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Wetter Februar 2026 Deutschland - Was vom Wetter zu erwarten ist

| M. Hoffmann

Setzt sich der Hochwinter ab der zweiten Januarhälfte durch, sind winterliche Wetterverhältnisse auch im Februar zu erwarten. Fällt der Hochwinter hingegen mild aus, hat es der Winter schwer, sich überhaupt noch bemerkbar zu machen. Beeindruckende Großwetterlagen ergeben sich jedoch im letzten Wintermonat oft durch erhebliche Turbulenzen, die vom Polarwirbel ausgehen.

Wetter der Extreme möglich - Der Hochwinter im Februar oder folgt eine nachhaltige Milderung?
Wetter der Extreme möglich - Der Hochwinter im Februar oder folgt eine nachhaltige Milderung?

Polarwirbelsplit. Das ist es, worauf Winterfreunde im Februar warten und spekulieren (unter bestimmten Bedingungen ist ein sich destabilisierender Polarwirbel bereits im Januar möglich). Denn im letzten Wintermonat dehnen sich mit steigendem Sonnenstand Hochdrucksysteme in den Polarwirbel hinein aus und beginnen diesen massiv zu stören. Der Polarwirbel wird instabiler und neigt entlang seiner Polarfront häufiger zu Wellenbewegungen. Meridionale Nord-Süd- und Süd-Nord-Wetterlagen sind möglich, und zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für den sogenannten Arctic Outbreak, durch den kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden - in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz - geführt werden können. Aber eines ist auch klar: Mit dem Februar steht zugleich das Winterfinale bevor.

Ein trockener Wintermonat

Die kalte Jahreszeit hat das so an sich: Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht so gut speichern wie warme. Wenn dann noch Hochdruckgebiete die Großwetterlage dominieren, bleibt der Niederschlag aus. Was häufiger für etwas Niederschlag sorgt, sind die oben erwähnten Trogwetterlagen, die mit einer meridional verlaufenden Nord-Süd-Strömung für Abwechslung sorgen können. Für ausreichenden Niederschlag können auch Westwetterlagen verantwortlich sein, doch sind diese im letzten Wintermonat eher unterrepräsentiert .

Grundsätzlich herrscht jedoch weitestgehend Stillstand in der Wetterentwicklung. Die Temperaturen von Land- und Wassermassen haben sich angeglichen, und Turbulenzen nehmen erst Ende Februar wieder zu. Wird der Polarwirbel in Schwingung versetzt, ändert sich die Situation. Generell gilt der Februar als trockenster Monat des Jahres.

Das typische Wetter - Zwischen Winter- und Frühlingsluft

Der letzte Wintermonat ist ein Monat der Gegensätze. Vom Monatsbeginn bis zur Mitte zeigt sich häufig noch der Winter, während im letzten Februardrittel schon mehrfach die +10-Grad-Marke und seltener auch die +15-Grad-Marke erreicht werden kann.

Grund für diese Temperaturgegensätze ist der rasch ansteigende Sonnenstand. Die Natur bereitet sich zur Monatsmitte mit den ersten Pollen auf den Frühling vor. Mit dem steigenden Sonnenstand nehmen die Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen wieder zu, was im Laufe des Monats die Wetteraktivität steigen lässt. Kräftige Schauer überziehen das Land, welche die Landschaft - bei entsprechenden Temperaturen - binnen Minuten weiß werden lassen.

Verläuft der Wintermonat normal, schwanken die Temperaturen zu Beginn meist um den Gefrierpunkt, sinken zum zweiten Drittel nochmals in den Frostbereich ab und steigen in der letzten Dekade in den positiven Bereich an.

Arctic Outbreak - der Zustrom polarer Luftmassen

Im Jahr 2018 fiel der Februar letztmalig zu kalt aus. Die vier Jahre zuvor war der letzte Wintermonat jeweils zu warm. 2020 und 2022 war der Februar mit einer Abweichung von +4,9 Grad und +4,1 Grad sogar extrem warm. Bis der Februar 2024 kam und mit einer Abweichung von +6,17 Grad (91/20: +5,07 Grad) alles in den Schatten und einen neuen Rekord aufstellte.

