Die ersten Plusgrade werden über Süddeutschland nach Nebelauflösung schon örtlich am Freitag erreicht werden können und bis zum Sonntag kann es mit +0/+4 Grad über dem Osten und +4/+8 Grad über dem Westen schon verbreitet frostfrei werden. Zu den ansteigenden Temperaturen gesellt sich am Sonntag auch Niederschlag, welcher mit einsetzendem Regen oder Eisregen auf dem gefrorenen Boden noch für erhebliche Glätte sorgen könnte. Sinken die Temperaturen in den Nächten über dem Süden am Donnerstag und Freitag noch auf -12/-7 Grad und über dem Norden auf -5/0 Grad ab, so verlagert sich in der Nacht auf Samstag und Sonntag der Nachtfrost auf die Regionen etwa östlich der Linie Hamburg - Bodensee (Details s. Wetter Januar 2017).

Zum Start in die neue Woche setzt sich an den letzten beiden Januar-Tagen voraussichtlich die Milderung weiter durch, so dass bei einer leichten Niederschlagsneigung die Werte bis zum Dienstag auf +6/+12 Grad über dem Westen und +1/+5 grad über dem Osten ansteigen könnten. Die Betonung liegt auf "könnten", da im Detail die Warmluftzufuhr von beiden Wettermodellen noch unterschiedlich interpretiert wird. So berechnet das europäische Wettermodell die Gradientenstruktur weiterhin schwach, was in einigen Regionen die Temperaturwerte im Bereich der 0 Grad belassen könnte. Erfahrungsgemäß verläuft so eine Milderung typischerweise in drei Etappen. Die erste Front bringt mit Niederschlag den ersten Schwall milder Luft, welche jedoch rasch abkühlen und die kalte Luft nicht vollständig ausräumen kann, erst das zweite und dritte Tiefdrucksystem machen die Milderung mit weitern Niederschlägen durchgreifend und auch nachhaltig.

Das amerikanische Wettermodell berechnet diese rasche Abfolge von Tiefdrucksystemen Ende Januar bis zum 4. Februar, was die Milderung mit weiteren Niederschlägen bis in höhere Lagen nachhaltig macht. So könnte sich das Tauwetter bis in Lagen von 1.500 - 2.000 Meter durchsetzen. Über die Stärke des Tauwetters wird zum einen der Wind und zum anderen die Niederschläge entscheidend sein. Aktuell berechnet das amerikanische Wettermodell Anfang Februar einen zunehmenden Wind, welcher vor allem über exponierten Lagen und entlang der Küste in Böen auch stürmisch sein kann. Die Niederschlagserwartung ist aber eher als gering einzustufen und kann vor allem an der Alpensüdseite für einiges an Niederschlag sorgen. Die Grundvoraussetzungen für eine typische Föhnwetterlage sind also gegeben und blickt man auf die Maximaltemperaturen Anfang Februar, so zeigen sich die höchsten Werte mit +8/+14 Grad nördlich der Mittelgebirge, nördlich des Schwarzwaldes und nördlich der Alpen.

Anders bleiben hingegen die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Zwar sorgt auch nach dieser Simulation die herannahende atlantische Frontalzone für eine Winddrehung aus südliche Richtung mit nachfolgender Milderung, allerdings weicht das Hochdrucksystem über dem östlichen Kontinent nicht so schnell zurück und stellt sich gegen die Frontalzone. Deutschland, Österreich und die Schweiz können somit zwischen den Fronten liegen, wobei der Hochdruckeinfluss stärker als wie nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells sein könnte. Mit anderen Worten: Milderung ja, aber mit weniger Wind und einer geringeren Niederschlagsneigung.

Es ist zum heutigen Stand sehr wahrscheinlich, dass sich die Milderung in den ersten Februar-Tagen in ganz Deutschland durchsetzen kann. Deutlicher zeigt sich der Trend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welcher am 1. Februar bei 5/25/70 und am 4. Februar bei 0/25/75 liegen kann. Das mögliche Temperaturspektrum erstreckt sich am 1. Februar von +0/+12 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Osten und bis +8 Grad über dem Westen) und am 4. Februar zwischen +1/+13 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Osten, +7 Grad über dem Norden, sonst zwischen +7/+9 Grad). Das ist relativ eindeutig. Ob und wie die Milderung sich im ersten Februar-Drittel festigen kann, oder ob das nur eine vorübergehende "Pause" des Winters sein kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Winter 2017, welcher heute Abend gegen 20:45 Uhr nochmals aktualisiert wird.

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