Zum Hauptinhalt springen

Wetterprognose: Gestörte Zirkulation - Eisiger Frostwinter und der Wackelwinter im Februar

| M. Hoffmann

Der Winter bis Februar. Das Zirkulationsmuster stellt sich heute um und dreht von Süd auf Ost. Haben die Temperaturen gestern mit +16,3 Grad einen Höchstwert erreicht, sinken die Temperaturen in den kommenden Tagen wieder ab und bereits Mitte der Woche kommt es über den östlichen und nördlichen Landesteilen zu Dauerfrost. Verantwortlich für die Umstellung der Zirkulation ist ein Hoch über Skandinavien, welches darüber hinaus auch den Polarwirbel schwächt. Ob sich über Deutschland im Februar mit gemäßigten Temperaturen ein Wackelwinter oder mit sibirischer Kälte auch ein eisiger Hochwinter einstellen kann, hängt vom Blockadehoch und der Reaktion vom Polarwirbel ab. Extremwetterlagen bleiben nicht auszuschließen.

Ob ein Eiswinter das Wetter im Februar dominiert, hängt von einem Blockadehoch über Nordeuropa ab © Martin Bloch
Ob ein Eiswinter das Wetter im Februar dominiert, hängt von einem Blockadehoch über Nordeuropa ab © Martin Bloch

Ein Hoch positioniert sich in den kommenden Stunden über Skandinavien und wird sich bis Mitte der kommenden Woche im Bereich zwischen Grönland, Island, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien weiter ausdehnen. Das Hoch blockiert die Frontalzone auf dem Atlantik und lässt die Grundströmung über Mitteleuropa auf Ost kippen. Eine Westwetterlage ist nicht mehr möglich und so stellt sich per Definition eine vollständig gestörte Zirkulation ein.

Es wird wieder kälter - Temperaturen über dem Osten im Frostbereich

Der Temperaturrückgang kommt nicht schlagartig, sondern langsam und sukzessiv schleicht sich die Festlandsluft nach Deutschland. Die Luftmasse ist trocken und so lösen sich in den kommenden Tagen vielerorts die Wolken und Nebelfelder auf, was vielerorts eine maximal mögliche Sonnenscheindauer ermöglicht. Der Wind ist schwach und so ruht die Luftmasse über Deutschland. Eine Durchmischung findet nicht statt und so gehen die Temperaturen von heute mit +12 Grad über dem Westen und +2 Grad über dem Osten bis zum 22. Januar auf -4 Grad über dem Osten und +0 bis +4 Grad über dem Westen zurück. In den Nächten sinken die Tiefstwerte auf -10 bis -0 Grad ab. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Januar.

Der Wind dreht am Wochenende auf Ost und lässt die Temperaturen etwas zurückgehen
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Der Wind dreht am Wochenende auf Ost und lässt die Temperaturen etwas zurückgehen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wie wird das Wetter im Februar?

Das Hoch über Skandinavien stört nicht nur die Zirkulation, sondern auch den Polarwirbel. Interessant war in den letzten Tagen immer wieder zu beobachten, wie die Vorhersage-Modelle mit einem Polarwirbelsplit auch einen Zusammenbruch des Wirbels in Erwägung gezogen haben. Auffällig ist zudem, dass mit der Hintergrundmodulation des QBO-Ost der Polarwirbel in seiner Gesamtstruktur in dieser Wintersaison schwach ist und somit für Störungen anfällig bleibt. Klar ist auch, dass mit dem Februar die Stabilität des Polarwirbels mit steigendem Sonnenstand weiter abnehmen wird und mit einem möglichen Major-Warming in Stratosphärenhöhe auch frühzeitig zusammenbrechen kann.

Zwischen Milderung, Wackelwinter und eisigem Winterwetter

Die Rahmenbedingungen für den Winter sind so gut, wie schon lange nicht mehr. Das liegt unter anderem auch an dem QBO-Ost, der mit seinem 2,2-Jahres-Zyklus in diesem Jahr in den Wintermonaten aktiv ist. Doch auch wenn die Grundlagen hervorragend sind, ist eisiges Winterwetter im Februar nicht zwingend. Die obenstehenden Wetterkarten zeigen bereits eindrücklich, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten liegen. Kippt das Hoch nach Osten ab, wird es rasch wärmer. Verlagert sich das Hoch etwas nach Westen, so rauscht die sibirische Kälte nach Deutschland und bringt bis in den Februar hinein eisig kaltes Winterwetter.

