Die Wettermodelle berechnen kaum einen Unterschied zu gestern. So liegt Anfang Februar ein Hochdrucksystem östlich von Deutschland, während westlich davon die Tiefdrucksysteme heran rauschen. Das hat bis Ende Januar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine von West nach Ost voranschreitende Milderung zur Folge, so dass am 31. Januar die simulierten Tageswerte über dem Westen zwischen +5/+10 Grad und über dem Osten zwischen +0/+5 Grad liegen könnten.

Was ist für Anfang Februar für ein Wetter möglich?

Es wird ganz darauf ankommen, welches der beiden Systeme sich durchsetzen kann. Zum aktuellen Stand sind die folgenden drei Entwicklungsvarianten die Wahrscheinlichsten Varianten. In der ersten Variante bleibt das Hochdrucksystem über dem östlichen Europa präsent, während sich vom Azorenhoch über die Mittelmeerregion ein Hochdruckkeil nach Osteuropa aufbauen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten dadurch in eine relativ milde Südwestwetterlage gelangen, bei der es über dem Nordwesten unbeständiger als über dem Südosten sein kann. In der zweiten Variante dehnt sich das Hochdrucksystem über Osteuropa weiter nach Westen aus und liegt quer über Mitteleuropa. In diesen Fall würde es zu einer gradientenschwachen und zu Nebel und Hochnebel neigenden Wetterlage kommen. In der dritten Variante zieht sich das Hochdrucksystem zurück und ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Entwicklungsspielraum. Dann wären auch aktiv-dynamische Wetterentwicklungen bei einem insgesamt unbeständigen Wettercharakter möglich (Westdrift).

Gibt es Winterwetter Anfang Februar?

Betrachtet man die Simulationen von gestern und heute, so zeigt sich nicht einmal im Ansatz die Möglichkeit für winterliche Varianten. Die Temperaturen der Kontrollläufe in ca. 1.500 Meter Höhe bleiben mit ihrem Mittelwert jeweils über der 0 Grad Marke - für Dauerfrost bis in tiefere Lagen wäre Anfang Februar schon Höhentemperaturen von -5/-7 Grad notwendig. Der Blick nach Kanada zeigt unverändert den Kaltluftzustrom in Richtung Atlantik, was dort die Tiefdruckproduktion antreibt. Da ist so ein blockierendes Hoch über Mitteleuropa nicht unüblich und durchaus plausibel. Damit würde die Wetterlage sehr der aus dem Dezember 2016 ähneln, was letzten Endes zu einem deutlich zu trockenen und auch zu warmen Abschluss führte. Schaut man sich die aktuelle Wettervorhersage Februar 2017 des Langfristmodells an, so wird dieser mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet - und um den Vergleich mit dem Dezember 2016 zu vollenden: auch in der Niederschlagsprognose zeigt sich für den Februar ein deutlich negativer Trend ab (zu trocken). Die seit Dezember anhaltende Trockenheit könnte - im Falle eines Eintreten - zu einem ernsten Problem für die Vegetation und dem Grundwasser werden (19.01.2017 - Baden-Württemberg: Grundwasser sinkt auf Rekordtief | Video dazu).

Was macht das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe?

Es entwickelt sich "prächtig" - Höhepunkt wird weiterhin für den 28./29. Januar mit einer Temperatur von ca. +10 Grad, wo normalerweise Werte von -60/-80 Grad herrschen. Und auch die Berechnungen der zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in der 10 hPa Fläche weisen weiterhin eine deutliche Schwächung bis hin zu einer Umkehr auf. So liegt der Maximalwert Ende Januar bei ca. +210 km/h und sinkt binnen weniger Stunden auf +0 km/h ab und wird im weiteren Verlauf Anfang Februar mit -36 km/h auch negativ berechnet (Umkehr West-Ost auf Ost-West). Potential für eine grundsätzliche Veränderung beim Wetter Anfang Februar ist also vorhanden - ob das in eine winterliche Richtung gehen kann, lässt sich zum heutigen Stand nicht sagen - ausgeschlossen werden kann das aber auch nicht.

Was wäre bei einem Major-Warming für Strömungen möglich?

Wie immer wird es auf die Hochdrucksysteme ankommen. Aktuell zeigt sich eine Variante, bei der sich von den Aleuten her ein Hochdrucksystem in Richtung Nordpolregion vorschiebt. Das wäre für Freunde des Winterwetters eine denkbar ungünstige Ausgangslage - selbst bei einem möglichen Polarwirbelsplit. Warum? Ganz einfach: Hochdrucksysteme drehen sich im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn. Das Hoch über den Aleuten würden den Zustrom kalter Luftmassen nach Kanada begünstigen und über kurz oder lang zu einem Ausbruch der Kaltluftmassen bis weit in den Süden führen. Gleichzeitig könnte sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa nach Norden ausdehnen und über dem Nordpol eine Hochdruckverbindung zum Hochdrucksystem über den Aleuten aufbauen. Sollte das eintreten, so könnte man zwar von einem Polarwirbelsplit sprechen, allerdings wäre die Konstellation als Stabil und selbst erhaltend zu bezeichnen und für längere Zeit über Mitteleuropa für eine milde und trockene Dauerhochperiode führen. Man sieht, dass selbst bei einem Polarwirbelsplit nicht zwangsweise winterliche Wetterbedingungen über Mitteleuropa vorherrschen müssen.

Zusammenfassung: Winter zu Ende?

Nein, der Winter geht meteorologisch noch bis zum 28. Februar und kalendarisch bis zum 20. März 11:28 MEZ. So bleibt das Warming sicherlich abzuwarten und kann die bislang sicher geglaubte Milderung bis in den Februar hinein noch auf den Kopf stellen - da ist aber viel Theorie dahinter und worauf es ankommt, ist die Praxis. Man darf also gespannt sein, wie sich das weiterentwickelt. Insbesondere der Trend zur Umkehr der zonalen Winde sind ein vielversprechendes Signal, auch wenn der möglicherweise folgende Polarwirbelsplit zum heutigen Stand für Freunde des Winters in einer ungünstigen Position verlaufen kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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