Bereits für Ende Januar zeigen die Wettermodelle erneut die Milderung der Temperaturwerte, welche sich in den Simulationen von heute Nachmittag erneut bestätigt haben. So können zum 28. Januar die Temperaturen mit +1/+6 Grad überwiegend und bis Ende Januar mit +7/+12 Grad verbreitet im positiven Bereich liegen.

Setzt sich das milde Wetter auch im Februar 2017 fort?

Die Großwetterlage zeigt sich nach den Berechnungen von heute Nachmittag in einer "schönen" langgezogenen Kaltluftkette vom europäischen Nordmeer über Grönland bis nach Kanada reichend und grenzt an seiner südlichen Seite jeweils direkt an den "warmen" Atlantik an. So können entlang der Temperaturgegensätze eine ganze Reihe an Tiefdrucksystemen entstehen, welche in raschen Abständen auf Mitteleuropa zusteuern. Die atlantische Frontalzone hat sich bis zum 1. Februar über Skandinavien positionieren können. In Folge dessen ist dreht das Strömungsmuster Anfang Februar auf West und kann später auf Südwest drehen. Somit ist die eingangs gestellte Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ja zu beantworten.

Welche Wetterlagen können sich daraus entwickeln?

Mit der Frontalzone über Skandinavien sind i.d.R. drei gängige Wetterlagen möglich: mild Südwest, mäßig mild und aktiv-dynamisch West, oder nasskalt Nordwest. Winterliche Varianten würden in diesem Fall nur dann zustande kommen, wenn sich auf dem Atlantik das Azorenhoch nach Norden aufwölbt und die Tiefdruckrinne unterbindet. Damit könnte ein meridionales Grundmuster in Erscheinung treten, was im weiteren Verlauf mit einer nördlichen Grundströmung für winterliche Verhältnisse sorgen könnte. Das ist aber nach den aktuellen Simulationen zwar nicht gänzlich auszuschließen, jedoch gibt den Takt der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland vor. Somit gibt sich kaum eine Möglichkeit für das Hochdrucksystem sich nach Norden aufzustellen.

Was für Wetter ist Anfang Februar 2017 zu erwarten?

Zum aktuellen Stand ist ein unbeständiger, teils windiger und für die Jahreszeit etwas zu milder Wettercharakter in den ersten Februar-Tagen am wahrscheinlichsten. Zuspruch kommt von den Kontrollläufen, deren Simulation der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe von +0/+3 Grad winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen fast ausschließen und eher noch für eine höhere Wahrscheinlichkeit für Tauwetter bis in höhere Lagen spricht. Deutlicher zeigt sich das am Temperaturspektrum, welches am 1. Februar zwischen -4/+13 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und Norden, +8 Grad über dem Westen und +4 Grad über dem Osten) und am 5. Februar zwischen -3/+13 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Westen, +5/+6 Grad über dem Norden und Süden und +4 Grad über dem Osten) liegen kann.

Kann das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe etwas verändern?

Ausgeschlossen ist das nicht. Die "Miesere" für die Freunde des Winterwetters liegt aber zunächst einmal in einem Hochdrucksystem über den Aleuten begründet, welches den Kaltlufttransport des Polarwirbels in Richtung Grönland und Kanada in Gang setzt. Berechnet wird das Aleutenhoch zum Ende Januar und baut dabei über die Laptew See eine Verbindung zum sibirischen Hochdrucksystem auf. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kommt es am Ende zu einem Strömungsmuster wie es die Grafik zeigt. Fast der gesamte aktive Teil des Polarwirbels liegt dort, wo er für winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa am ungünstigsten liegt. Aber zurück zum Minor-/Major-Warming. Das wird weiterhin sehr kräftig berechnet und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt am 29. Januar. Anschließend stellt sich die Frage, ob es für ein sog. Major-Warming reicht, welches mit einer Umkehr der zonalen Winde von West-Ost auf Ost-West auch die unteren Luftschichten und damit den Polarwirbel beeinflussen kann. War in den letzten Tagen die Berechnung der zonalen Winde in der 10 hPa Fläche (Stratosphärenhöhe) entlang des 65. Breitengrades noch leicht negativ (Umkehr), so bleiben diese heute überwiegend positiv (keine Umkehr). Die Maximalgeschwindigkeit von +210 km/h wird Anfang Februar auf +36 km/h reduziert.

Zusammenfassung

Seit ein paar Tagen berichten wir darüber, dass vieles gegen winterliche Wetterverhältnisse Anfang Februar spricht. Das bestätigt sich nun von Tag zu Tag. Sicherlich ist es noch eine ganze Weile bis zum Februar hin und gerade beim Wetter kann sich da noch einiges ändern. Aber bleibt die Konstellation der Wettersysteme so wie sie aktuell berechnet werden, ist ein milder Start in den Februar wahrscheinlicher als Winterwetter bis in tiefere Lagen.

Welcher Einfluss müsste sich verändern?

Das Warming in Stratosphärenhöhe hat auch heute das Potential sich zu einem Major-Warming weiterzuentwickeln und somit für Veränderungen hinsichtlich der Polarwirbelstruktur beizutragen. Viel wichtiger ist allerdings das Hochdrucksystem über den Aleuten. Wenn das den aktiven Teils des Polarwirbels über Kanada/Grönland verfrachtet, dann hilft auch der "schönste" Polarwirbelsplit mit dem kräftigsten Major-Warming nichts.

Wie könnte sich das Wetter im Februar weiterentwickeln?

Das Langfristmodell berechnet für Februar in seiner heutigen Wettervorhersage eine Abweichung von +1/+2 Grad im deutlich zu warmen Bereich und eine deutlich zu trockene Niederschlagserwartung. Die Wetterlage ist ähnlich der aus dem Dezember 2016, welcher bekanntlich mit +2,1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm und zu trocken ausfiel. Aber auch das ist noch mit einer gewissen Skepsis zu bewerten, denn andere Langfristmodelle berechnen den Februar auch zu kalt. Um es auf den Punkt zu bringen: setzt sich die kalte Luft über Kanada/Grönland fest, so wird es der Winter zunehmend schwerer haben sich mit dem steigenden Sonnenstand im Februar noch einmal durchzusetzen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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