Wettervorhersage: Ein rekordverdächtiger Jahreswechsel

| M. Hoffmann
Rekordwarmer Jahreswechsel © Martin Bloch

Ein Sturmtief nähert sich Deutschland und befördert auf seiner Vorderseite ungewöhnlich warme Luftmassen nach Norden, was an Silvester und am Neujahrstag für neue Rekordtemperaturen sorgen sollte.

Der Freitag beginnt verbreitet mit Sonnenschein, doch dehnt sich von Westen dichte Bewölkung aus und trübt den Sonnenschein von West nach Ost ein. Der Wind intensiviert sich im Tagesverlauf und kann über exponierten Lagen für stürmische Windböen und über den Küsten von Nord- und Ostsee für schwere Sturmböen sorgen. Der Wind treibt eine Niederschlagsfeld von West nach Ost, das zum Abend die östlichen Landesteile erreicht. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag Werte von +5 bis +10 Grad und steigen bis zum Abend auf +8 bis +12 Grad und örtlich bis +14 Grad an.

Silvester: Regen und Sturm über dem Norden

Ein Niederschlagsband weitet sich in der Nacht auf den 31. Dezember nach Norden aus und sorgt am Tage nördlich einer Linie von Köln und Berlin für zeitweilige Schauer, die regional länger andauernd ausfallen können. Der Wind kommt kräftig aus südwestlichen Richtungen und über exponierten Lagen und den Küsten von Nord- und Ostsee kann mit schweren Sturmböen gerechnet werden. Weiter nach Süden schwächt sich der Wind ab und zum Nachmittag kommt über Baden-Württemberg und Bayern häufiger die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad ungewöhnlich hohe Werte und über dem Süden und Südwesten kann mit Sonnenschein das Erreichen der frühsommerlichen +20 Grad-Marke nicht ausgeschlossen werden.

Das Wetter in der Neujahrsnacht

Der Regen verlagert sich in der Nacht weiter nach Norden und verliert an Intensität. Der Wind bleibt über Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Berlin kräftig strukturiert und über den Küsten kann mit stürmischen Winden gerechnet werden. Südlich der Linie vom Saarland und Sachsen lockert die Bewölkung auf und bei schwachen Winden aus südwestlichen Richtungen lässt sich vielerorts der Sternenhimmel bewundern. Die Temperaturen bewegen sich mit +10 bis +15 Grad in einem ungewöhnlich hohen Bereich.

Rekordverdächtiger Start in den Januar

Am 1. Januar (So.) zeigt sich der Himmel nördlich einer Linie vom Saarland und Sachsen meist stark bewölkt und über Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kann der eine oder andere Regentropfen beim Niedergang beobachtet werden. Weiter nach Süden lockert die Bewölkung auf und über Baden-Württemberg und Bayern ist mit einem sonnigen Start in das neue Jahr zu rechnen. Der Wind schwächt sich aus südwestlichen Richtungen kommend ab und die Temperaturen bleiben mit +12 bis +16 Grad und über dem Süden bis +20 Grad auf einem für die Jahreszeit extrem hohen Niveau.

Ein Regenband über Deutschland

In der Nacht auf den 2. Januar (Mo.) intensiviert sich der Niederschlag nördlich einer Linie vom Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Im Tagesverlauf dehnt sich das Niederschlagsband weiter nach Süden aus und erreicht zum Abend eine Linie nördlich von Stuttgart und Berlin. Der Niederschlag kann mitunter kräftiger ausfallen und regional von Gewittern begleitet werden. Der Wind frischt über den Niederschlagsregionen böig auf und die Temperaturen gehen mit +12 bis +16 Grad und örtlich bis +9 Grad etwas zurück.

Hochdruckwetter

Am 3. und 4. Januar (Di. und Mi.) dehnt sich ein Zwischenhoch über Deutschland aus. Der letzte Regen zieht über dem südlichen Baden-Württemberg, Bayern nach Südosten ab und von Nordwesten lockert die Bewölkung auf. Verbreitet ist mit Sonnenschein zu rechnen, sofern sich die nächtlichen Nebelfelder zügig auflösen. Die Temperaturen gehen bis Mitte der Woche auf +4 bis +8 Grad zurück und können über den Nebelregionen auch darunter liegen. In den Nächten kann wieder mit leichtem Frost gerechnet werden.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2022 +10,56 +2,3 +1,23 672 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für Januar

Der Januar gilt aus statistischer Sicht als kältester und auch trockenster Wintermonat, bzw. auch Monat im gesamten Jahr.

  • Zwischen dem 13. und 26. Januar Hochwinter
  • Kontinentalhoch sorgt in diesem Zeitraum mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent für kalte Temperaturen
  • Bedingt durch die hohe statistische Wahrscheinlichkeit eines Hochwinters ist Schneefall selten
  • Häufiger gibt es im Januar Kahlfrost-Phasen
  • Liegt aber Schnee, so kann dieser über Tage hinweg konserviert werden

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