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Was vom Wetter im Januar 2026 zu erwarten ist

| M. Hoffmann

Der Hochwinter dominiert für gelegentlich das Wetter im Januar, doch fällt der Hochwinter aus, so hat es der Winter nicht leicht, sich gegen die atlantische Frontalzone durchzusetzen. Ob es mit dem Hochwinter in diesem Jahr klappt, lässt sich möglicherweise schon im Dezember erkennen und hängt auch stark damit zusammen, ob sich der Polarwirbel regeneriert, oder auch über die Wintermonate hinweg schwächelt.

Mithilfe eines schwachen Polarwirbels und gestörten Zirkulationen endlich mal wieder ein Hochwinter im Januar?
Mithilfe eines schwachen Polarwirbels und gestörten Zirkulationen endlich mal wieder ein Hochwinter im Januar?

Wie sich das Wetter im Januar entwickeln kann, hängt im Wesentlichen schon von der Großwetterlage im Dezember ab. Setzt sich frühzeitig der Winter über einen längeren Zeitraum durch, so erhöhen sich die Wahrscheinlichkeiten, dass sich im Januar das Kontinentalhoch bis nach Mitteleuropa vorwagt und so für eine hochwinterliche Wetterlage sorgen kann. Oder anders ausgedrückt - der Dezember kann für die passenden Grundlagen sorgen.

Das Wetter im Januar ist zudem entscheidend, wie sich der gesamte Winter entwickeln kann. Nicht selten beeinflusst eine längere Hochwinterphase noch das Wetter im Februar und in manchen Jahren noch den März (Märzwinter). Fällt der Hochwinter jedoch aus, so ist es unwahrscheinlich, dass der gesamte Winter zu kalt ausfallen wird.

Ein trockener Wintermonat

Zur Winterhalbzeit (15. Januar) haben sich - wie im Hochsommer - die Temperaturen der Wasser- und Landmassen weitgehend angeglichen, was turbulente und unwetterartige Wetterereignisse seltener macht. Zudem sorgt ein Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland (Kontinentalhoch) häufiger für eine länger andauernde Hochdruckwetterphase, was die Niederschlagsneigung im zweiten Wintermonat zurückgehen lässt.

Das typische Wetter

Nicht umsonst gilt der Januar als einer der trockensten Monate im ganzen Jahr. Ebenso häufig kommt es im zweiten Wintermonat - in Ermangelung an Niederschlag - zu Kahlfrost (Frost oder Dauerfrost ohne Schneedecke). Die Tageswerte liegen am Monatsanfang im Bereich zwischen -5 bis +3 Grad, sinken zur Monatsmitte auf -8 bis +3 Grad ab und steigen zum Ende gemeinhin mit -2 bis +4 Grad wieder etwas an.

Daten und Fakten

Der langjährige Temperaturmittelwert von 1961 und 1990 beträgt -0,5 Grad und im Vergleich zum - wärmeren - Mittelwert von 1991 und 2020 mit +0,9 Grad, ist das Wetter in den vergangenen 30 Jahren um +1,4 Grad wärmer geworden. Kein anderer Monat bekommt die Klimaerhitzung so zu spüren wie der Januar. Das Niederschlagssoll beträgt 61 l/m².

Rückblickend auf die Januarmonate seit 2011 war der Januar 2017 mit einer ausgeprägten Frostperiode ein zu kalter Wintermonat. Der Rest war zu warm. Der Rekord stammte mit einer durchschnittlichen Temperatur von +4,76 Grad aus dem Jahre 2007.

Noch etwas deutlicher wird die Klimaerhitzung, wenn man die Statistik der letzten 20 Jahre in prozentualen Verhältnissen ausdrückt. Im Vergleich zum Klimamittelwert von 1961 und 1990 war das Januarwetter in 20 Prozent der Fälle zu kalt, in 0 Prozent normal und in 80 Prozent zu warm. In den vergangenen 10 Jahren hat sich das mit 10 Prozent zu kalt, 0 Prozent normal und 90 Prozent zu warm noch etwas verschoben. Das ist mehr als signifikant und ein zu kalter Januar wird mit der Klimaerhitzung zunehmend unwahrscheinlicher. Da braucht es ganz besondere Wetterlagen, um die kalten Luftmassen nach Deutschland zu führen.

Die Merkmale

Die nachfolgenden Daten sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 und in Klammer von 91/20:
Bodenfrost gab es an 22,3 Tagen zu erwarten (21,0 Tage). Nachtfrost gab es an 20,2 Tagen (18,1 Tagen) und Dauerfrost (sog. Eistage) an 9,1 Tagen (7,1 Tage). Schneetage gab es an 14,4 Tagen (9,3 Tage). Das sind allesamt statistische Werte auf die Fläche gemittelt.

