Die kommenden Tage werden stürmisch ausfallen und von dem ruhigen Wetter der letzten Tage nicht mehr allzu viel übrig lassen. Der Höhepunkt der Windereignisse wird aber auch heute Nachmittag für den Donnerstag, den 18. Januar berechnet. Bei simulierten Windgeschwindigkeiten von 40 bis 80 km/h, teils auch bis 100 km/h in tieferen Lagen und über 120 km/h über exponierten Lagen und entlang der Küste ist von einem erhöhten Unwetterpotential auszugehen. Im Nachgang wird es wieder etwas kälter, was Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen und zur Ausbreitung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen möglich machen kann.

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Spannende Wettertage stehen bevor

Nicht nur das aktuelle Wettergeschehen der sog. Kurzfristprognose (s. Wetter Januar 2018) ist interessant, sondern auch die erweitere Mittel- und Langfristprognose bekam in den letzten 48 Stunden ordentlichen Schwung. Eine von beiden Wettermodellen plausible Verlängerung des Winterwetters bis zum 24./25. Januar wurde in den letzten Stunden kurzerhand gekippt und statt Dauerfrost werden ab dem 23. Januar Werte von +5 bis +10 Grad in Aussicht gestellt.

Auswirkungen auf das Wetter im Februar 2018

Was aber ist an dieser Milderung dran und wie ist diese einzustufen? Das amerikanische Wettermodell zählte mit seinem Hauptlauf lange Zeit zu den kalten Ausreißern, seit gestern werden aber vom Hauptlauf sehr warme Varianten berechnet. Schaut man auf die Kontrollläufe, so gehören die Hauptläufe zu den extrem warmen Varianten. Der Mittelwert der Kontrollläufe ist etwa um 7 bis 10 Grad kälter. Was ist da los?

Hierzu muss man verstehen, dass die Wettermodelle sich nicht um das kümmern, was vorher war. Sie kümmern sich auch nicht um die Wetterwünsche vieler Menschen. Sie rechnen einfach nur mit den Daten, mit denen sie gefüttert werden. Diese Realdaten werden dann mit minimal veränderten Parametern neu berechnet und heraus kommen die sog. Kontrollläufe. Liegen die Kontrollläufe eng beieinander und ist der Hauptlauf darin gut eingebettet, so ist die Wetterprognose nahezu gesichert. Ist das Spektrum entsprechend groß und liegt der Hauptlauf am oberen oder unteren Rand des Spektrums, so ist größte Vorsicht geboten und die Eintreffwahrscheinlichkeit als gering einzustufen. Die Differenz des Spektrums sollte bei einer vernünftigen Wettervorhersage zwischen 2 bis 4 Grad und bei einer Wetterprognose zwischen 2 bis 6 Grad betragen. Aktuell liegt das Spektrum der Höhentemperaturen (rund 1.400 Meter Höhe) der Kontrollläufe bspw. für den 28. Januar zwischen -7 bis +7 Grad und die Differenz beträgt 14 Grad. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells liegt am Ende mit +7,5 Grad am oberen Ende des Spektrums und ist vom Mittelwert etwa 7 Grad entfernt. Das unterstreicht noch einmal, dass eine Milderung im letzten Januar-Drittel nicht auszuschließen - ja vielleicht auch wahrscheinlich - aber zum heutigen Stand keinesfalls gesetzt ist.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Veränderungen sind zu erwarten

Wie sich das Wetter im Februar 2018 entwickeln wird, hängt auch stark davon ab, welche Großwetterlage sich in der letzten Januardekade einstellen wird. Derzeit gibt es drei Optionen, welche in den Berechnungen immer wieder hervorstechen.

  1. In der ersten Variante verlagert sich das Azorenhoch in Richtung der Mittelmeerregion und Mitteleuropa und die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone laufen auf das Hochdrucksystem auf. In Folge daraus kann sich eine relativ milde Südwestströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz einstellen, welche auch Auswirkungen auf die ersten Februartage haben kann.
  2. In der zweiten Variante setzt sich - wider Erwarten - ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum durch. Die winterlichen Optionen wären hierbei am höchsten zu bewerten und würden in letzter Konsequenz auch Auswirkungen auf das Februarwetter haben können.
  3. Die dritte Variante besticht durch ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster, bei der sowohl kalte wie auch milde Wetterphasen vorkommen können - auch Grenzwetterlagen wären nicht auszuschließen. Misch Masch Winter, oder auch nasskalter Wettercharakter genannt.

Wie man sieht, ist so ziemlich jede Wetterkonstellation möglich. Welcher Wettertrend ist aber zu erkennen?

Wetter Februar 2018: Randfaktoren

Ein Minor-Warming in Stratosphärenhöhe - wie er im Winter häufiger vorkommt - wird weiterhin berechnet. Allerdings zum aktuellen Stand ohne in ein Major-Warming überzugehen und hat für den Augenblick wenig Relevanz für die Entwicklung des Polarwirbels.

Polarwirbelberechnung Februar

Minor-Warming nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Die zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades der sog. 10 hPa Fläche (30 km Höhe) sinken von einem überdurchschnittlichen Niveau von rund 200 km/h auf 70 km/h ab. Interessant wird diese Entwicklung aber erst, wenn der Wind negativ wird, denn das bedeutet eine Ost-West Windumkehr, welche den Polarwirbel stark beeinflussen kann.

Der AO-Index wird negativ und der NAO-Index neutral berechnet. Das lässt auf eine geringere Eintreffwahrscheinlichkeit einer Südwest- bis Südwetterlage schließen und fördert eher nasskalte West- bis Nordwestwetterlagen.

Wettervorhersage Februar 2018 nach dem Langfristmodell

Möchte man den Wetterprognosen des Langfristmodells Glauben schenken, so wäre das Wetter im Februar 2018 gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad als zu warm zu bewerten. Hinsichtlich der Niederschlagswahrscheinlichkeit berechnet das Langfristmodell eine Abweichung in die negative Richtung, so dass das Februarwetter gegenüber seinem Sollwert zu trocken ausfallen könnte.

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr mit einem Update der Wetterprognose Winter.

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