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Wetteraussichten: Deutliche Winter-Signale zwischen Weihnachten und Januar

| M. Hoffmann

Weiße Weihnachten mit Winterwetter, Schnee und Frost. Es sieht im Moment ganz gut aus, dass der Winter - rechtzeitig zum Weihnachtsfest - den Durchbruch nach Deutschland schafft. Möglich machen kann das eine vollständig gestörte Zirkulation mit einer ganz speziellen Nordostströmung. Ob sich der Winter über und auch nach den Weihnachtstagen bis Januar festigen kann, oder ob es nicht nur um eine vorübergehend winterliche Wetterlage handelt, hängt maßgeblich von der Positionierung eines Hochdrucksystems ab.

Kommt der Winter an Weihnachten und bringt auch bis Januar noch Schnee und Frost? © Martin Bloch
Kommt der Winter an Weihnachten und bringt auch bis Januar noch Schnee und Frost? © Martin Bloch

Sonne, Wolken und teils dichter Nebel wechseln sich in den kommenden Tagen ab, wobei die Wolken zum 4. Advent von Nordwesten dichter werden und auch geringfügigen Niederschlag mit sich führen können. Der Wind kommt zunächst noch schwach aus südlichen und dreht zum 4. Advent auf östliche Richtungen. Die Temperaturen erreichen +5 bis +10 Grad und mit Sonnenschein können über dem Westen lokal bis +12 Grad möglich sein. Bei Dauernebel verweilen die Temperaturen unter der +5 Grad-Marke.

Der Winter bringt an Weihnachten Schnee und Frost

Heute ist der erste Tag, wo fast alle Vorhersage-Modelle in der Vorweihnachtszeit einen markanten Wetterumschwung bestätigen und mithilfe einer vollständig gestörten Zirkulation winterliches Weihnachtswetter simulieren. Da die Großwetterlage zu Weihnachten jedoch ein besonderes und fragiles Konstrukt ist, ist die Weihnachtsprognose noch mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten. Sollte es aber so kommen, wie berechnet, dann intensiviert sich die Ostströmung bis Heiligabend. Der Wind kommt mit kräftigen bis stürmischen Böen aus nordöstlichen Richtungen und lässt die Temperaturen bis zur Bescherung am 24. Dezember 18:00 Uhr auf -5 bis +2 Grad zurückgehen. Zeitweiliger Niederschlag geht verbreitet in Form von Schnee nieder und kann etwa südlich einer Linie zwischen Köln und Sachsen weiße Weihnachten möglich machen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Weihnachten.

Der Schnee kommt pünktlich am 24. Dezember zur Bescherung
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Der Schnee kommt pünktlich am 24. Dezember zur Bescherung © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist hoch

Fraglich ist noch, wie sich das Setup tatsächlich aufbauen und wie homogen sich ein Störimpuls (Kaltlufttropfen) zu einem Hoch zwischen Island und Skandinavien verhalten wird. Das, was die Vorhersage-Modelle in den obenstehenden Wetterkarten berechnen, ist sozusagen im Hinblick auf weiße Weihnachten das Optimum. Verschieben sich die Systeme zueinander nur geringfügig, ist eine weiße Weihnacht zum Scheitern verurteilt. Da ist das letzte Wort noch nicht geschrieben.

Geht es jedoch nach den Wahrscheinlichkeiten, so stellt sich über dem Norden zwischen dem 24. und 26. Dezember ein nasskalter Mittelwert von +0 bis +4 Grad ein. Nach Süden sind es -2 bis +2 Grad und so sind nasskalte Feiertage mit winterlichen Optionen ab den tieferen mittleren Lagen (200 bis 500 Meter) eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Winter nur kurz

Entscheidend für den Winter ist das Hoch, welches sich über Weihnachten zwischen Island und Skandinavien positioniert. Für Winterwetter mit Schnee und Frost muss sich das Hoch westlich oder nördlich von Mitteleuropa positionieren. Nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells kippt das Hoch zum zweiten Weihnachtsfeiertag zunächst in Richtung Skandinavien ab und baut bis Januar eine Hochdruckzone in Richtung der Mittelmeerregion auf. Das Problem für den Winter ist, dass die Hochdruckzone alles blockiert. Sowohl die Frontalzone auf dem Atlantik, die arktische Polarluft über Skandinavien, als auch die kalte Festlandsluft.