Die Grenzwetterlage

Das europäische Wettermodell hatte in den vergangenen Tagen in seiner Februarprognose immer wieder die Grenzwetterlage ins Spiel gebracht, welche wir gerne als Wackelwinter definieren. Der Grund ist, dass die Frontensysteme nicht klar verteilt sind, sodass man nicht sagen kann, dass der Hochwinter mit viel Schnee Einzug halten oder die warme Südwestwetterlage die Temperaturen rasch ansteigen lassen wird.

Es läuft nach der aktuellen Februarprognose des europäischen Wettermodells auf ein weder-noch, sondern auf ein sowohl-als-auch hinaus. Das Blockadehoch über Skandinavien und dem europäischen Nordmeer nimmt zwar Kontakt zum Aleutenhoch auf, doch findet ein Polarwirbelsplit nicht statt. Der Polarwirbel wird jedoch massiv geschwächt und verhält sich mit einem Cluster zwischen Kanada und Grönland und einem zweiten über Sibirien wie nach einem Split. Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen zwischen den Fronten.

Die Ostanströmung überwiegt, doch kann das Hoch an seinen südlichen Gradienten bis Anfang Februar immer wieder von Tiefdruckausläufern vom Atlantik kommend unterwandert werden. Diese Unterwanderungen schieben der kalten Frostluft Feuchtpakete unter, welche regional und mit Schwerpunkt über den östlichen Landesteilen für nennenswerten Schneefall sorgen können, sodass sich bis in den Februar hinein eine geschlossene Schneedecke ausbilden kann. Die Temperaturen steigen mit den feuchten Luftmassen über dem Süden und Westen teils bis auf +5 Grad an, was den Niederschlag erst oberhalb 400 bis 700 Meter in Form von Schnee niedergehen lässt.

Anfang Februar erhält das Skandinavienhoch Unterstützung in Form des Azorenhochs, welches sich mit einem Keil weit in Richtung Island ausdehnt und die Frontalzone vollständig blockiert. Das wiederum verstärkt die Ostanströmung über Mitteleuropa und die Temperaturen sinken mit der kalten und trockenen Festlandsluft weiter ab, was am 1. Februar Höchsttemperaturen von -6 bis +0 Grad zur Folge hat.

Zusammenfassend eine Grenzwetterlage. Der Winter weicht bis Februar über dem Westen und Süden immer wieder einmal bis auf die mittleren Lagen zurück, festigt sich jedoch über den östlichen Landesteilen.

Die Zirkulation bleibt bis in den Februar hinein vollständig gestört und macht Winterwetter über Deutschland möglich
Die Zirkulation bleibt bis in den Februar hinein vollständig gestört und macht Winterwetter über Deutschland möglich © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Der Eiswinter im Februar

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist der des europäischen Prognosemodells ganz ähnlich - auch hier baut sich zwischen dem 24. und 28. Januar eine Grenzwetterlage auf, doch ist diese deutlich weiter nach Süden verschoben und verläuft parallel zu den Alpen. Das intensiviert die Ostanströmung und lässt die Höchstwerte bis zum 27. Januar auf -8 bis +0 Grad über ganz Deutschland in den Dauerfrostbereich absinken.

Der Winter und die Erhaltungsneigung

Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Vorhersage-Modelle liegt im Grundsatz der Erhaltungsneigung. Das Blockadehoch verweilt im Bereich zwischen Grönland, Island, England, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien und stabilisiert sich immer wieder von neuem, was der Definition einer Erhaltungsneigung entspricht. Die Frontalzone wird vollständig blockiert und der Zustrom eisiger Kaltluftmassen aus östlichen Richtungen reißt nicht ab.

Und da der Kaltluftzustrom nicht abreißt, sinken die Temperaturen bis Februar mit -12 bis -3 Grad weiter ab. In den Nächten sind Tiefstwerte von -15 bis -6 Grad möglich. Bei Aufklaren und über Schnee können die Temperaturen auch die -20 Grad-Marke anstreben.

Winterliche Wetterverhältnisse mit oder ohne Schnee?

