Nach dem ruhigen Wetter der letzten Tage, stehen im Verlauf der neuen Januar-Woche turbulente Wettertage bevor. Nicht nur stürmische Windböen, Regen und Schnee werden Begleiter sein, nein, auch ein mögliches Extremwetterereignis mit erhöhtem Unwetterpotential steht am Donnerstag mit orkanartigen Winden bevor. Die Temperaturen gehen hoch und runter und lassen - insbesondere am Mittwoch - auch Schneefall bis in tiefere Lagen zu, bevor es am Donnerstag kurzzeitig mal milder werden kann. Darüber hinaus setzt sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit der Winter bis in mittlere Lagen durch.

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Wie nachhaltig ist der Wintereinbruch und kann der Februar 2018 davon betroffen sein?

Wie stabil die mögliche Winterwetterlage sein wird, hängt derzeit noch von mehreren Faktoren ab. Aber es sieht ganz danach aus, als ob sich der Winter - zumindest bis zum 22. Januar - bis in die mittleren Lagen festigen kann. So werden in den Berechnungen von heute Nachmittag am 22. Januar Tageshöchstwerte von -1 bis +2 Grad über dem Westen und Nordwesten und -4 bis 0 Grad über dem Südosten berechnet. In den Nächten wäre dann - je nach Schneedecke und Aufklaren - Tiefstwerte von 0 bis -8 Grad möglich.

Ob der Februar 2018 - zumindest in seinen ersten Tagen - winterlich ausfallen kann, wird stark davon abhängen, ob sich der Trog über Mitteleuropa stabilisieren und sich im weiteren Verlauf vielleicht sogar noch ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum ausbilden kann. Schaut man sich die aktuellen Simulationen der Polarwirbels an, so ist das Potential zu erkennen, auch wenn Deutschland, Österreich und die Schweiz sich nach diesen Berechnungen auf der milderen Hochdruckseite befinden. Das wird sich bis zum Februar hinein auch noch mehrfach ändern können, zeigt aber das mögliche Potential.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Wetter Februar 2018: vieles hängt von der Entwicklung des Polarwirbels ab

Stabilisiert sich der Polarwirbel ähnlich wie Ende Dezember (um die Weihnachtszeit), so ist zunächst einmal mit einer Westströmung zu rechnen. Der Winter wäre in diesem Fall nahezu erledigt, da hinten heraus auch vom Festland keine knackig kalten Luftmassen mehr zur Verfügung stünden. Aktuell ist aber ein stabiler Polarwirbel derzeit nicht zu erwarten. Vielmehr sind kräftigere Wellenbewegungen entlang der Polarfront möglich, welche die Winteroptionen auch nach Deutschland, Österreich und die Schweiz bringen.

Lassen die Randfaktoren einen Rückschluss auf das Februarwetter 2018 zu?

Schaut man auf die aktuelle Entwicklung der Randfaktoren, so wird der AO-Index weitgehend negativ und der NAO-Index neutral berechnet. Ohne jetzt eine lange Erklärung abzuliefern zeigt sich demnach eine höhere Wahrscheinlichkeit für nasskalte Nordwest- bis winterliche Nordwetterlagen. Anders formuliert ist eine Stabilisierung des Polarwirbels - zum aktuellen Stand - nicht in Sicht.

Ein weiteres Phänomen ist die plötzliche Stratosphärenerwärmung, welche in zwei Abschnitten verläuft. Erst ein Minor-Warming - welches im Winter recht häufig vorkommt - und in der zweiten Phase etwa alle 1 bis 3 Jahre in ein sog. Major-Warming übergehen kann. Gelingt der Sprung, so beeinträchtigt das massiv die Entwicklung des Polarwirbels und so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf Polarwirbelsplits mit meridionalen Wetterlagen. Aktuell wird ein kräftiges Minor-Warming berechnet, welches aber den Sprung zum Major-Warming nicht schafft und somit keine nennenswerte Auswirkungen auf das Februarwetter haben kann. Nichtsdestotrotz bleibt diese Entwicklung in den kommenden Tagen zu beobachten

Polarwirbelberechnung Februar

Kräftiges Minor-Warming nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: kalte erste Februar-Tage

Die Kontrollläufe stützen zwar mehrheitlich eine ansteigende Temperaturtendenz zum Februar 2018, aber der Mittelwert pendelt sich auf den Jahreszeit-typischen Wert ein. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 29. Januar zwischen -11 bis +6 Grad bei einem Mittelwert von -1 bis 0 Grad über dem Süden und Osten und -1 bis +1 Grad über dem Norden und Westen. Mild ist etwas anderes - Hochwinter aber auch.

Wichtig für alle, die Anfang bis Mitte Februar 2018 in die Winterferien wollen: die aktuelle Wetterentwicklung bringt in den Alpen und deren mittleren Lagen ordentlich Neuschnee. Teils werden in der erweiterten Schneeprognose Neuschneemengen von 60 bis 100 cm berechnet. Damit kann in den Alpenregionen eine gute Schneegrundlage für den Februar geschaffen werden.

Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 20:30 Uhr mit einem kurzen Update der Wettervorhersage Winter.

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