Zwischen Weihnachten und Silvester tut sich hinsichtlich einer winterlichen Entwicklung relativ wenig. Eher das Gegenteil ist mit der stürmischen Entwicklung über Weihnachten und dem nachfolgenden hohen Luftdruck der Fall. Zwar gibt es oberhalb etwa 400 Meter am zweiten Weihnachtsfeiertag und in der Nacht auf den 27. Dezember über den östlichen Regionen Optionen auf etwas Schneefall, mit Winterwetter ist das aber nicht gleichzusetzen, sondern lediglich eine vorübergehende Erscheinung.

Nichtsdestotrotz bleibt der Blick auf den Atlantik zum 31. Dezember spannend. So bildet sich im Bereich zwischen den Azoren und Grönland ein Hochdruckkeil nach Norden aus, was im Januar den Wetterumschwung über Mitteleuropa bringen könnte. Ob damit auch der Winter im Zeitraum vom 1./3. Januar Einzug halten kann, bleibt zum heutigen Stand aber noch abzuwarten.

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 1./3. Januar ein stärker werdendes Hochdrucksystem auf dem Atlantik, welches eine nördlichere Position einnimmt. Somit entstehen hieraus drei mögliche Wetterentwicklungen. In der ersten Variante flacht das Hochdrucksystem ab, so sich dass die atlantische Frontalzone mit "voller" Wucht bis nach Mitteleuropa durchsetzen kann. In Folge daraus wäre erneut mit Starkwindereignissen, einem unbeständigen und mäßig milden Wettercharakter zu rechnen.

In der zweiten Variante wölbt sich das Azorenhoch auf dem Atlantik weiter in Richtung Grönland auf und blockiert die atlantische Frontalzone frühzeitig. Tiefdrucksystemen über Skandinavien fehlt der "Nachschub" und die durch die ausbleibende Unterstützung in Form eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa "tropfen" die Tiefdrucksysteme über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab. In diesem Prozess wären nasskalte Nordwest- bis kalte Nordwetterlagen möglich, was die Möglichkeiten eines Wintereinbruchs über Deutschland erhöht. Dauerfrost wäre ab den mittleren Lagen (400-600 Meter) nicht auszuschließen.

Die dritte Variante entspricht der Wetterlage der vergangenen Wochen. Der Hochdruckkeil auf dem Atlantik fällt relativ rasch in sich zusammen und verlagert sich in einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse bis über Mitteleuropa. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden demnach bis zum 3. Januar weitgehend im Einflussbereich des Hochdrucksystems liegen können.

Die Kontrollläufe stützen vom 1./3. Januar eine mäßig hohe Niederschlagserwartung, was die Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich macht. Betrachtet man die Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, so sinken diese vom 1. Januar mit -0 bis zum 3. Januar auf -3 Grad ab und entsprechen mit ihrem Mittelwert den Jahreszeit-typischen Werten. Das Entwicklungsspektrum ist aber mit einer Temperaturdifferenz von 10 bis 15 Grad als hoch einzustufen, so dass in den nächsten Stunden und Tagen noch mit Veränderungen in die eine oder andere Richtung zu rechnen ist. Das Temperaturspektrum in tieferen Lagen liegt am 1. Januar zwischen -1/+8 Grad (Mittelwert: +2/+3 Grad über dem Süden und Osten und +5/+6 Grad über dem Norden und Westen) und am 3. Januar zwischen -8/+9 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad über dem Süden und Osten und +4/+5 Grad über dem Norden). Mit anderen Worten deutet zum heutigen Stand vieles auf eine nasskalte Wetterentwicklung in den ersten Januar-Tagen mit Optionen auf Schnee ab den mittleren Lagen hin. Ob es in den Tagen darüber hinaus dem Winter gelingen mag, sich durchzusetzen, klären wir gegen 14:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Winter 2017.

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