Die eisige Frostluft aus Ost ist trocken und geht es nach der Februarvorhersage des amerikanischen Wettermodells, so ist über der Nordhälfte nicht mit viel Niederschlag zu rechnen. Verbreitet herrscht Kahlfrost vor.

Anders die Situation über dem Süden. Dort kann mit der Grenzwetterlage zwischen dem 25. und 28. Januar etwas Schnee erwartet werden, was bis auf die tieferen Lagen zur Ausbildung einer geschlossenen Schneedecke führen kann.

Eisige Frostluft sorgt für hochwinterliches Februarwetter
Eisige Frostluft sorgt für hochwinterliches Februarwetter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Winter kommt zurück

Nach Höchstwerten von bis zu +16,3 Grad wird es in den kommenden Tagen wieder frischer und in der zweiten Wochenhälfte breitet sich der Frost von Ost nach West weiter aus. Die Temperaturen normalisieren sich wieder. Ob der eisige Hochwinter oder doch eine winterliche Wackelvariante das Wetter bis Februar wird dominieren können, hängt von der Position des Blockadehochs und der Reaktion des Polarwirbels auf die Blockade ab.

Da gibt es noch einen gewissen Spielraum, auch im Hinblick auf den Schnee und eine winterliche Landschaft.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Doch so klar, wie eine winterliche Wetterentwicklung nach den Prognose-Modellen erscheint, sind sie nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe nicht. Das Spektrum an Möglichkeiten driftet weit auseinander. So liegen die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe am 28. Januar zwischen -15 und +2 Grad. Der Mittelwert der Höhenwerte schwankt über dem Norden und Osten zwischen -7 und -9 Grad und über dem Süden und Westen zwischen -4 und -6 Grad.

Zum Vergleich: für den Flachlandwinter sind Ende Januar Höhenwerte von -5 bis -7 Grad erforderlich, während für Winterwetter ab den mittleren Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Der Flachlandwinter ist über dem Süden und Westen noch als grenzwertig zu bewerten.

Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bildet das amerikanische Wettermodell die mit Abstand kälteste Variante ab, während die Wackelwintervariante der Europäer vergleichsweise gut im Mittelwert eingebettet ist. Also ja, der Winter wird sich im Verlauf der kommenden Woche bemerkbar machen und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit das Wetter bis in den Februar hinein dominieren können.

Das dennoch gegenüber dem Winter oder Hochwinter ein gesundes Maß an Skepsis entgegengebracht werden muss, zeigt die Wetterprognose der Amerikaner von heute Mittag. Von einem Hochwinter ist Anfang Februar mit Höchstwerten von +5 bis +10 Grad nichts mehr und vom Winter nur wenig übrig.

Schaun mer mal, ob die Prognose-Modelle heute Abend einheitlicher werden und eine klare Richtung für die Wetterentwicklung bis Februar vorgeben können.

Die Halbzeit Winterbilanz

Anmerkung: Da uns derzeit viele Fragen erreichen, ob dieser Winter ein Eiswinter ist. Ein Eiswinter ist mit deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen definiert. Der Januar 2026 ist im Moment mit einer Abweichung gegenüber 1961 und 1990 von -0,1 Grad normal (91/20: -1,5 Grad). Der Winter - dessen Halbzeit jetzt ist - war bisweilen um +1,6 Grad zu warm (91/20: +0,4 Grad). Auffällig ist, dass der Winter zu seiner Halbzeit mit einer Sollerfüllung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 29,5 Prozent erheblich zu trocken ist.

Pattsituation zwischen Blockade und Frontalzone
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Pattsituation zwischen Blockade und Frontalzone © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Januar
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
23. Januar -5 bis +6 Grad -1 bis +3 Grad
27. Januar -10 bis +8 Grad -4 bis +1 Grad
1. Februar -10 bis +9 Grad -1 bis +1 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Febraur 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Februar an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:15 Uhr

Wir wurden heute häufiger gefragt, wie es sein kann, dass ein Vorhersagemodell binnen 6 Stunden von eisigem Hochwinterwetter mit klirrender Kälte zu einer Version kippt, die anstatt Hochwinter ungewöhnlich warmes Wetter zur Folge hat. Ist das nicht unseriös? Nein, ist es nicht und hängt mit der Sensitivität der Druckgradienten zusammen.

