Das Wetter über Weihnachten bis Silvester 2017 könnte zum heutigen Stand extremst spannend werden und nebenbei auch noch weite Teile vom Wetter im Januar 2018 mit beeinflussen.

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Von Vollwinter bis nasskaltes Regenwetter

Das amerikanische Wettermodell schwenkte in seinen Berechnungen von heute Nachmittag um und simulierte für die Weihnachtsfeiertage eine ausgeprägte Trogwetterlage mit teils kräftigen Schneefällen von Heilig Abend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag. Weiße Weihnachten 2017 wären nach diesen Berechnungen gesichert. Doch wie wahrscheinlich ist diese Wetterentwicklung - letzten Endes vielleicht auch nur eine Modellspinnerei?

Heute Abend wurden die Berechnungen weitgehend bestätigt. Das macht das gesamte Konstrukt etwas wahrscheinlicher, doch bleibt das amerikanische Wettermodell mit dieser Wetterentwicklung ein Außenseiter. Viel wahrscheinlicher bleiben nasskalte Varianten. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, ob das amerikanische Wettermodell diese Berechnungen aufrecht erhalten kann.

Hochwinter im Januar 2018?
Hochwinter im Januar 2018?

Auswirkungen auf das Wetter Januar 2018?

Aber mal angenommen, das amerikanische Wettermodell ist ein Trendsetter und diese Wetterlage kommt tatsächlich so, wie simuliert. Welche Auswirkungen hätte das auf das Januarwetter?

Auffällig sind zwei Dinge. Zum einen das immer wiederkehrende meridionale Zirkulationsmuster, welche zu den Trogwetterlagen in den letzten vier Wochen über Deutschland führte. Und zum zweiten der Polarwirbel, welcher weiterhin zur Instabilität neigt. So wird der AO-Index kurzzeitig positiv und zum Weihnachtsfest wieder neutral bis negativ berechnet. Was der AO-Index ist? Kurz und stark vereinfacht ausgedrückt spiegelt er den Zustand des Polarwirbels wieder. Positiv heißt intakt, negativ bedeutet, dass es entlang der Polarfront zu Wellenbewegungen kommen kann. Der NAO-Index, welcher das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief wiedergibt, wird neutral berechnet. In Folge daraus sind Nordwestwetterlagen wahrscheinlicher als Südwestwetterlagen. Nasskaltes bis kaltes Wetter steht also höher im Kurs als deutlich zu warme Wetterlagen.

Ein weiterer Faktor sind die zonalen Winde in der sog. 10 hPa Fläche entlang des 65. Breitengrades. Sind diese stark positiv, so ist mit einem intakten Polarwirbel zu rechnen, sind sie hingegen auf einen längeren Zeitraum deutlich negativ, so ist mit einer weiteren Abschwächung des Polarwirbels zu rechnen die normale Windgeschwindigkeit liegt zwischen 110 und 140 km/h. Zu Weihnachten liegen die Windgeschwindigkeiten bei 54 km/h und steigen Anfang Januar rasant auf 144 km/h an. Auch das muss sich in den kommenden Tagen noch bestätigen. Das ist aber durchaus ein Indikator für einen sich stabilisierenden Polarwirbel Anfang Januar, was eine Westwetterlage (bzw. das Ausgleichsverhalten) nach sich ziehen könnte.

Polarwirbel entscheidet im Januar über Hochwinter oder Tauwetter

Der Januar ist zumeist ein Hop oder Top Monat. Entweder es kommt für ein paar Tage/Wochen der Hochwinter, oder der Januar bleibt einfach mild. Schaut man sich die Berechnungen der Wettermodelle vom Polarwirbel Ende Dezember an, so kann man erahnen, was ein Trog zu Weihnachten für Auswirkungen auf das Januarwetter haben kann. Zudem nähert man sich jetzt dem Zeitpunkt, wo sich die winterliche Großwetterlage allmählich ein schwingt und das sieht - zum heutigen Stand - gänzlich anders aus als wie in den letzten vier zu warmen Wintern.

Polarwirbelberechnung Ende Dezember

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell Ende Dezember © www.meteociel.fr

Langfristmodell: Wetterprognose Januar 2018

Wer hier regelmäßig mit liest, der kennt das Langfristmodell und dessen Wetterprognose für den Winter, bei dem der Januar seit Wochen schon nicht gut weg kommt. Wie sieht das heute aus, gibt es Veränderungen? Nein. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Januar 2018 zwischen +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. In der Niederschlagswahrscheinlichkeit wird der Januar etwas über seinem Soll im zu nassen Bereich berechnet. Ob das aber so kommen mag, darf bezweifelt werden. Vieles hängt davon ab, wie sich das Wetter über Weihnachten entwickeln wird.

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