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Wetterprognose: Wetter kippt - Weihnachten mit Schnee und der Vollwinter im Januar

| M. Hoffmann

Weiße Weihnachten sind weiterhin möglich, da rechtzeitig zu Heiligabend die Temperaturen spürbar zurückgehen, die Schneefallgrenze bis auf die tieferen mittleren Lagen absinkt und über dem Süden eine Schneedecke bringen kann. Nachfolgend setzt sich über dem Norden Dauerfrost durch, während sich der Frost über dem Süden oberhalb etwa 400 bis 600 Meter zurückzieht. Der Winter zeigt sich über Weihnachten zweigeteilt und ob er mit voller Wucht den Hochwinter im Januar nach Deutschland bringt, hängt einzig und allein von der Positionierung eines Hochdrucksystems ab.

Schafft der Vollwinter im Januar den Sprung von Skandinavien nach Deutschland? © Martin Bloch
Schafft der Vollwinter im Januar den Sprung von Skandinavien nach Deutschland? © Martin Bloch

Sonne und Wolken wechseln sich über Deutschland noch bis einschließlich des 22. Dezember ab. Heute können über dem Westen ein paar Regentropfen beim Niedergang beobachtet werden, sonst bleibt es trocken. Hält der Nebel dicht, erreichen die Temperaturen kaum die +5 Grad-Marke. Sonst sind +6 bis +12 Grad und mancherorts sogar bis +14 Grad möglich. Der Wind kommt zunächst schwach aus südlichen und dreht zum 4. Advent auf östliche Richtungen.

So wird das Wetter Weihnachten: Frost und Schnee

Der Wind intensiviert sich am 23. Dezember und bläst mit einem östlichen Wind die Nebelfelder weg und ersetzt diese durch starke Bewölkung, aus der durchaus auch kurze sonnige Abschnitte hervorgehen können. Bleibt es tagsüber trocken, so setzt in der Nacht auf den 24. Dezember von Osten Niederschlag ein, der sich im Schwerpunkt etwa südlich einer Linie zwischen dem Saarland und Dresden ausdehnt. Tagsüber erreicht das Niederschlagsfeld die Linie zwischen Köln und Berlin. Der stark böige und über exponierten Lagen auch stürmische Ostwind lässt die Temperaturen mit -1 bis +5 Grad spürbar zurückgehen, wobei die höheren Werte über dem Norden und die tieferen über dem Süden zu erwarten sind. Der Niederschlag geht zunächst bis auf die mittleren und - pünktlich zur Bescherung - teils bis auf die tieferen Lagen in Schnee über, was insbesondere über Süddeutschland zur weißen Weihnacht führen kann. Über die Weihnachtsfeiertage klingt der Niederschlag ab und bei auflockernder Bewölkung lässt sich auch die Sonne genießen. Die Temperaturen gehen über der Nordhälfte auf +1 bis -4 Grad und über der Südhälfte auf +3 bis -1 Grad zurück. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Weihnachten.

Regional sind weiße Weihnachten mit Schnee und Frost möglich
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Regional sind weiße Weihnachten mit Schnee und Frost möglich © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Hochwinter im Januar

Ob sich die Schneefront an Weihnachten nach Norden oder weiter nach Süden zurückzieht, ist im Moment noch variabel. Man erkennt auf den obenstehenden Wetterkarten, wie knapp das alles im Moment zugeht und einzig und allein der Kaltlufttropfen wird den Schneefall bringen können. Abwarten ist hinsichtlich der weißen Weihnacht noch angesagt.

Das Setup der Großwetterlage zu Weihnachten aber steht fest. Das wird sich mit der Ostwetterlage und einem spürbaren Temperaturrückgang nicht mehr ändern und so können die Tiefstwerte in der Nacht auf den zweiten Weihnachtsfeiertag zwischen -0 und -6 Grad und bei Aufklaren und über Schnee bis -10 Grad betragen. Das ist im Hinblick auf den bisherigen Wetterlauf im Dezember ein markanter Wettersturz.

Der Winter kommt in Schwung

Das Blockadehoch verändert nach Weihnachten seine Position und verlagert sich zum 28. Dezember raus auf den Atlantik. Dort angekommen, dehnt es sich im Bereich zwischen Island, England und Spanien aus. Deutschland liegt am östlichen Hochdruckgradienten und da die Blockade nicht mehr vorhanden ist, rauscht ein Teil des Polarwirbels in Form eines Troges über Deutschland bis über die Mittelmeerregion nach Süden.

