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Wilder Februar: Wintergewitter mit kräftigem Schneefall - Temperatursturz am Wochenende

| M. Hoffmann

Das Wetter im Februar wird über Deutschland wieder turbulenter. Verantwortlich hierfür ist der Ausläufer eines Tiefdruckgebietes der atlantischen Frontalzone, welcher sich bis Freitag mit seinem Kerngebiet direkt über Deutschland eindreht und zum Wochenende nach Osten abzieht. In diesem Prozess gelangt Deutschland zunächst auf eine ungewöhnlich warme Vorderseiten- und zum Wochenende auf eine kalte Rückseitenströmung. So kommt es mit viel Wind und Niederschlag zunächst zu Tauwetter bis auf höhere Lagen, bevor sich am Wochenende wieder bis auf tiefere Lagen herab winterliche Wetterbedingungen einstellen können. Zum Start in die neue Woche - dem Rosenmontag - folgt der nächste Temperatursprung mit teils kräftigem Niederschlag über der Südhälfte.

Eine Rückseitenströmung lässt am Wochenende die Temperaturen absacken und kann regional für kräftigen Schneefall und örtliche Wintergewitter sorgen © Martin Bloch
Eine Rückseitenströmung lässt am Wochenende die Temperaturen absacken und kann regional für kräftigen Schneefall und örtliche Wintergewitter sorgen © Martin Bloch

Deutschland gelangt heute voll in den Einflussbereich eines Ausläufers der atlantischen Frontalzone. Bei überwiegend starker Bewölkung kommt es zu wiederholtem Niederschlag, der sich im Tagesverlauf zügig nach Nordosten ausdehnt. Der Wind frischt stark böig aus südwestlichen Richtungen kommend auf, kommt jedoch über Teilen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin aus östlichen Richtungen. Dort verweilen die Temperaturen mit +0 bis +4 Grad im nasskalten Bereich, sodass die Niederschläge teils als Eisregen, gefrierender Regen, Schneeregen oder auch als Schnee mit regional erheblicher Glätte niedergehen können (Warnlagenbericht). Weiter nach Süden ist es durchweg Regen der das Tauwetter bis auf die höheren Lagen führt. Phasenweise frischt der Wind stark böig und über exponierten Lagen über dem Süden können auch stürmische Windböen möglich sein.

Tiefdruckkern über Deutschland

Am 12. Februar (Donnerstag) verlagert sich der Kern des Tiefdruckgebiets zwischen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Thüringen. So kommt der Wind über dem Süden stark bis mäßig aus westlichen und über dem Norden aus östlichen Richtungen. Insbesondere über dem Süden sind über exponierten Lagen stürmische Windböen möglich. Orkanartige Winde können über den höheren Lagen der Alpen nicht ausgeschlossen werden. Das Tief trübt den Sonnenschein nahezu vollständig ein und im Tagesverlauf ist mit zeitweiligem, teils länger andauerndem und regional auch ergiebigem Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen erreichen über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nasskalte +0 bis +4 Grad, sodass der Niederschlag erneut als Eisregen, gefrierender Regen, Schneeregen oder auch als Schnee niedergehen kann. Weiter nach Süden ist es bei Temperaturen von +6 bis +12 Grad durchweg Regen mit Tauwetter bis auf die höheren Lagen.

Von Norden wird es kälter

Das Tiefdruckgebiet zieht am 13. Februar (Freitag) mit seinem Kerngebiet über Polen nach Osten ab. Deutschland gelangt zunehmend in eine Rückseitenströmung. So dreht bei überwiegend starker Bewölkung der Wind über dem Norden auf nordöstliche Richtungen und lässt die Temperaturen bis zum Nachmittag auf -1 bis +4 Grad zurückgehen. Zeitweiliger Niederschlag kann als Eisregen, gefrierender Regen, Schneeregen oder auch als Schneefall niedergehen. Etwa südlich der Linie zwischen Münster und Berlin kommt der Wind aus südwestlichen Richtungen, sodass die Temperaturen mit +5 bis +10 Grad für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch bleiben. Der Niederschlag geht dort bis auf die höheren Lagen überwiegend als Regen nieder.

Temperatursturz, Schneefall, Wintergewitter, Dauerfrost und Sonnenschein

Am 14. und 15. Februar (Samstag und Sonntag) zieht das Niederschlagsfeld nach Osten ab und lässt am Samstag kalte Luftmassen polaren Ursprungs aus nördlichen Richtungen bis an die Alpen rauschen. So kommt es im Schwerpunkt südlich einer Linie vom Saarland und Berlin zu zeitweiligem, länger andauerndem und regional auch ergiebigem Niederschlag, der bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend bis auf die tieferen Lagen in Schnee übergeht. Teils unwetterartige Neuschneemengen können im Stau der Alpen erwartet werden. Die einfließende Kaltluft ist labiler Schichtung, sodass lokale Wintergewitter nicht ausgeschlossen werden können. Weiter nach Norden lassen die Niederschläge nach und zum Nachmittag sind über dem Westen die ersten sonnigen Momente möglich.