Deutschland liegt in der Zeit vom 26. bis 31. Dezember voll im Einflussbereich der Hochdruckzone. Möglich ist eine schneeerhaltende Inversionswetterlage, bei der ein negativer Taupunkt eine mögliche Schneedecke nur langsam dahin sublimieren lässt. Möglich ist aber auch eine Durchmischung der Luftmassen, was die Temperaturen bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken auf +4 bis +8 Grad ansteigen lassen kann, während sich über den Regionen mit Nebel auch Dauerfrost einstellen kann. In den klaren Nächten sinken die Temperaturen auf +2 bis -4 Grad ab und können über Schnee auf bis -8 Grad zurückgehen.

Ein nachhaltiger Durchbruch des Winters wird nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Wettermodells vorerst in den Januar verschoben, schaut man sich die nachfolgenden Wetterkarten jedoch genauer an, so erkennt man auch heute wieder das Schema vom Aufbau einer absolut gestörten Zirkulation, bei der sich der Cluster des Polarwirbels zwischen Kanada und Grönland auflöst.

Dem Winter gelingt zunächst kein nachhaltiger Durchbruch
Dem Winter gelingt zunächst kein nachhaltiger Durchbruch © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Winter schafft den Sprung nach Deutschland

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet heute die Verlagerung des Hochdrucksystems raus auf den Atlantik, was Deutschland, die Schweiz und Österreich vom 26. bis 28. Dezember zunächst noch in der Ostanströmung belässt und zum 29. Dezember aber auf Nordwest und bis Januar auf Nord dreht.

Kein blockierendes Hoch - Polarluft erreicht die Alpen

Das Hoch zieht sich zum 30. Dezember auf den Atlantik zurück und positioniert sich gegenüber der atlantischen Frontalzone als Blockadehoch. Das Strömungsmuster meridionalisiert und zwischen Silvester und Neujahr trogt ein Teil des Polarwirbels über Skandinavien in Richtung der Alpen aus.

Die Temperaturen erreichen am 26. Dezember +3 bis -5 Grad, am 28. Dezember +3 bis -7 Grad und vom 31. Dezember bis 2. Januar +5 Grad über dem Norden und bis -3 Grad über dem Süden. Warum es über dem Norden wärmer wird? Der Wind dreht auf nördliche Richtungen und da die Nordsee ungewöhnlich warm ist, nimmt der Wind die Wärme auf und führt diese bis zu einer Linie zwischen Münster und Berlin. Weiter nach Süden schwanken die Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Kommt Schnee?

Die Ostwetterlage ist zunächst nicht für großartige Neuschneemengen geeignet, doch wird die möglich vorhandene Schneedecke bei einem negativen Taupunkt bis Silvester konserviert, bevor im Januar von Norden neuer Niederschlag einsetzen und bis auf die tieferen Lagen herab Schneefall bringen kann.

Im Hinblick auf den Winter bis Silvester eine fragwürdige Wetterentwicklung
Im Hinblick auf den Winter bis Silvester eine fragwürdige Wetterentwicklung © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Winter unter Vorbehalt

So lautet auch heute wieder das Fazit. Dass der Winter über Weihnachten mal vorbeischaut und über einigen Landesabschnitten weiße Weihnachten bringen kann, ist wahrscheinlich. Ob der Winter aber bis Januar dauerhaft bleibt, ist noch fraglich und hängt von der Hochdruckposition ab.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe haben heute eine weitere Korrektur nach unten erfahren, was deutlich im nachfolgenden Mittelwert aller Kontrollläufe wird. Das Hoch verlagert sich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf den Atlantik und provoziert eine meridional winterliche Grundströmung. Die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe liegen über Weihnachten zwischen -3 und -7 Grad und pendeln sich bis Januar auf -5 bis -7 Grad ein.

Damit der Winter bis auf das Flachland herab möglich ist, müssen die Höhentemperaturen zwischen -5 und -7 Grad betragen, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Damit bestätigen die Kontrollläufe - für den Moment - ein klares und deutliches Signal für den Durchbruch des Winters über weite Teile von Deutschland. Ob das auch bis über das Flachland der Fall sein wird? Schaun mer mal, ob die kommenden Prognosen den Wintertrend bestätigen!

Der Winter bekommt mit Schnee und Frost seine Chance bis Januar
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Winter bekommt mit Schnee und Frost seine Chance bis Januar © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Dezember
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
24. Dezember +0 bis +7 Grad +3 bis +5 Grad
28. Dezember -8 bis +6 Grad -3 bis +0 Grad
2. Januar 2026 -6 bis +6 Grad -2 bis +1 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:22 Uhr

Heute Abend ist das passiert, was wir in den vergangenen Tagen immer wieder betont haben. Winter nimmt Anlauf und lässt die Temperaturen über Weihnachten näher an den Gefrierpunkt heranrücken, doch dehnt sich das Hoch zu weit nach Süden aus.