Störungen im Polarwirbel - Vorhersage-Modelle werden unsicherer

Sobald sich Störungen im Polarwirbel abzeichnen, reagieren die Vorhersagemodelle häufiger mit Schwankungen - genau deshalb springen die Prognosen von Lauf zu Lauf. In solchen Phasen befindet sich die Atmosphäre in einem Übergangszustand, in dem kleine Unterschiede in der Dynamik große Auswirkungen haben. Ein Hochdruckgebiet, das sich von Skandinavien in Richtung Aleuten auszudehnen versucht, verändert die Wellenstruktur der gesamten Nordhemisphäre. Ob daraus ein echter Polarwirbelsplit entsteht oder nicht, entscheidet sich oft an kleinen und feinen Details.

Die Prognose-Modelle stehen hier vor einem klassischen Problem nichtlinearer Prozesse. Kleine Abweichungen in der Intensität der Wellen, im Timing oder in der vertikalen Kopplung führen zu völlig unterschiedlichen Lösungen und Varianten. Es ist die enorme Sensitivität des Systems, welche zu unsicheren Prognosen führt. Zwar nimmt die Datenabdeckung in der Stratosphäre mit der Höhe ab, doch das Hauptproblem liegt in der physikalischen Unsicherheit.

Erst wenn sich das Blockadehoch über Skandinavien entscheidet durchzubrechen oder zu scheitern, stabilisieren sich die Modellläufe wieder. Dann ist das Strömungsmuster etabliert, die Kopplung klarer und die Vorhersagen werden konsistenter. Bis dahin spiegeln die schwankenden Läufe schlicht wider, wie fragil das aktuelle Setup ist. Wir sagen dann immer gerne: Abwarten - erst muss das Blockadehoch kommen, dann sieht man weiter!

Wir haben nachfolgend einmal die extremsten Varianten ausgesuchter Kontrollläufe gegenübergestellt, um zu zeigen, in welche Richtungen das Wetter in den kommenden Tagen noch kippen kann. Winterwetter und ein kollabierender Polarwirbel sind da nur zwei der möglichen Varianten.

Zwischen einem Kollaps des Polarwirbels und einem Omegahoch über Deutschland
Zwischen einem Kollaps des Polarwirbels und einem Omegahoch über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Modell kippt erneut

Vor diesem Hintergrund ist die obenstehende Erläuterung hilfreich. Denn die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist heute Abend erneut gekippt und berechnet zwar keine hochwinterliche Kälte, aber Winterwetter mit Dauerfrost. Das Hoch über Skandinavien verlagert sich im Zeitraum vom 24. bis 26. Januar weiter in Richtung europäisches Nordmeer, Island und Grönland und lässt am südlichen Gradienten einen Teil der Frontalzone nach Osten vorankommen. Dies führt aus südwestlichen Richtungen mildere Luftmassen nach Norden - eine Grenzwetterlage baut sich über Deutschland auf.

So können die Temperaturen vom 25. bis 27. Januar über der Süd- und Westhälfte mit +4 bis +8 Grad positive Werte erreichen, während es weiter nach Norden und Osten mit -7 bis -1 Grad frostig wird/bleibt. Die Grenzwetterlage verläuft entlang eines breiten Streifens zwischen Bremen und München.

Kaltluft flutet ganz Deutschland

Im Zeitraum vom 27. Januar bis Anfang Februar mischt sich ein Keil des Azorenhochs ein und dehnt sich von den Azoren bis nach Skandinavien aus und geht bis zum 1. Februar eine Querverbindung zum Hoch über Sibirien ein. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in den Einflussbereich der südlichen Hochdruckgradienten, was die Ostanströmung intensiviert und trocken-kalte Luftmassen aus Sibirien nach Westen führt.

Die Temperaturen sinken rasch ab und pendeln sich Anfang Februar auf -5 bis -0 Grad ein. In den Nächten sind Tiefstwerte von -12 bis -4 Grad zu erwarten.

Kommt Schnee? Etwas Schneefall wird es geben können, doch eignet sich die Konstellation aus trockenkalter Festlandsluft und einer Hochdruckdominanz nicht für reichlich Niederschlag. Vielerorts kann Kahlfrost eine Rolle spielen.

