zwischen Münster und Dresden Höchstwerte von -8 bis -2 Grad und nach Süden schwanken die Werte um den Gefrierpunkt, können nach Westen und entlang des Rheingrabens bis +4 Grad erreichen. Der Niederschlag geht am Samstag über dem Norden überwiegend als Schnee nieder und nach Süden oberhalb etwa 300 bis 600 Meter in Schnee über. Darunter kann auch Schneeregen oder Regen eine Rolle spielen. Zum Sonntag klingt der Niederschlag ab, staut sich jedoch noch bis zum Nachmittag an den Alpen, sodass über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern mit weiterem Schneefall zu rechnen ist.

Die nächste Welle erreicht Deutschland - starkes Tauwetter setzt ein

Noch am Sonntagabend intensiviert sich der Niederschlag über dem Südwesten. Dazu frischt der Wind stark böig bis stürmisch auf und sorgt für den nächsten Temperatursprung. So können die Werte in der Nacht auf den 12. Januar (Mo.) über dem Südwesten und Westen auf +4 bis +8 Grad und örtlich auf bis +10 Grad ansteigen. Der anfängliche Schneefall geht rasch in Regen über. Im Tagesverlauf zieht das Niederschlagsfeld weiter nach Osten und erreicht zum Nachmittag die östlichen Bundesländer. Dort herrscht etwa östlich einer Linie zwischen Hamburg und dem Bayerischen Wald mit -5 bis -1 Grad Dauerfrost vor, was erneut zu kräftigem Schneefall und an der Temperaturgrenze auch zu Eisregen mit erheblicher Glätte führen kann. Entsprechend hoch ist das Unwetterpotenzial.

Der Winter weicht zurück und ermöglicht turbulente bis chaotische Wetterverhältnisse im Januar
Der Winter weicht zurück und ermöglicht turbulente bis chaotische Wetterverhältnisse im Januar © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Nächste Aktualisierung der Wetterprognose
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Wetter Deutschland – aktuell

Stand:
(Darstellung: akt. Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)

Max. Temp. 15,1 °C Müllheim (Baden-Württemberg)
Max. Böe 76,7 km/h Brocken (Sachsen-Anhalt)
Max. Niederschlag 8,9 mm Lautertal - Odenwald-Reichenbach (Hessen)
Sonne (Ø) 2,0 h
Ø Temp. 5,3 °C
Min. Temp. -8,2 °C Zugspitze (Bayern)
Wind (Ø) 11,9 km/h
Niederschlag (Ø) 1,24 mm
Luftdruck (Ø) 1.014,6 hPa

Top-5 Wetterwerte

  • Temperatur (°C)Station
    15,1 Müllheim (Baden-Württemberg)
    14,8 Emmendingen-Mundingen (Baden-Württemberg)
    14,8 Ohlsbach (Baden-Württemberg)
    14,5 Freiburg (Baden-Württemberg)
    14,2 Rheinstetten (Baden-Württemberg)
  • Temperatur (°C)Station
    -8,2 Zugspitze (Bayern)
    -4,1 Kiefersfelden-Gach (Bayern)
    -4,1 Karlshagen (Mecklenburg-Vorpommern)
    -3,7 Feldberg - Mecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern)
    -3,7 Piding (Bayern)
  • Niederschlag (mm)Station
    8,9 Lautertal - Odenwald-Reichenbach (Hessen)
    8,1 Neckargemünd-Kleingemünd (Baden-Württemberg)
    7,2 Fichtelberg - Oberfranken-Hüttstadl (Bayern)
    6,3 Birkenau (Hessen)
    6,2 Markt Bibart (Bayern)
  • Windböe (km/h)Station
    76,7 Brocken (Sachsen-Anhalt)
    64,1 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
    63,4 Fichtelberg (Sachsen)
    54,4 Trier-Petrisberg (Rheinland-Pfalz)
    53,6 List auf Sylt (Schleswig-Holstein)
  • Sonnenschein (h)Station
    6,5 Zugspitze (Bayern)
    6,2 Hohenpeißenberg (Bayern)
    6,2 Stötten (Baden-Württemberg)
    6,1 Kempten (Bayern)
    6,1 Ulm-Mähringen (Baden-Württemberg)

(Daten: Deutscher Wetterdienst)

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)