Was vom Wetter im Februar 2023 zu erwarten ist

| M. Hoffmann
Wie steht es um den Winter im Februar 2023?

Setzt sich der Hochwinter ab der zweiten Januarhälfte durch, so sind winterliche Wetterverhältnisse auch im Februar zu erwarten. Fällt der Hochwinter stattdessen mild aus, so hat es der Winter schwer, sich durchzusetzen. Beeindruckende Großwetterlagen ergeben sich aber im letzten Wintermonat oftmals durch erhebliche Turbulenzen vom Polarwirbel ausgehend.

Polarwirbelsplit. Das ist es, worauf Winterfreunde im Februar warten und spekulieren. Denn im letzten Wintermonat dehnen sich mit steigendem Sonnenstand Hochdrucksysteme in den Polarwirbel hinein aus und beginnen diesen zu stören. Der Polarwirbel wird instabiler und neigt entlang seiner Polarfront häufiger zu Wellenbewegungen. Meridionale Nord-Süd und Süd-Nordwetterlagen sind möglich und zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für sog. Arctic Outbreaks an, mithilfe derer kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden - in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz - geführt werden können. Aber eines ist auch klar - mit dem Februar neigt sich der Winter seinem Finale zu.

Ein trockener Wintermonat

Die kalte Jahreszeit hat das so an sich. Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht so gut speichern wie warme und wenn dann noch Hochdruckwetterlagen über das Wetter bestimmen, kommt kein Niederschlag zustande. Was häufiger für etwas Niederschlag sorgt, sind die oben erwähnten Trogwetterlagen, die mit einer meridional verlaufenden Nord-Süd-Strömung für Abwechslung sorgen können. Für ausreichend Niederschlag können auch Westwetterlagen sorgen, doch kommen diese im letzten Wintermonat nicht so häufig vor.

Grundsätzlich aber herrscht weitestgehend Stillstand in der Wetterentwicklung. Land- und Wassermassen haben sich nahezu angeglichen und Turbulenzen sind selten zu erwarten. Wird der Polarwirbel in Schwingung versetzt, sieht die Sache anders aus. Generell gilt der Februar als trockenster Monat im gesamten Jahr.

Das typische Wetter

Ganz klar, der letzte Wintermonat ist ein Monat der Gegensätze. Vom Monatsbeginn bis zur Mitte zeigt sich noch häufig der Winter, während im letzten Februardrittel schon mehrfach die +10 Grad Marke und seltener mal die +15 Grad Marke erreicht werden kann.

Der Grund für diese Temperaturgegensätze ist der rasch ansteigende Sonnenstand und die Natur bereitet sich zur Mitte des Monats mit den ersten Pollen auf den Frühling vor. Mit dem steigenden Sonnenstand nehmen die Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen wieder zu, was im Laufe des Monats die Wetteraktivität ansteigen lässt. Kräftige Schauer überziehen das Land, welche die Landschaft - bei entsprechenden Temperaturen vorausgesetzt - binnen Minuten weiß werden lässt.

Verläuft der Wintermonat normal, so schwanken die Temperaturen zum Beginn meist den Gefrierpunkt, sinken zum zweiten Drittel nochmals in den Frostbereich ab und steigen in der letzten Dekade in den positiven Bereich an.

Arctic Outbreak

Im Jahre 2018 ist der Februarmonat letztmalig zu kalt ausgefallen. Die vier Jahre zuvor war der letzte Wintermonat jeweils zu warm. Verantwortlich war 2018 ein Phänomen, was sich Major-Warming oder die plötzliche Stratosphärenerwärmung nennt. Kommt das zustande, so kippt binnen Tagen das Wetter in Richtung Winter, ⁣ mit allen Turbulenzen, die dazugehören. Das ist u.a. auch ein Grund, warum es trotz der Klimaerhitzung noch immer zu kalte Februarmonate geben kann. Denn ist das Zirkulationsmuster gestört, erholt es sich im Spätwinter nicht mehr. Kommt noch das sog. Final-Warming in Stratosphärenhöhe hinzu, kann auch der März-Winter diskutiert werden.