Hochwinterliches Wetter im Januar

Das Blockadehoch auf dem Atlantik dehnt sich bis zum 4. Januar weiter nach Norden aus und positioniert sich mit seinem Kern zwischen Grönland, Island und England, was Freunde des Winterwetters glücklich machen wird. Warum? Ganz einfach - die Nordströmung über Skandinavien intensiviert sich und festigt mithilfe eines meridionalen Strömungsmusters über Deutschland eine hochwinterliche Wetterlage bis in den Januar hinein.

Dauerfrost und tiefwinterliche Wetterverhältnisse

Erreichen die Temperaturen am 27. Dezember -2 bis +4 Grad, so sind an Silvester und bis zum 3. Januar -4 bis +2 Grad möglich. Die höheren Werte sind über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu erwarten, da die Kaltluft über die warme Nordsee streicht und mit entsprechender Durchmischung die angewärmten Luftmassen ein Stück weit über das Landesinnere trägt.

Der Winter bricht bis Januar über Deutschland mit Frost und Schnee durch
Der Winter bricht bis Januar über Deutschland mit Frost und Schnee durch © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Winter stolpert, kommt dann aber mit voller Wucht

Während das europäische Wettermodell um und nach Weihnachten fast durchweg winterliches Wetter berechnet, zeigen die Amerikaner, wo die Schwachstellen der kommenden Entwicklung der Großwetterlage liegen. Das Hoch dehnt sich im Zeitraum vom 26. bis 29. Dezember weiter nach Osten aus und positioniert sich zwischen England, Skandinavien und Deutschland, was den Wind auf nordöstliche Richtungen drehen lässt. Bei wechselnder Bewölkung ist verbreitet mit Sonnenschein zu rechnen und die Temperaturen erreichen mit +0 bis +5 Grad positive Werte.

Arctic Outbreak - Der Winter nimmt Anlauf

Sollte sich das Hoch bis Januar noch weiter nach Osten verlagern, war es das mit dem Winter. Doch dreht nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells das Hoch um, dehnt sich nach Norden aus und positioniert sich bis zum 3. Januar zwischen Grönland und Island und provoziert so die absolut gestörte Zirkulation.

Die Verlagerung des Hochdrucksystems nach Westen ist der Gamechanger für den Winter, denn wie bereits nach der Wettervorhersage der Europäer bricht die arktische Kaltluft über Skandinavien weit nach Süden aus und erreicht zum 3. Januar die Mittelmeerregion.

Viel Schnee und chaotische Straßenverhältnisse im Januar

Der Durchbruch der polaren Luftmasse ist massiv und lässt die Temperaturen in der Höhe auf bis -18 Grad absinken. Über tieferen Lagen erreichen die Temperaturen an Silvester über dem Süden -2 Grad und über dem Norden bis +7 Grad. Am 3. Januar liegen die Temperaturen zwischen +6 Grad in unmittelbarer Nähe zu den Küsten und bis -8 Grad über dem Süden. In den Nächten sinken die Werte auf -2 bis -8 Grad und über Schnee und bei Aufklaren auf bis -15 Grad ab.

Im Hinblick auf den Winter bis Silvester eine fragwürdige Wetterentwicklung
Im Hinblick auf den Winter bis Silvester eine fragwürdige Wetterentwicklung © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Vollwinter im Januar?

Das Fazit im Hinblick auf den möglichen Vollwinter im Januar muss noch in Frage gestellt werden. Zu fragil ist die Wetterentwicklung über Weihnachten, zu groß ist aus Sicht der Freunde des Winterwetters die Gefahr, dass sich das Hoch über und nach Weihnachten doch noch über Mitteleuropa legt. Dann war es das mit dem Winter und sollte sich das Hoch noch etwas weiter nach Osten verlagern, kann sich sogar die aktuelle Wetterlage wieder einstellen. Das ist sozusagen der erhobene Zeigefinger.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe stützen die hochwinterliche Wetterentwicklung nur bedingt. Es gibt eine Menge an Kontrollläufen, die in der Höhe von 1.400 Meter unter die -10 Grad-Marke (Hochwinter) absinken. Der Mittelwert aber schwankt an Weihnachten zwischen -3 und -5 Grad (winterlich ab den mittleren Lagen) und steigt zum 29. Dezember auf -2 bis -4 Grad an (winterlich ab den höheren mittleren Lagen), um sich bis Januar in einem Bereich zwischen -4 bis -6 Grad einzupendeln (winterlich bis auf tiefere mittlere Lagen). Der Flachlandwinter beginnt ab Höhenwerten von -5 bis -7 Grad.

