Ein winterlicher Start in den Januar wird zunehmend wahrscheinlicher. Doch ob das nur ein Hauch von Winter, oder ein nachhaltiger Wintereinbruch wird, hängt davon ab, wie sich ein Hochdrucksystem positioniert.

Kurz vor Silvester wird es über dem Norden nochmals stürmisch, bevor an Silvester sich wieder hoher Luftdruck über Deutschland durchsetzen kann. Die spannendste Frage wird ein, wo sich die Nebel- und Hochnebelfelder in der Silvesternacht auflösen werden. Über den Küstenregionen lebt der Wind zum Jahreswechsel böig auf, sonst passiert bei +3 bis -3 Grad nicht allzu viel. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Silvester 2018.

Darüber hinaus waren sich die Wettermodelle noch nicht einig, ob es Anfang Januar 2019 eine winterliche Episode wird geben können. Fraglich ist, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird. Blockiert es die atlantische Frontalzone und leitet einen Trogvorstoß über Mitteleuropa ein, der kippt es über Deutschland nach Osten weg und eröffnet der Zonalisierung weitere Möglichkeiten, sich über Europa auszudehnen? Heute Abend erfolgte eine Annäherung.

Ein Hauch von Winter Anfang Januar?
Ein Hauch von Winter Anfang Januar?

Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells: So etwas wie Winter

War in den letzten Tagen der Trog jeweils zu weit östlich berechnet worden, so ist es heute Abend eine westlichere Position. Im Zeitraum vom 2. bis 4. Januar strömen aus nördlichen Richtungen kältere Luftmassen nach Deutschland, welche die Niederschläge bis in tiefere Lagen in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen lassen kann. Zudem ist über dem Süden mit Dauerfrost zu rechnen. Weiter nach Norden verhindert die warme Nord und Ostsee den Dauerfrost.

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Allzu lange hält der Kaltluftzustrom nicht an, denn zum 5. Januar rückt das Hoch in Richtung Deutschland vor und sorgt bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken für eine langsame Milderung der Temperaturen auf +1 bis +5 Grad. Wintereinbruch? Nein, vielmehr ein Hauch von Winter, welcher in tieferen Lagen zumeist nasskalt ausfallen kann.

Und dann geht es rund!

Das Hochdrucksystem gibt zum 6. Januar seinen Wiederstand auf und nachfolgend setzt sich die atlantische Frontalzone über Mitteleuropa durch. Im Zeitraum vom 6. bis 13. Januar rauscht nach der aktuellen Wetterprognose ein Tiefdrucksystem nach dem anderen über Deutschland, Österreich und der Schweiz hinweg. Mitunter sind unwetterartige Starkwindereignisse zu erwarten und an Niederschlag soll es auch nicht fehlen. Vom Winter kann bei Tageswerten von +4 bis +8 Grad nicht die Rede sein.

Volle Westdröhnung
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Volle Westdröhnung © www.meteociel.fr

Das europäische Vorhersage-Modell mit winterlichen Temperaturen

Das amerikanische Vorhersage-Modell hat sich klar den Wetterprognosen den europäischen Wettermodell angenähert. Doch der Trogvorstoß wird heute Abend noch etwas weiter westlicher Berechnet, was im Zeitraum vom 2. bis 6. Januar verbreitet für Dauerfrost sorgen kann (Ausnahme bleibt wohl der Norden und der äußerste Westen). Zudem ist immer wieder mit etwas Schneefall zu rechnen, welcher auch in tieferen Lagen liegen bleiben kann. Die Ausbreitung einer Schneedecke ist möglich.

Der Unterschied besteht in der Stabilität des Hochdrucksystems und dessen Achse, welche bis zum 5. Januar mit einer blockierenden Wirkung auf die atlantische Frontalzoen von der westlichen Mittelmeerregion über England bis nach Skandinavien verläuft. Das Strömungsmuster ist deutlich meridionaler, was eine winterliche Episode wahrscheinlicher macht. Erst zum 7. Januar kippt die Hochruckachse nach Osten weg, doch bleibt das Hoch im Bereich zwischen dem Atlantik, Island und England deutlich nördlicher positioniert.

Eine Zonalisierung kann infrage gestellt werden
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Eine Zonalisierung kann infrage gestellt werden © www.meteociel.fr

Kontrollläufe kurz kälter

Deutlich nach unten haben sich die Kontrollläufe heute Abend im Zeitraum vom 2. bis 5. Januar bewegt, was einer Annäherung an die Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells entspricht. Im weiteren Verlauf ist der Temperaturtrend allerdings positiv, wobei die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zu den wärmsten Varianten gehören. Hier sind in den kommenden Stunden noch Veränderungen zu erwarten. Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kontrollläufe heute Abend alles andere als winterlich sind.

Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 28.12.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

NAO- und AO-Index stützen Zonalisierung

War die Richtung in den letzten Tagen noch undifferenziert, so stützen die beiden Randfaktoren mit einem positiven Trend eine Zonalisierung der Großwetterlage. Ein Islandtief ist wahrscheinlicher als ein Blockadehoch auf dem Atlantik oder ein über Skandinavien liegendes Hochdrucksystems mit einer gestörten Zirkulation. Die Schlüsselszene für den Winter liegt in der ersten Januar-Dekade ganz klar in einer Hochdruckblockade zwischen England, Island und Grönland. Gelingt das nicht, kommt der Westdrift.

Druckanomalie bis 8. Januar
Druckanomalie bis 8. Januar - Gelingt die Blockade auf dem Atlantik, gelingt der Wintereinbruch über Mitteleuropa © climatereanalyzer.org

Der Polarwirbel steht vor Veränderungen

Wie bereits heute Nachmittag in der Wetterprognose Winter 2019 näher erläutert, spricht derzeit vieles für eine Windumkehr in Stratosphärenhöhe entlang des 60. und 65. Breitengrades. Der Polarwirbel kann durch das Phänomen des Major-Warming massiv geschwächt werden. Erfahrungsgemäß reagieren die Prognose-Modelle erst mit eintretender Windumkehr auf das Phänomen. Der Zeitraum der Windumkehr wird zwischen dem 29. Dezember und 1. Januar berechnet. Der Zeitraum der Veränderungen wäre zwischen dem 30. Dezember und dem 5. Januar auszumachen. Abwarten ist auch heute Abend angesagt.

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Die Kontrollläufe zeigen jedoch keine großartigen Bewegungen in Richtung gestörten, oder vollständig gestörtem Polarwirbel. Und wenn doch, dann Verläuft ein Polarwirbelsplit in einer ungünstigen Achse zwischen Sibirien und Alaska, was den Westdrift über Mitteleuropa noch weiter anheizen könnte.

Wettertrend des Langfristmodells

Unverändert bleiben die Wetterprognosen des Langfristmodells für den Januar 2019. Mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad soll dieser gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm ausfallen. Klingt plausibel, wenn man sich die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells ansieht. Das kann sich jedoch mit dem Major-Warming in Stratosphärenhöhe noch ändern.

Die Niederschlagsleistung wird positiv bewertet (zu nass).

Zusammenfassung

Der Dezember 2018 wird deutlich zu warm ausfallen und der Januar 2019 steht nach den Prognosen des Langfristmodells wohl in nichts nach. Anders formuliert setzt sich das Ausgleichsverhalten mit einer erhöhten Niederschlagsneigung nach dem Dürrejahr 2018 im Winter weiter fort. Viel Niederschlag bedeutet im Winter meist milde Temperaturen. Insofern nicht verwunderlich. Das Major-Warming und auch der QBO-Ost könnten noch für grundlegende Veränderungen sorgen.

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