Grenzwetterlage über Deutschland. Nachfolgend gelangen kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs nach Mittel- und Osteuropa
Grenzwetterlage über Deutschland. Nachfolgend gelangen kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs nach Mittel- und Osteuropa © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Grenzwetterlage und Winterwetter

Und eine solche gemäßigte Wetterlage berechnet heute Abend das europäische Wettermodell und bleibt dem Prinzip eines Wackelwinters treu. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen zwischen den 23. und 25. Januar zwischen die Fronten der Kaltluft aus Sibirien und der Vorderseitenanströmung eines blockierten Tiefdrucksystems zwischen dem Atlantik, England und Frankreich. Die Temperaturen erreichen am 23. Januar nördlich einer Linie Bremen-Bayerischer Wald -8 bis -0 Grad und südlich davon sind +1 bis +8 Grad möglich.

Die Grenzwetterlage bleibt bis zum 28. Januar zwar erhalten, schwächt sich jedoch ab, was über der Nordhälfte Temperaturen von -6 bis +0 Grad und über der Südhälfte -1 bis +3 Grad möglich machen kann. Höchstwerte von -9 bis +2 Grad sind zu erwarten, wobei die höheren Werte über dem Westen möglich sein können. Wenn man es aus Sicht der Freunde des Winterwetters betrachtet, pfuscht ein Tief auf dem Atlantik im letzten Moment doch noch dazwischen und vereitelt so eine hochwinterliche Wetterlage über ganz Deutschland. Das gesunde Maß an Skepsis ist gegenüber dem Hochwinter nach wie vor angebracht.

Winterwetter

Im Zeitraum vom 28. Januar bis 2. Februar keilt das Azorenhoch nach Norden auf und unterstützt die Blockade - sowohl auf dem Atlantik, als auch über Nordeuropa. Deutschland, die Schweiz und Österreich verbleiben in einer gradientenschwachen Wetterlage mit einer schwachen bis mäßigen östlichen Anströmung gemäßigt kalter Luftmassen. Die Temperaturen gehen - auch über dem Süden und Westen - zurück und pendeln sich über ganz Deutschland zwischen -5 und +1 Grad ein.

Eisige Kälte aus Sibirien ist trocken und nicht für Schneefall geeignet. Besser sind Grenzwetterlagen, wie sie das europäische Wettermodell heute Abend simuliert, wo Feuchtpakete zeitweiligen Schneefall auslösen und so bis Februar verbreitet für eine verschneite Winterlandschaft sorgen kann.

Und ja, die Kontrollläufe favorisieren eine gemäßigte Wintervariante mit etwas Schneefall. Auffällig aber ist und bleibt die breite Spreizung. Nur wenige Kontrollläufe berechnen noch eine deutlich zu warme Wetterentwicklung und mehrheitlich schwanken die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe im Zeitraum vom 24. Januar bis 2. Februar zwischen -4 und -9 Grad. Die Zeichen stehen - trotz der ganzen Unsicherheiten - auf Winterwetter. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Samstagabend.

Der Wackelwinter mit einer Grenzwetterlage und nennenswertem Schneefall
Der Wackelwinter mit einer Grenzwetterlage und nennenswertem Schneefall © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterdaten Februar 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Februar 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. -0,1 °C -0,4 °C -1,6 °C
Sonne (Ø) 9,6 h 13 % 13 %
Niederschlag (Ø) 5,81 mm 11 % 11 %
Wind (Ø) 13,3 km/h
Max. Temp. 14,3 °C Tönisvorst
Min. Temp. -14,0 °C Grambow-Schwennenz
Max. Böe 118,4 km/h Greifswald
Max. 24h Niederschlag 40,0 mm Wismar
Eistage 2.27 38 % 52 %
Frosttage 5.83 32 % 35 %
Bodenfrosttage 6.69 33 % 34 %
Schneetage 4.89 44 % 59 %