Der QBO-Ost

Ebenfalls begünstigend für einen Wintereinbruch im Februar ist eine negative QBO Phase. Was das ist? Alle 2,2 Jahre dreht sich die quasi-zweijährige-Schwingung von West-Ost auf Ost-West um. Geschieht das, so kommt es häufiger zu Schwingungen entlang der Polarfront (Trogwetterlagen) oder zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Hochdrucksystemen über Skandinavien und Island (gestörte Zirkulation). Sind beide Randfaktoren nicht in Sicht, so fallen die Februarmonate häufiger milder aus.

Schnee im Spätwinter

Gerade die Arctic Outbreaks können es im Februar in sich haben und nicht selten führt das über den Norden von Deutschland zu turbulentem Wetter. Warum? Die eisigen Luftmassen polaren Ursprungs ziehen über die relativ warme Nord- und Ostsee nach Süden und sorgen mit kräftigen Schneefällen für einen sog. Lake Effect. Weiter über dem Landesinneren lassen die Niederschläge rasch nach. Vielen von Ihnen ist vielleicht noch der Februarmonat 1979 oder 2021 in Erinnerung?

Der Flachlandwinter wird weniger wahrscheinlich

Der Flachlandwinter wird mit der Klimaerhitzung nicht nur im Januar seltener, sondern auch im Februar bekommt man die Schneeflocken seltener zu Gesicht. Warum? Eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von +1,1 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze um etwa 140 bis 170 Meter ansteigt. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von +0,4 Grad liegt die Schneefallgrenze - rein rechnerisch - zwischen 200 und 500 Meter. Mit dem neuen Klimamittelwert von 1991 bis 2020 von +1,5 Grad liegt die Schneefallgrenze zwischen 400 und 600 Meter. Mehr zum Thema: Wann kommt Schnee?

Daten und Fakten

Nach dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 hat der letzte Wintermonat eine durchschnittliche Temperatur von +0,4 Grad. Im Vergleich dazu hat die - wärmere - Referenzperiode von 1991 bis 2020 eine durchschnittliche Temperatur von +1,5 Grad. Auf andere Art formuliert ist der Februar in den letzten dreißig Jahren durch die Klimaerhitzung um +1,1 Grad wärmer geworden.

Durchschnittlich sind Niederschlagssummen von 49 l/m² zu erwarten. Die Sonnenscheindauer beträgt im Schnitt 73 Stunden. Das ist nicht viel, doch deutlich mehr wie im Januar (44 Stunden) und Dezember (38 Stunden).

Interessant ist die Tatsache, dass die Februarmonate in den letzten 20 Jahren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 häufiger mal zu kalt waren. In den letzten 10 Jahren war das Wetter in 20 Prozent der Fälle zu kalt, in 10 Prozent normal und in 70 Prozent zu warm. Ein deutlich zu warmer Februar ist zwar wahrscheinlicher, aber keineswegs gesichert.

Die Merkmale

Die nachfolgenden Daten sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 und in Klammer von 91/20:
Im Schnitt gibt es 6,1 Eistage (4,4 Tage). Die Anzahl der Frosttage liegt bei rund 18,3 Tagen (16,8 Tage) und an 20,6 Tagen gibt es Bodenfrost (19,9 Tage). An insgesamt 11,2 Tagen gibt es eine Schneedecke zu bewundern (8,3 Tage). Das sind allesamt statistische Werte auf die Fläche gemittelt.

Die Tage werden spürbar länger

Merkt man es im Januar noch nicht so sehr, so werden die Tage im Februar spürbar heller. Dank des höheren Sonnenstandes verlängern sich die Tage mit 9 Stunden und 17 Minuten bis zum Ende auf 10 Stunden und 55 Minuten um satte 1 Stunde und 30 Minuten. Das reicht aus, um die Hasel und die Schneeglöckchen zum Blühen zu bringen (phänologische Jahreszeit im Mittel zwischen dem 22. bzw. 24. Februar).

Lässt das Februarwetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Ist es zu Lichtmess mild und rein, wird es ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Bauernregel Februar
Betrachtung der einzelnen Februar-Monate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Februar warm 7 % 44 % 35 (51 %)
Februar kalt 28 % 21 % 33 (49 %)

Betrachtet man die letzten 68 Jahre, so zeigt sich, wie der dritte Wintermonat den Verlauf des Winters noch nachhaltig beeinflussen kann. War der Februar zu warm, so war auch der Winter in 44 Prozent der Fälle zu warm. War er jedoch zu kalt, so zeigten sich die Winter in 27 Prozent der Fälle zu kalt.