Verantwortlich für die kalte Witterung 2018 war ein Phänomen, das in der Meteorologie als Major Warming oder plötzliche Stratosphärenerwärmung bezeichnet wird. Kommt eine solche Entwicklung zustande, kann binnen weniger Tage das Wetter in Richtung Winter kippen, mit allen Turbulenzen, die dazugehören. Das ist einer der Gründe, warum es trotz der Klimaerhitzung noch immer zu kalte Februarmonate geben kann. Denn wenn das Zirkulationsmuster erst einmal gestört ist, erholt es sich im Spätwinter nicht mehr. Kommt noch das sogenannte Final-Warming in Stratosphärenhöhe hinzu, kann auch der Märzwinter eine Rolle spielen.

Der QBO-Ost

Ebenfalls begünstigend für einen Wintereinbruch im Februar ist eine negative QBO-Phase. Alle 2,2 Jahre dreht sich die quasi-zweijährige Schwingung von West-Ost auf Ost-West. Geschieht dies, kommt es häufiger zu Schwingungen entlang der Polarfront (Trogwetterlagen) oder zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Hochdrucksystemen über Skandinavien und Island (gestörte Zirkulation). Sind beide Randfaktoren nicht gegeben, fallen die Februarmonate häufiger milder und nicht selten bereits frühlingshaft aus.

Aktuell ist der QBO-Ost voll im Gang und erste Berechnungen zeigen zum Beginn der letzten Januar-Dekade den Ansatz eines Major-Warmings in Stratosphärenhöhe. Dieses Phänomen bleibt jedoch in seiner Art der Entwicklung und Auswirkung noch abzuwarten.

Schnee im Spätwinter

Ein Arctic Outbreak kann im Februar für spektakuläre Wetterlagen sorgen und führt nicht selten über den Norden von Deutschland zu turbulentem Wetter. Warum? Die eisigen Luftmassen polaren Ursprungs ziehen über die relativ warme Nord- und Ostsee nach Süden und verursachen mit kräftigen Schneefällen einen sog. Lake Effect. Weiter über dem Landesinneren lassen die Niederschläge rasch nach. Vielen von Ihnen ist vielleicht noch der Februarmonat 1979 oder 2021 in Erinnerung?

Der Flachlandwinter wird weniger wahrscheinlich

Der Flachlandwinter wird mit der Klimaerhitzung nicht nur im Januar, sondern auch im Februar sieht man Schneeflocken seltener. Warum? Eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von +1,1 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze um etwa 140 bis 170 Meter ansteigt. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von +0,4 Grad liegt die Schneefallgrenze - rein rechnerisch - zwischen 200 und 500 Meter. Mit dem neuen Klimamittelwert von 1991 bis 2020 von +1,5 Grad liegt die Schneefallgrenze zwischen 400 und 600 Meter. Mehr zum Thema: Wann kommt Schnee?

Daten und Fakten

Nach dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 hat der letzte Wintermonat eine durchschnittliche Temperatur von +0,4 Grad. Im Vergleich dazu hat die - wärmere - Referenzperiode von 1991 bis 2020 eine durchschnittliche Temperatur von +1,5 Grad. Anders ausgedrückt, ist der Februar in den vergangenen dreißig Jahren um +1,1 Grad wärmer geworden.

Durchschnittlich sind Niederschlagssummen von 49 l/m² zu erwarten. Die Sonnenscheindauer beträgt im Schnitt 73 Stunden. Das ist nicht viel, aber deutlich mehr als im Januar (44 Stunden) und Dezember (38 Stunden).

Interessant ist die Tatsache, dass die Februarmonate in den vergangenen 20 Jahren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 häufiger mal zu kalt waren. In den vergangenen 10 Jahren war das Wetter in 10 Prozent der Fälle zu kalt, in 10 Prozent normal und in 80 Prozent zu warm. Ein deutlich zu warmer Februar ist somit wahrscheinlicher, als ein normaler oder gar zu kalter.

