Wetter Februar 2021 Wettervorhersage vom 21.01.2021 - Von frühlingshaft mild bis zum Polarwirbelsplit mit einer Grenzwetterlage

Grenzwetterlage Anfang Februar?

Ungewöhnlich mild, dann winterlich mit nachfolgend frühlingshaft milden Temperaturwerten. Die Zonalisierung läuft auf Hochtouren - gilt das auch für den Februar oder funkt ein Polarwirbelsplit dazwischen?

Stürmische Winde ziehen aktuell über Deutschland hinweg und sorgen über dem Norden und exponierten Lagen für schwere und über den Küstenregionen für orkanartige Windböen mit einem entsprechendem Schadpotential (Windprognose). Der Wind führt außergewöhnlich milde Luftmassen nach Deutschland, was über Metzingen (Baden-Württemberg) um 11:20 Uhr schon zu +14,6 Grad geführt hat.

Am Wochenende winterlicher

Und so schwindet die teils bis zu 40 cm hohe Schneedecke bis auf die höheren mittleren Lagen. Die Milderung ist durchgreifend und wirkt zusammen mit dem Wind wie ein Föhn auf die Schneedecke - man kann beim Abschmelzen regelrecht zusehen. Das ändert sich zum Wochenende. Der Wind dreht auf nördliche Richtungen und führt kühlere Luftmassen nach Deutschland. Bis zum Start in die neue Woche sinken die Werte über dem Süden auf -2 bis +2 Grad und über dem Norden, Westen und Osten auf +0 bis +5 Grad ab. Oberhalb etwa 400 bis 600 Meter setzt Dauerfrost ein und Schnee der fällt, bleibt auch liegen. Darunter sind Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer möglich. Mehr dazu: Wetter Januar 2021.

Nach fast frühlingshaft milden Werten senkt sich der Winter zum Wochenende auf die mittleren Lagen ab
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nach fast frühlingshaft milden Werten senkt sich der Winter zum Wochenende auf die mittleren Lagen ab
© www.meteociel.fr

Die Wetterentwicklung bis Februar

Man erkennt es schon auf der oben gezeigten Wetterkarte, dass die Wellenbewegung entlang der Polarfront hoch ist und eine stabile Wetterlage so nicht zu erwarten ist.

Windig und mild

Was nach dem Wintereinbruch light folgt, ist das zweite Tief auf dem Atlantik, was das Azorenhoch vor sich herschiebt und bis Anfang Februar über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer milden Südwestwetterlage führt.

Frühlingshaft

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet zum Ende des Monats Tageswerte, die mit +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad extrem warm und frühlingshaft mild sind. Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ist mit +6 bis +12 Grad weniger extrem, doch im gleichen Maße unwinterlich. Anders formuliert zeigt sich der Temperaturtrend bis Anfang Februar dem Frühling deutlich näher als dem Winter.

Zeitweilige Niederschläge sind zu erwarten, die zwischen dem 27. und 29. Januar kräftiger und ergiebiger ausfallen können. Zudem spielt der Wind erneut eine Rolle, der zeitweilig stark böig bis stürmisch und über exponierten Lagen und den Küstenregionen mit schweren Sturmböen auf sich aufmerksam machen kann.

Mildes, windiges und phasenweise turbulentes Wetter
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Mildes, windiges und phasenweise turbulentes Wetter
© www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit?

Interessant ist, dass beide Vorhersage-Modelle zum 1. Februar eine sehr ähnliche Großwetterlage berechnen, die sich zwar in den Details für Deutschland, Österreich und der Schweiz stark unterscheiden, doch das Geschehen innerhalb des Polarwirbels wird identisch abgebildet, was Anfang Februar eine Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada wenig wahrscheinlich macht. Stattdessen bildet sich der Hochdruckkeil zwischen den Aleuten bis über das europäische Nordmeer aus.

Anders formuliert wird der Ansatz eines Polarwirbelsplits zum Februar wahrscheinlicher. Damit es über Deutschland für Winterwetter bis auf tiefere Lagen reicht, muss das Azorenhoch als Atlantikblockade und als finaler Zusatz zum formvollendeten Polarwirbelsplit ins Spiel gebracht werden.

Nach dem Wettertrend des amerikanischen Wettermodells gelingt es dem Hoch aber nicht, diese Hochdruckachse aufzubauen und so verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz bis zum 4. Februar im Einflussbereich der Tiefdrucksysteme, die möglicherweise eine Grenzwetterlage herbeiführen. Über dem Norden werden Tageswerte von +0 bis +4 Grad und über dem Süden von bis +12 Grad simuliert.

Der Polarwirbelsplit nur im Ansatz - Über Deutschland beginnt der Februar mit einer Grenzwetterlage
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Polarwirbelsplit nur im Ansatz - Über Deutschland beginnt der Februar mit einer Grenzwetterlage
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Auf den Punkt gebracht: nasskalter Wettertrend

Die zweite Welle der Milderung schlägt bis Ende Januar zu und kippt Anfang Februar in eine nasskalte Witterung, die anfangs noch zu einer Grenzwetterlage über Deutschland führen können.

Für Februar typische Temperaturen

Die Milderung wird im Zeitraum vom 27. bis 31. Januar von den Kontrollläufen gestützt, wenngleich die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells mit Abstand eines der wärmsten Varianten abbildet. Die Wetterprognose der Europäer entspricht mehr dem, was die Kontrollläufe abbilden. Anfang Februar sinkt das Temperaturniveau mit einem Mittelwert von +2 bis +4 Grad auf einen Bereich ab, der sich an dem vieljährigen Durchschnittswert von 1961 bis 1990 orientiert, aber für Winterwetter zu mild ist. Optional bleibt hingegen der Winter ab den mittleren Lagen.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
27. Januar -2 bis
+6 Grad
+0 bis
+4 Grad
31. Januar -4 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
4. Februar -5 bis
+10 Grad
+1 bis
+3 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm

Wie sich die Wetterprognose des Polarwirbels im Laufe des Tages verändert hat und was die Randfaktoren über den weiteren Verlauf des Februars verraten, erläutern wir heute Abend gegen 20:15 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Winter 2021.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,57 +2,6 +1,3 398 l/m² - extrem zu trocken

Das Wetter zeigt sich im letzten Wintermonat abwechslungsreich. Von kräftigen Schneeschauern bis hin zu frühlingshaften Temperaturen ist alles möglich.

  • Je nachdem, ob sich das Winterhoch im Januar noch halten kann, zeigt sich der Februar ebenfalls hochwinterlich mit reichlich Schnee.
  • Troglagen sind relativ häufig anzutreffen (65%)
  • Zwischen dem 15. und 24. Februar zeigt sich in vielen Fällen eine Kälteperiode (70 %)
  • Im Anschluss wird es häufiger wieder milder

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