Merkmale im Januar im Vergleich zu den Klimamittelwerten 1961–1990 und 1991–2020
Monat Januar – Ereignisse Häufigkeit 61/90 Häufigkeit 91/20
Bodenfrost 22,3 Tage 21,0 Tage
Nachtfrost 20,2 Tage 18,1 Tage
Dauerfrost 9,1 Tage 7,1 Tage
Schneetage 14,4 Tage 9,3 Tage
Regen 61 l/m² 65 l/m²
Sonnenschein 44 Stunden 52 Stunden

Besonders gravierend war in den letzten 30 Jahren der Einbruch der Schneetage. Ein ganzes Drittel ist weggefallen und ja, rechnet man das um, so bedeutet ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von +1,4 Grad einen Anstieg der Schneefallgrenze um 150 bis 250 Meter. War früher der Flachlandwinter über dem Westen von Deutschland ein seltenes Phänomen, so wird er in Zukunft wohl zu einem Ding der Unmöglichkeit werden. Betrachtet man nur die letzten 20 Jahre, so sind die Temperaturen gegenüber 1961 und 1990 mit einer Anomalie von +1,7 Grad noch höher ausgefallen. Entsprechend seltener bekam man den Winter auch in den mittleren Lagen zu Gesicht.

Im Januar werden die Tage länger

Nach dem Dunkelmonat Dezember werden die Tage mit steigendem Sonnenstand langsam wieder länger. So beträgt die Tageslänge am Monatsanfang 7 Stunden und 52 Minuten und steigt zum Ende des Monats auf 9 Stunden und 7 Minuten an. Insgesamt werden die Tage um 1 Stunde und 16 Minuten länger.

Lässt das Januarwetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Wie sich das Wetter vom Christfest bis Dreikönig hält, ist es meist auch danach bestellt.

Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter.

Bauernregel für den Januar
Betrachtung der einzelnen Januar-Monate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufigkeit
Januar warm 10 % 57 % 47 (67 %)
Januar kalt 25 % 7 % 23 (33 %)

Betrachtet man die letzten 70 Jahre, so zeigt sich, wie der Januar für den Verlauf des Winters entscheidend sein kann. Es zeigt sich aber auch, dass der Hochwinter häufiger ausfällt. Ist das der Fall, ist auch der Winter in 57 Prozent der Fälle zu warm. Hält der Hochwinter stattdessen Einzug, so zeigt sich der Winter im Verhältnis zu kalt. Der Januar ist also ein für den gesamten Winterverlauf entscheidender Monat.

Die Abweichung der Temperaturen der Januarmonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961–1990
Zeitraum Temperatur Abweichung
2021–2025 +2,13 Grad +2,63 Grad
2011–2020 +1,41 Grad +1,91 Grad
2001–2010 +0,4 Grad +0,9 Grad
1991–2000 +0,9 Grad +1,4 Grad
1981–1990 −0,2 Grad +0,3 Grad
1971–1980 +0 Grad +0,5 Grad
1961–1970 -1,3 Grad -0,8 Grad

Besonders sticht in der Dekadenbetrachtung das vergangene Jahrzehnt hervor. Der Mittelwert liegt mit einem Überschuss von +1,9 Grad deutlich über dem der vergangenen Jahrzehnte. Die noch aktuell junge Dekade lässt einen staunen.

In der letzten Dekade gab es nur einen Januar, welcher zu kalt ausgefallen ist (2017), und einen, der mit einer Abweichung von +0,7 Grad annähernd normal war. Der Rest war zu warm.

Man braucht anhand der statistischen Betrachtung kein Wetterexperte zu sein, wenn man sagt, dass der Januar 2026 im Vergleich zu 61/90 zu warm ausfallen wird, denn in den letzten drei Dekaden wurden die Januar-Monate zunehmend - und auch auffällig - wärmer. So passt es auch perfekt ins Schema, dass die wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen in den Jahren 1994, 1998, 1999, 2007, 2008, 2014, 2015, 2018, 2020, 2022 und 2023 registriert wurden. Darunter mit einer Abweichung von +5,26 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert die Rekordwärme aus dem Jahre 2007.

Statistische Auffälligkeiten

  • Der Hochwinter hat zur Monatsmitte eine statistische Relevanz von 80 Prozent - meist im Zeitraum vom 13. bis 26. Januar
  • Der zweite Wintermonat ist aus statistischer Sicht einer der trockensten Monate im gesamten Jahr
  • In Ermangelung des Niederschlags selten eine Schneedecke, häufiger Kahlfrost
  • Der für den Winter entscheidende Monat
  • Wetterwechsel von mildem Dezember zu kälterem Wetter, häufig zur Jahreswende
  • Der Sonnenstand steigt an und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 8 auf 9 Stunden
  • Wetterturbulenzen und die Chancen auf Schneefall nehmen zum Monatsende wieder zu

Wie wird das Wetter im Januar 2026?