Der Kaltlufttropfen verliert an Dynamik und schwächt sich derartig ab, dass über Weihnachten bei Temperaturen von -2 bis +4 Grad verbreitet der Sonnenschein dominiert. Mit nennenswertem Niederschlag oder einer weißen Weihnacht ist - zumindest in den Prognosen des amerikanischen Wettermodells von heute Abend - nicht mehr zu rechnen.

Etwas Schnee zum Weihnachtsfest berechnet noch das europäische Wettermodell, doch rückt auch in dieser Vorhersage das Hoch näher an Deutschland heran. Die Temperaturen erreichen südlich einer Linie zwischen Köln und Berlin kaum mehr positive Werte und schwanken weiter nach Norden zwischen +0 und +5 Grad, wobei die höheren Werte direkt an der Küste berechnet werden.

Die Großwetterlage an Heiligabend
Die Großwetterlage an Heiligabend © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Kein Durchbruch des Winters zu Weihnachten?

Ist das, was die Prognose-Modelle heute Abend simulieren realistisch? Ja, ist es und wurde bei uns vor ein paar Tagen als der erhobene Zeigefinger definiert. Sind damit weiße Weihnachten vom Tisch? Das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Wir bewerten den Mittelwert aller Kontrollläufe zum 25. Dezember und man erkennt sofort, dass der Achsverlauf östlicher ausgerichtet ist und quer über Deutschland verläuft. Auf der rechten Seite sieht man den Mittelwert der Schneefallmenge. Das ist noch immer ein großer Spielraum an Möglichkeiten.

Kurz noch ein Blick auf die Temperaturen in 1.400 Metern Höhe, welche an Weihnachten zwischen -4 und -6 Grad liegen und damit weiterhin knapp an der Grenze zum Flachlandwinter stehen. Das Interessante ist, dass sowohl die Prognose der Europäer als auch die der Amerikaner heute Abend die mit Abstand wärmsten Varianten berechnen.

Weiße Weihnachten bleiben möglich
Weiße Weihnachten bleiben möglich © www.meteociel.fr

Der Hochwinter nach Weihnachten?

Das gesamte Setup bis Januar hängt davon ab, wie sich das Hoch positioniert. Und besser - wie die Prognosen von heute Abend - kann man die Unterschiede nicht beschreiben.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, kippt das Hoch nach Süden ab und legt sich in der Zeit zwischen Weihnachten und Januar direkt über Mitteleuropa. Bei Temperaturen von -2 bis +4 Grad ist zwar eine Inversionswetterlage mit Nebel, Hochnebel und Sonnenschein möglich, doch Niederschlag ist nicht zu erwarten und somit auch kein Schnee.

Anders die Januarprognose des europäischen Wettermodells. Das Hoch verlagert sich auf den Atlantik (so wie es die Mehrheit der Kontrollläufe berechnet), keilt nach Norden auf, blockiert die Frontalzone und lässt das Strömungsmuster meridionalisieren, was über Deutschland eine nördliche Grundströmung zur Folge hat. Bis Januar kann sich bei Tagestemperaturen von -3 bis +3 Grad ab den tieferen, mittleren Lagen von 300 bis 600 Meter der Winter festsetzen. Über tieferen Lagen bleibt es nasskalt.

Wie sind die unterschiedlichen Prognosen heute Abend zu bewerten? Dass die Modelle kurz vor der Umstellung springen, ist etwas Normales, zumal es sich ja nicht um einen eindeutigen Wetterumschwung handelt, welcher für klare Verhältnisse sorgen wird. Deutschland liegt zwischen den Fronten. Erst muss der Umschwung eintreten, dann sieht man weiter - Abwarten ist also angesagt. Der Mittelwert der Höhentemperaturen liegt Anfang Januar mit -5 Grad weiterhin an der Schwelle zum Flachlandwinter. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Abend.

Der Januar zwischen Winterwetter mit viel Schnee ab den mittleren Lagen und Hochdruckwetter mit Inversionspotential
Der Januar zwischen Winterwetter mit viel Schnee ab den mittleren Lagen und Hochdruckwetter mit Inversionspotential © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Regenradar
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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)