Der Sonntag präsentiert sich bei aufgelockerter Bewölkung verbreitet sonnig und ruhig. Regional können sich teils dichte Nebelfelder ausbilden und über dem Osten von Bayern und Sachsen ist bis zum Nachmittag noch leichter Schneefall möglich. Der Wind kommt zum Tagesbeginn noch aus nördlichen Richtungen und dreht zum Abend auf südliche Richtungen. Die Tageshöchstwerte erreichen -4 bis +2 Grad, wobei die höheren Werte über den westlich gelegenen Ballungsgebieten zu erwarten sind. Ab Sonntagabend setzt über dem Westen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend erneut Niederschlag ein, der sich in der ersten Nachthälfte westlich einer Linie zwischen Rostock und dem Bodensee nach Osten ausdehnen kann. Anfangs ist der Niederschlag noch als Schnee zu erwarten, geht jedoch im weiteren Verlauf mit ansteigenden Temperaturen zunehmend in Regen über.

Wetter Rosenmontag: Viele Wolken und Dauerniederschlag über dem Süden

Am 16. Februar (Montag) erreicht eine kleine Randtiefentwicklung den Süden von Deutschland. So ist südlich einer Linie zwischen Münster und Dresden bei überwiegend starker Bewölkung mit zeitweiligem Niederschlag zu rechnen, welcher südlich einer Linie vom Saarland und Regensburg länger andauernd und ergiebig ausfallen kann. Weiter nach Norden lockert die Bewölkung gebietsweise auf und ein paar sonnige Momente sind möglich. Kurze Schauer sorgen für etwas Abwechslung. Die Temperaturen steigen kräftig an und erreichen über dem Westen und Südwesten bis +10 Grad, während es entlang des Bayerischen Waldes und über Sachsen, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit +0 bis +5 Grad frischer bleiben kann. Die Schneefallgrenze schwankt über dem Osten zwischen 200 und 600 Meter und steig über den westlichen Landesteilen bis auf die höheren Lagen an.

Ein Auf und Ab der Temperaturen und der Schneefallgrenze
Ein Auf und Ab der Temperaturen und der Schneefallgrenze © www.meteociel.fr || wxcharts.com
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Wetter Deutschland – aktuell

Stand: 08.03.2026 12:20 Uhr
(Darstellung: akt. Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)

Max. Temp. 18,8 °C Weilerswist-Lommersum (Nordrhein-Westfalen)
Min. Temp. -5,7 °C Zugspitze (Bayern)
Max. Böe 54,7 km/h Fichtelberg (Sachsen)
Max. Niederschlag 10,2 mm Elpersbüttel (Schleswig-Holstein)
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Ø Temp. 6,1 °C
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Top-5 Wetterwerte

  • Temperatur (°C) Station
    18,8 Weilerswist-Lommersum (Nordrhein-Westfalen)
    18,5 Neuenahr, Bad-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz)
    18,5 Wuppertal-Buchenhofen (Nordrhein-Westfalen)
    18,3 Königswinter-Heiderhof (Nordrhein-Westfalen)
    18,3 Köln - Bonn (Nordrhein-Westfalen)
  • Temperatur (°C) Station
    -5,7 Zugspitze (Bayern)
    -3,0 Altheim, Kreis Biberach (Baden-Württemberg)
    -3,0 Rottweil (Baden-Württemberg)
    -3,0 Sohland - Spree (Sachsen)
    -2,9 Königshofen, Bad (Bayern)
  • Niederschlag (mm) Station
    10,2 Elpersbüttel (Schleswig-Holstein)
    10,0 Norden-Leybuchtpolder (Niedersachsen)
    9,4 Cuxhaven (Niedersachsen)
    7,5 Dornum (Niedersachsen)
    6,3 Haale (Schleswig-Holstein)
  • Windböe (km/h) Station
    54,7 Fichtelberg (Sachsen)
    51,8 Leuchtturm Kiel (Schleswig-Holstein)
    49,7 Brocken (Sachsen-Anhalt)
    42,5 Carlsfeld (Sachsen)
    36,7 Lippspringe, Bad (Nordrhein-Westfalen)
  • Sonnenschein (h) Station
    6,3 Zugspitze (Bayern)
    6,2 Fürstenzell (Bayern)
    6,1 München-Stadt (Bayern)
    6,0 Ulm-Mähringen (Baden-Württemberg)
    6,0 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)

Daten: Deutscher Wetterdienst

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)