Die Abweichung der Temperaturen der Februar-Monate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Februar-Monate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2020 +1,6 Grad +1,2 Grad
2001-2010 +1,4 Grad +1,0 Grad
1991-2000 +1,5 Grad +1,1 Grad
1981-1990 -0,1 Grad -0,5 Grad
1971-1980 +1,1 Grad +0,7 Grad
1961-1970 +0,1 Grad -0,3 Grad

Was fällt auf? In den letzten drei Jahrzehnten waren die Februarmonate teils deutlich zu warm. Davor eher normal. Man braucht kein Wetterexperte zu sein, wenn man ein im Februar 2023 zu warmes Wetter voraussagt. Die wärmsten Februarmonate gab es 1990, 1995, 1996, 2000, 2002, 2007, 2008, 2014, 2019, 2020 und 2022. Darunter war 1990 der wärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, welcher mit einer Durchschnittstemperatur von +5,74 Grad etwa um +5,3 Grad zu warm ausfiel. Der zweitwärmste Februarmonat stammte aus dem Jahre 2020, mit einer Abweichung von +4,9 Grad. Die höchste jemals gemessene Temperatur stammt aber aus dem Jahre 1900, als über der Sternwarte in Jena +23,1 Grad gemessen wurden.

Statistische Auffälligkeiten

  • Hochwinter im Januar führt häufiger zu einer hochwinterlichen Wetterphase zum Monatsbeginn
  • Polarwirbel wird zunehmend instabil
  • Wenn ein Major Warming auftritt, dann häufiger im letzten Wintermonat<
  • Gestörter Polarwirbel führt zu Turbulenzen
  • Kältere Trogwetterlagen zur Monatsmitte wahrscheinlicher
  • Der Februar ist aus statistischer Sicht mit einer der trockensten Monate im gesamten Jahr
  • Ende des Monats steigen die Temperaturen über die +10 Grad Marke an
  • Sonnenstand steigt weiter an und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 9 auf 11 Stunden

Wie wird das Wetter im Februar 2023?

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Wettertrend Februar nach dem Langfristmodell CFSv2: deutlich zu warm

Geht es nach der Langfristprognose des CFSv2 Modells, so soll das Wetter im Februar 2023 mit einer Abweichung von +1,0 bis +2,0 Grad und im Trend von bis +3,0 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 deutlich zu warm ausfallen (1991-2020: -0,1 bis +1,9 Grad). In der Niederschlagsprognose wird der letzte Wintermonat normal bis leicht zu trocken berechnet.

Wetterprognose nach der NASA: zu warm

Die Temperaturabweichung beträgt nach der Wetterprognose der NASA gegenüber dem vieljährigen Mittelwert +1 bis +2 Grad und im Trend bis +3,0 Grad (91/20: -0,1 bis +1,9 Grad). Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert unauffällig und im Trend leicht negativ zu bewerten (etwas zu trocken).

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Winterwetter nicht ausgeschlossen

Mit einer Differenz von +0,5 bis +2,0 Grad berechnet die europäische Langfristprognose den Februar zwar zu warm (91/20: -0,6 bis +0,9 Grad), doch sind winterliche Abschnitte in der ersten Februar-Hälfte nicht auszuschließen. Die Niederschlagsprognose ist durchschnittlich und über dem Süden und Westen etwas zu trocken.

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Februar 2023 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte Januar

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2022 +10,56 +2,3 +1,23 672 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Februar

Das Wetter zeigt sich im letzten Wintermonat abwechslungsreich. Von kräftigen Schneeschauern bis hin zu frühlingshaften Temperaturen ist alles möglich.

  • Je nachdem, ob sich das Winterhoch im Januar noch halten kann, zeigt sich der Februar ebenfalls hochwinterlich mit reichlich Schnee.
  • Troglagen sind relativ häufig anzutreffen (65%)
  • Zwischen dem 15. und 24. Februar zeigt sich in vielen Fällen eine Kälteperiode (70 %)
  • Im Anschluss wird es häufiger wieder milder

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