Nichtsdestotrotz - vergleicht man die Temperaturprognose der Kontrollläufe mit dem vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990, so normalisieren sich die Temperaturen über und nach Weihnachten bis in den Januar hinein. Mit anderen Worten formuliert rückt der Winter ein ganzes Stück näher an Deutschland heran. Schaun mer mal, ob die Prognose-Modelle die hochwinterlichen Signale bis heute Abend bestätigen oder verwerfen.

Der Winter bekommt mit Schnee und Frost seine Chance bis Januar
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Winter bekommt mit Schnee und Frost seine Chance bis Januar © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Dezember
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
26. Dezember -8 bis +4 Grad -0 bis +2 Grad
30. Dezember -9 bis +4 Grad -1 bis +1 Grad
4. Januar 2026 -9 bis +9 Grad -2 bis +2 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:19 Uhr

Die Vorhersage-Modelle lassen die Temperaturen über Weihnachten zwar kräftig und spürbar absinken, doch drängt sich das Hoch zu sehr Deutschland auf, was die Schneeoptionen mehr über den Süden von Baden-Württemberg und Bayern abdrängt. Weiter nach Norden scheint bei wechselnder Bewölkung und einem böigen Wind häufiger die Sonne.

Die Temperaturen erreichen am 24. Dezember -2 bis +2 Grad und am 26. Dezember +2 bis -5 Grad, wobei rund um den Bayerischen Wald auch bis +5 Grad möglich sein können. Kurzum, die Unsicherheiten bleiben im Hinblick auf weiße Weihnachten erhalten.

Die Schneeprognose Weihnachten der Vorhersage-Modelle
Die Schneeprognose Weihnachten der Vorhersage-Modelle © wxcharts.com

Kommt der Winter bis Januar?

Der 28. Dezember hat sich in den vergangenen Tagen als Schlüsseltag herauskristallisiert. Entweder zieht das Blockadehoch über Nordeuropa weiter in Richtung Mitteleuropa und blockiert alles, was mit Winterwetter zu tun hat, oder aber das Blockadehoch zieht auf den Atlantik und bringt die absolut gestörte Zirkulation, was dann den Hochwinter im Januar zur Folge haben kann.

Schaun wir uns doch die Prognose-Modelle bis zum 28. Januar einmal genauer an und vergleichen diese mit dem Mittelwert aller Kontrollläufe. Was man erkennen kann, ist die starke Übereinstimmung der Prognosen. Die Blockade wirkt und bis in den Januar hinein wird nicht mit einer Westwetterlage zu rechnen sein. Das ist schon einmal sicher. Unsicher aber ist, wie sich das Hoch positionieren wird. Und je nach Position gibt es mehr Frost und etwas Schnee oder eben mehr Sonnenschein und weniger Frost.

Und bei dieser Pattsituation helfen auch keine Randfaktoren mehr, da der NAO-Index in jedem der Fälle negativ wird.

Eine Schlüsselentwicklung - Die unterschiedlichen Berechnungen der Vorhersage-Modelle zum 28. Dezember
Eine Schlüsselentwicklung - Die unterschiedlichen Berechnungen der Vorhersage-Modelle zum 28. Dezember © www.meteociel.fr

Fazit: Winterwetter rückt definitiv näher an Deutschland heran

Doch trotz der Unsicherheiten gibt es drei Entwicklungen, die nahezu gesichert sind. Das sind die gestörte Zirkulation, eine schwache Niederschlagsentwicklung sowie im Zeitraum vom 24. Dezember bis 4. Januar oberhalb etwa 400 bis 700 Meter Dauerfrost.

Apropos Januar - blickt man weiter in die Zukunft, so erkennt man, wie viel im Hinblick auf den Winter von der Schlüsselentwicklung am 28. Dezember abhängt. Das Spektrum reicht von Vollwinter mit Schnee bis auf das Flachland herab oder aber Hochdruckwetter mit Sonnenschein und nur sehr wenig Schnee.

Und wenn man so will, kommt noch eine vierte - sehr wahrscheinliche - Entwicklung hinzu und das zeigt sich in der Entwicklung des Polarwirbels, der im Januar in keiner der Prognosen mehr eine gute Figur macht. Mit anderen Worten formuliert bleibt die Großwetterlage winterfreundlich - jetzt muss er nur noch kommen. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Samstagabend.

Der Januar zwischen Hochwinter, einer nasskalten Nordwest-, oder einer gradientenschwachen Hochdruckwetterlage
Der Januar zwischen Hochwinter, einer nasskalten Nordwest-, oder einer gradientenschwachen Hochdruckwetterlage © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)