Die Merkmale

Die nachfolgenden Daten sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 und in Klammern zu 1991 bis 2020 angegeben:
Im Schnitt gibt es 6,1 Eistage (4,4 Tage). Die Anzahl der Frosttage liegt bei rund 18,3 Tagen (16,8 Tage), und an 20,6 Tagen gibt es Bodenfrost (19,9 Tage). An insgesamt 11,2 Tagen kann man eine Schneedecke bewundern (8,3 Tage). Das sind allesamt statistische Werte, die über die Fläche gemittelt wurden.

Februar – Ereignisse: Vergleich der Häufigkeiten mit den Klimamittelwerten 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020
Monat Februar – Ereignisse Häufigkeit (1961 bis 1990) Häufigkeit (1991 bis 2020)
Bodenfrost 20,6 Tage 19,9 Tage
Frosttage 18,3 Tage 16,8 Tage
Eistage 6,1 Tage 4,4 Tage
Schneetage 11,2 Tage 8,3 Tage
Regen 49 l/m² 53 l/m²
Sonnenschein 73 Stunden 75 Stunden

Die Tage werden spürbar länger

Merkt man es im Januar noch nicht so sehr, während im Februar die Tage spürbar heller werden. Dank des höheren Sonnenstandes verlängern sich die Tage von 9 Stunden und 17 Minuten bis zum Ende auf 10 Stunden und 55 Minuten um satte 1 Stunde und 30 Minuten. Das reicht aus, um die Hasel und die Schneeglöckchen zum Blühen zu bringen (phänologische Jahreszeit im Mittel zwischen dem 22. und 24. Februar).

Lässt das Februarwetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Ist es zu Lichtmess mild und rein, wird es ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Bauernregel Februar
Betrachtung der einzelnen Februarmonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufigkeit
Februar warm 7 % 44 % 35
(51 %)
Februar kalt 28 % 21 % 33
(49 %)

Betrachtet man die letzten 68 Jahre, so zeigt sich, wie der dritte Wintermonat den Verlauf des Winters noch nachhaltig beeinflussen kann. War der Februar zu warm, war auch der Winter in 44 Prozent der Fälle zu warm. War er jedoch zu kalt, zeigten sich die Winter in 27 Prozent der Fälle zu kalt.

Die Abweichung der Temperaturen der Februarmonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961–1990 (Februar)
Februar-Monate Tem­peratur Ab­weichung
2021–2023 +3,2 Grad +2,8 Grad
2011–2020 +1,6 Grad +1,2 Grad
2001–2010 +1,4 Grad +1,0 Grad
1991–2000 +1,5 Grad +1,1 Grad
1981–1990 -0,1 Grad -0,5 Grad
1971–1980 +1,1 Grad +0,7 Grad
1961–1970 +0,1 Grad -0,3 Grad

Was fällt auf? In den vergangenen drei Jahrzehnten waren die Februarmonate teils deutlich zu warm, davor eher normal. Man muss kein Wetterexperte sein, wenn man ein im Februar 2026 zu warmes Wetter vorhersagt. Die wärmsten Februarmonate gab es 1990, 1995, 1996, 2000, 2002, 2007, 2008, 2014, 2019, 2020, 2022 und 2024. Darunter war 2024 der wärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, welcher mit einer Durchschnittstemperatur von +6,57 Grad etwa um +6,17 Grad zu warm ausfiel. Der zweitwärmste Februarmonat stammte aus dem Jahre 1990 mit einer Abweichung von +5,3 Grad. Die höchste jemals gemessene Temperatur stammt aber aus dem Jahre 1900, als über der Sternwarte in Jena +23,1 Grad gemessen wurden.

Statistische Auffälligkeiten

  • Hochwinter im Januar führt häufiger zu einer hochwinterlichen Wetterphase zum Monatsbeginn.
  • Der Polarwirbel wird zunehmend instabil.
  • Wenn ein Major Warming auftritt, dann häufiger im letzten Wintermonat.
  • Ein gestörter Polarwirbel führt zu Turbulenzen.
  • Kältere Trogwetterlagen zur Monatsmitte sind wahrscheinlicher.
  • Der Februar ist aus statistischer Sicht einer der trockensten Monate im gesamten Jahr.
  • Ende des Monats steigen die Temperaturen über die +10-Grad-Marke an.
  • Der Sonnenstand steigt weiter an, und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 9 auf 11 Stunden.

Wie wird das Wetter im Februar 2026?

