In der Simulation des amerikanischen Wettermodells zeigte sich heute Nachmittag kaum eine Veränderung in der Wetterprognose für die letzten Januar-Tage. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit für eine deutliche Milderung zum Ende des Monats (s. Wetter Winter).

Gestern aber zeigte das europäische Wettermodell eine Variante, welche eine Absolutheit der Milderung - bis in den Februar - noch in Frage stellen lässt, denn auch heute wurde die Variante erneut berechnet, allerdings weiter östlich, so dass Deutschland, , Österreich und die Schweiz in einem relativ milden Zustrom der Luftmassen verbleiben kann.

Für die ersten Februar-Tage berechnet das amerikanische Wettermodell einen kompletten Abbau des Hochdrucksystems über Mittel- und auch Osteuropa. Stattdessen positioniert sich das Hochdrucksystem über den Azoren in einer relativ flachen West-Ost Richtung. Zur gleichen Zeit strömen über dem östlichen Kanada kalte Luftmassen in Richtung Neufundland nach Süden, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik ansteigen lassen kann. In Folge dieser Entwicklung dreht das Zirkulationsmuster von meridional auf zonal und eröffnet dem sog. Westdrift alle Möglichkeiten sich über Mitteleuropa auszubreiten und festzusetzen. Das kann in Form einer milden Südwest-, aktiv-dynamischen und mäßig milden West-, oder aber auch turbulenten und nasskalten Nordwestwetterlage geschehen. Winterliche Varianten wären demnach Anfang Februar bei einer nasskalten Variante lediglich den Lagen ab 400-600 Meter vorbehalten.

Kaum Chancen auf Winter Anfang Februar? Nicht ganz, denn schaut man auf die Kontrollläufe, so zeigt sich bereits Ende Januar ein Normalisierungstrend der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert in ca. 1.500 Meter Höhe. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Wert von etwa +3 Grad am 28. Januar auf -2 Grad in 1.500 Meter Höhe Anfang Februar sinkt. Zumindest ab den Lagen von ca. 800-1.300 Meter könnte das Tauwetter Anfang Februar bereits wieder beendet sein.

Der Trend der Kontrollläufe eröffnet also noch Chancen auf ganz andere Entwicklungen, welche aber u.a. auch von der Entwicklung des Polarwirbels abhängen. Allen voran das kräftige Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welches seinen vorläufigen Höhepunkt am 28. Januar mit +10 Grad erreichen kann. Damit aus dem Minor- auch ein Major-Warming werden und damit den Polarwirbel nachhaltig beeinflussen kann, sollte entlang des 65. Breitengrades die zonale West-Ost Windgeschwindigkeit abnehmen und sich in eine Ost-West Zirkulation umkehren. In den letzten Tagen zeigte sich, dass dies wohl nicht der Fall ist, sich die Windgeschwindigkeit aber von 178 km/h auf etwa 40 km/h verringern kann. Heute "gelingt" die Umkehr erneut nicht, der Wind wird jedoch weiter auf bis zu 20 km/h abgeschwächt - viel fehlt da nicht und man darf die nächsten Simulation durchaus mit einer gewissen Spannung erwarten.

Betrachtet man die Entwicklung des Polarwirbels abseits der Stratosphäre, so zeigt sich eine Ansammlung des aktiven Kältepols des Polarwirbels über dem Bereich Kanada und Grönland, was - zum heutigen Stand - ein Fürsprecher der milden Temperaturentwicklung Ende Januar und auch Anfang Februar ist. Das Langfristmodell geht auf diese Entwicklung ein und berechnet das Wetter Februar mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Über den südlichen Landesteilen kann die Abweichung auch bis zu +2 Grad betragen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 20:45 in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

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