Das spannendste aus Sicht der Meteorologie sind die Stunden bis zum 27. Dezember mit der Windentwicklung über Norddeutschland, wo das Hauptwindfeld in der Nacht vom zweiten Weihnachtsfeiertag auf den 27. Dezember den Norden und Nordosten von Deutschland mit teils schweren Sturmböen entlang der Küste überqueren kann. Nach Süden hin wird man - mal abgesehen von den höheren Lagen und den Bergregionen - so gut wie nichts von dem Sturm mitbekommen. Schneefall ist über den östlichen Landesteilen zwischen 400-800 Meter möglich und auch die Ausbildung einer Schneedecke ist über den östlichen Mittelgebirgen, dem Bayerischen Wald und dem Berchtesgadener Land nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus wird sich die Spannung darauf verlagern, wo mit dem nachfolgenden Hochdruckgebiet die Sonne tagsüber zum Vorschein kommen und wo es den ganzen Tag über neblig-trüb oder hochnebelartig bewölkt bleiben wird. Je nachdem wären Temperaturen zwischen +4/+8 Grad, bzw. +0/+5 Grad möglich - in den Nächten ist vor allem über Süddeutschland mit Frost zu rechnen. An Silvester selbst ändert sich zum heutigen Stand noch nicht viel - voraussichtlich trocken, schwachwindig und tagsüber mäßig mild, Nachts Frost möglich.

Die Wettervorhersage Silvester bleibt aber zum heutigen Stand noch unsicher. Der Grund ist die sich langsam verändernde Großwetterlage und es geht hier noch um ein paar Stunden hin oder her. Das Hochdrucksystem, welches das Wetter über Mitteleuropa "zwischen den Tagen" dominiert, verlagert sich zum Ende des Jahres weiter auf den Atlantik und geht dort in einen Hochdruckkeil des Azorenhochs über, welches sich von den Azoren bis nach Grönland erstrecken kann. Der Prozess selbst geht nach der aktuellen Berechnung des amerikanischen Wettermodells nur zögerlich voran, sorgt aber dafür, dass über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 3. Januar 2017 im Verbund zwischen dem Hoch auf dem Atlantik und einem Tief über Skandinavien kühle/kalte Luftmassen aus nördlichen, später nordöstlichen Richtungen nach Mitteleuropa geführt werden können.

So werden die Tageshöchstwerte am 1. Januar zwischen +1/+5 Grad und am 3. Januar 2017 zwischen -4/+1 Grad berechnet. Mit Wind aus nördlichen Richtungen kann es über Norddeutschland - Aufgrund der warmen Nord- und Ostsee - milder bleiben. Wann kommt Schnee? Mit einer nördlich orientierten Grundströmung ist generell auch mit Niederschlag zu rechnen, welcher sich entlang der Mittelgebirge und der Alpen anstauen und dort für längere anhaltende Niederschläge sorgen kann. Nach den aktuellen Berechnungen sollte der Niederschlag im Verlauf des 2./3. Januar bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen können.

Wie wahrscheinlich ist der simulierte Wintereinbruch in den ersten Januar-Tagen nach dem amerikanischen Wettermodell? Eine gesunde Skepsis ist durchaus angebracht, auch wenn das europäische Wettermodell den Wintereinbruch im Zeitraum vom 2./3. Januar in seinen Simulationen mit berücksichtigt und beide Wettermodelle sozusagen die fast identische Entwicklung der Großwetterlage berechnen. Warum dann die Skepsis? Das Wetter auf dem Atlantik "tobt" - und das recht ordentlich. Entscheidend ob ein nachhaltiger Wintereinbruch im ersten Januar-Drittel bevorsteht oder nicht, wird davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem auf dem Atlantik gegen die Tiefdrucksysteme von Neufundland kommend behaupten kann. Kippt das Hoch nach Osten weg, so wäre über Mitteleuropa auch der Weg frei für eine aktiv-dynamische und mäßig milde Westwetterlage. Winterwetter wäre dann nur von sehr kurzer Dauer.

Die Kontrollläufe bestätigen den sich normalisierenden Temperaturtrend vom 1./3. Januar. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Januar zwischen +0/+6 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Norden, Westen und Süden und +3 Grad über dem Osten) und am 3. Januar zwischen -5/+6 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Süden und Osten und +2/+3 Grad über dem Westen und Norden). Wie groß der Entwicklungsspielraum insgesamt noch ist, zeigen die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, welche am 3. Januar zwischen -13/+6 liegen und eine Differenz von bis zu 19 Grad aufweisen. Zum Vergleich: für eine Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2-4 Grad und für eine Wetterprognose von 2-6 Grad wünschenswert. Nichtsdestotrotz ist zum aktuellen Stand eine winterliche Episode Anfang Januar durchaus die wahrscheinlichste aller Varianten. Wie sich der mögliche Wintereinbruch und die Situation hinsichtlich des Schnee darüber hinaus entwickeln könnte, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter Winter 2017.

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