Zum heutigen Stand ist es noch zu früh, um bereits detaillierte Vorhersagen zu treffen. Dennoch gibt es Trends, die Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen. Auffällig ist vor allem der QBO-Ost mit einem starken Aleutenhoch sowie ein insgesamt schwacher Polarwirbel.

Wettertrend nach dem Langfristmodell CFSv2: zu warm

Nach der Langfristprognose des CFSv2-Modells hat sich zwischenzeitlich eine Korrektur ergeben. Statt extrem zu warm soll der Februar nun mit einer Abweichung von +1,5 bis +3,0 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 nur noch deutlich bis erheblich zu warm ausfallen (1991–2020: +0,4 bis +1,9 Grad). In der Niederschlagsprognose wird der letzte Wintermonat etwas zu nass simuliert.

Wetterprognose nach der NASA: zu warm

Nach der Wetterprognose der NASA liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert bei +1 bis +2 Grad, im Trend sogar bis +2,5 Grad (91/20: -0,1 bis +1,4 Grad). Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert als neutral zu bewerten.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Winterwetter nicht ausgeschlossen

Die europäische Langfristprognose berechnet den Februar mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad zwar zu warm (91/20: -0,6 bis +0,4 Grad). Dennoch sind winterliche Abschnitte in der ersten Februarhälfte nicht ausgeschlossen. Daran hat sich in den vergangenen Wochen nichts verändert. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert als durchschnittlich zu bewerten.

Wie entwickelt sich der Winter aktuell?

Bemerkenswert war der Vorstoß polarer Luftmassen Anfang Januar, der am heutigen 6. Januar seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nachfolgend wird das Wetter wieder turbulenter und auch chaotischer, sodass sich am 9. Januar über dem Norden ein Schneesturm nicht mehr ausschließen lässt.

In der Folge wird es milder und die Schneefallgrenze steigt bis auf höhere Lagen an. Die Frage, die im Moment jedoch im Raum steht, ist: Kann sich die Milderung nachhaltig durchsetzen, oder sorgt ein Blockadehoch über Nordeuropa noch für eine Wetterwende, die nicht nur den Hochwinter nach Deutschland zurückbringt, sondern auch das Wetter im Februar 2026 beeinflussen kann?

Eisiges Winterwetter oder ein Polarwirbelsplit

Wie der QBO-Ost mitsamt dem Aleutenhoch das Zirkulationsmuster stört, wird in den Wetterprognosen von heute Abend sehr deutlich hervorgehoben.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells kehrt wieder zur Variante eines Blockadehochs über Nordeuropa zurück. An dessen südlichem Gradienten kann ein Kaltlufttropfen nach Westen über Mitteleuropa geführt werden. Über Deutschland, Österreich und die Schweiz wäre die Milderung damit nicht nachhaltig. Insbesondere über dem Norden kann sich mit Höchstwerten von -14 bis -6 Grad strenger Dauerfrost behaupten. Milder bleibt es mit -8 bis -2 Grad über dem Süden, während in den Nächten die Tiefstwerte auf -18 bis -8 Grad absinken können.

Hinzu kommt zeitweiliger, teils unwetterartiger Schneefall, der bis in tiefere Lagen für tiefwinterliche Wetterverhältnisse sorgen kann.

Der Polarwirbelsplit

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätigt heute Abend die Vorhersage von heute Mittag mit einem Polarwirbelsplit. Dieser kann sich mit einem Hoch von Spanien und Frankreich über Skandinavien bis zu den Aleuten quer durch den Polarwirbel erstrecken. Deutschland liegt dabei bei Temperaturen von +2 bis +6 Grad in einer gradientenschwachen Zone. Kommt die Sonne zum Vorschein, sind bis zu +10 Grad möglich. Herrscht Dauernebel, schwanken die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gegensätzlicher können die Vorhersagemodelle im Moment kaum sein, sind aber jeweils für sich genommen bereits Wegweiser für das Wetter im Februar.

Extremwinter mit unwetterartigem Schneefall oder ein Polarwirbelsplit
Extremwinter mit unwetterartigem Schneefall oder ein Polarwirbelsplit © www.meteociel.fr || wxcharts.com
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