Top-10 Extremwerte Februar 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    14,3 07.02.2026 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen
    14,2 03.02.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern
    14,2 03.02.2026 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern
    14,2 07.02.2026 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen
    14,1 07.02.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    14,1 07.02.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    13,7 07.02.2026 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen
    13,5 07.02.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    13,3 03.02.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern
    -0,4 08.02.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -14,0 02.02.2026 Grambow-Schwennenz Mecklenburg-Vorpommern
    -13,3 02.02.2026 Grünow Brandenburg
    -13,3 02.02.2026 Ueckermünde Mecklenburg-Vorpommern
    -13,2 02.02.2026 Feldberg - Mecklenburg Mecklenburg-Vorpommern
    -13,2 02.02.2026 Trollenhagen Mecklenburg-Vorpommern
    -12,8 02.02.2026 Anklam Mecklenburg-Vorpommern
    -12,6 01.02.2026 Zugspitze Bayern
    -12,6 02.02.2026 Angermünde Brandenburg
    -12,2 02.02.2026 Tribsees Mecklenburg-Vorpommern
    -12,1 02.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Datum Station Bundesland
    40,0 05.02.2026 Wismar Mecklenburg-Vorpommern
    21,2 06.02.2026 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg
    17,9 03.02.2026 Homburg, Bad (Filterwerk) Hessen
    17,2 07.02.2026 Seegebiet Mansfelder Land-Röblingen Sachsen-Anhalt
    16,8 03.02.2026 Ebsdorfergrund-Ebsdorf Hessen
    16,3 05.02.2026 Zingst, Ostseeheilbad Mecklenburg-Vorpommern
    16,3 06.02.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    16,1 06.02.2026 Schönwald Baden-Württemberg
    16,0 05.02.2026 Franzburg Mecklenburg-Vorpommern
    15,9 06.02.2026 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg
  • Wert Station Bundesland
    42,4 Wismar Mecklenburg-Vorpommern
    31,9 Holzbach Rheinland-Pfalz
    29,1 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg
    28,7 Utzenfeld Baden-Württemberg
    28,1 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg
    27,5 Nohfelden-Gonnesweiler Saarland
    27,3 Kell am See Rheinland-Pfalz
    26,2 Weiskirchen - Saar Saarland
    24,8 Schönwald Baden-Württemberg
    24,5 Losheim-Niederlosheim Saarland
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Andechs-Erling Bayern
    0,0 Augsburg Bayern
    0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen
    0,0 Boos Bayern
    0,0 Buchloe Bayern
    0,0 Burgau Bayern
    0,0 Eberfing Bayern
    0,0 Egling - Isar-Attenham Bayern
    0,0 Eppishausen-Haselbach Bayern
    0,0 Mistelgau-Hardt Bayern
  • Wert Datum Station Bundesland
    118,4 04.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
    101,5 04.02.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    99,4 03.02.2026 Zugspitze Bayern
    91,1 03.02.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    86,4 03.02.2026 Schönhagen (Ostseebad) Schleswig-Holstein
    85,7 04.02.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
    84,6 03.02.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    84,2 03.02.2026 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen
    83,5 04.02.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein
    82,1 03.02.2026 Fichtelberg Sachsen
  • Wert Station Bundesland
    51,9 Zugspitze Bayern
    42,7 Schneefernerhaus Bayern
    41,6 Leutkirch-Herlazhofen Baden-Württemberg
    39,9 Sigmarszell-Zeisertsweiler Bayern
    39,3 Halblech-Bayerniederhofen Bayern
    38,2 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    38,1 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern
    38,0 Lippstadt-Bökenförde Nordrhein-Westfalen
    37,3 Haltern (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen
    37,0 Bochum Nordrhein-Westfalen
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Berlin-Buch Berlin
    0,0 Berlin-Kaniswall Berlin
    0,0 Berlin-Marzahn Berlin
    0,0 Braunschweig Niedersachsen
    0,0 Bremervörde Niedersachsen
    0,0 Celle Niedersachsen
    0,0 Dachwig Thüringen
    0,0 Seehausen Sachsen-Anhalt
    0,0 Soltau Niedersachsen
    0,0 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Februar 2026 beträgt -0,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell -0,4 °C (91/20 -1,6 °C). Am 07.02.2026 konnte mit 14,3 °C über Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) die höchste und am 02.02.2026 mit -14,0 °C über Grambow-Schwennenz (Mecklenburg-Vorpommern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 3,4 °C Saarland. Frischer ist der Februar 2026 mit einem Durchschnittswert von -4,1 °C bisweilen über Mecklenburg-Vorpommern.

Im Februar 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 5,8 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 11 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 9,6 Stunden ihren Sollwert von 72,0 Stunden zu 13 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 51,9 Stunden über der Zugspitze (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 0,0 Stunden über der Braunschweig (Niedersachsen).

Stand inkl.: || Aktualisiert:
Beta v0.9.4: Aggregierte Daten können Fehler beinhalten (Daten: Deutscher Wetterdienst)

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)