Schaut man sich die Grundströmung der Großwetterlagen an, so stimmt etwas nicht. Westwetterlagen werden seit 2018 seltener. Auffällig ist die zunehmende Anzahl der meridionalen Wetterlagen. Auch das Jahr 2025 war nicht von einer Westwetterlage geprägt. Auffällig war die hochdruckdominierte Wetterlage mit eingelagerten Störungen, welche sich mit unwetterartigen Dauerniederschlägen quasistationär verhielten. Eine stabile Hochdruckwetterlage konnte sich erst Ende Oktober und Anfang November aufbauen. Sollte das Grönlandhoch seine Wetterwirksamkeit noch eine noch eine Weile aufrecht erhalten können, bekommt das gestörte Zirkulationsmuster eine Grundlage, welche bis in den Dezember hinein wirken kann.

Schaut man sich die letzten 24 Monate an, waren - trotz mehrheitlich meridionaler Wetterlagen - weder ein normaler, noch zu kalter Monat daraus hervorgegangen. Alle 24 Monate waren zu warm. Rückblickend waren von den letzten 24 Monaten 14 Monate mit einer Anomalie von über +2 Grad erheblich zu warm. 7 Monate waren mit einer Anomalie von +3 Grad und mehr extrem zu warm. Die letzten 24 Monate waren im Durchschnitt +2,3 Grad zu warm! Das ist eine mehr als deutliche Ansage. Mehr noch - der Oktober 205 markierte den 50. Monat in Folge, der zu warm ausgefallen ist. Der November 2025 wird wohl der 51. Monat sein.

QBO-Ost - der vollständige Zusammenbruch des Polarwirbels

Interessant wird auch sein, ob sich der QBO-Ost in Stratosphärenhöhe durchsetzen wird. Aktuell sieht es danach aus, als ob die Windumkehrung erst im Februar und März erfolgen kann. Warum ist das so entscheidend? Der QBO-Ost beschreibt in Stratosphärenhöhe eine Umkehrung der Winde von West-Ost auf Ost-West. Diese Windumkehr in der Höhe sorgt - mit zeitlichem Verzug - für eine Destabilisierung des Polarwirbels in den unteren Luftschichten. Das kann sogar so weit gehen, dass der winterliche Polarwirbel vollständig in sich zusammenbricht. Das ist zwar keine Garantie für Winterwetter, doch lässt sich eine Häufung von meridionalen Wetterlagen erkennen, und das wiederum verbessert die winterlichen Chancen. Überraschungen sind in diesem Winter nicht auszuschließen.

Wettertrend der Langfristmodelle

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Wettertrend Januar nach dem CFSv2-Modell: Zu warm

Seit den Sommermonaten berechnet der Wettertrend des CFSv2-Modells das Wetter im Januar 2026 zu warm. Die Schwankungen sind minimal und keine der Varianten hatte sich jemals in die zu kühle Richtung bewegt. Zum aktuellen Stand wird eine Abweichung von +1,5 bis +2,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 im deutlich zu warmen Bereich simuliert. Im Vergleich zum neuen - wärmeren - Klimamittel von 1991 und 2020 soll das Wetter um +0,1 bis +1,1 Grad zu warm ausfallen können.

Die Niederschlagsprognose ist über Deutschland im Vergleich zum vieljährigen Sollwert etwas erhöht und somit zu nass. Betrachtet man Europa, so soll der Norden und Westen von Norwegen, sowie Spanien und Portugal etwas zu trocken ausfallen. Das spricht gegen eine Westwetterlage.

Wetterprognose der NASA: zu warm

Mit einer Abweichung von +1,5 bis +2,5 Grad simuliert das Langfristmodell der NASA das Wetter im Januar 2026 ebenfalls zu warm. Im Vergleich zum Mittelwert von 1991 und 2020 liegt die Abweichung zwischen +0,1 und +1,1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Die Niederschlagsneigung ist gegenüber dem Sollwert als zu nass zu bewerten.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Kein Hochwinter

Etwas Hoffnung für Winterfans macht der Wetterausblick des europäischen Langfristmodells. Der Januar soll mit einer Differenz von +0,5 bis +1,8 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zu etwas zu warm ausfallen. Im Vergleich zu 1991 und 2020 beträgt die Differenz -0,9 bis +0,4 Grad. Die Niederschlagsneigung ist gegenüber dem Sollwert als zu trocken zu bewerten (Blockadehoch Mitteleuropa)

Ernüchternd für alle Freunde des Winterwetters: Nichts deutet auf einen zu kalten Januar 2026 hin. Dennoch - dir kuriosen und untypischen Wetterlagen reißen seit 2024 nicht ab und können durchaus winterliche Phasen bringen. Wann und ob das der Fall sein wird, klären wir in regelmäßigen Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte Dezember.

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