Bereits für Ende Januar zeigen die Wettermodelle erneut die Milderung der Temperaturwerte, welche sich in den Simulationen von heute Nachmittag erneut bestätigt haben. So können zum 28. Januar die Temperaturen mit +1/+6 Grad überwiegend und bis Ende Januar mit +7/+12 Grad verbreitet im positiven Bereich liegen.

Setzt sich das milde Wetter auch im Februar 2017 fort?

Die Großwetterlage zeigt sich nach den Berechnungen von heute Nachmittag in einer "schönen" langgezogenen Kaltluftkette vom europäischen Nordmeer über Grönland bis nach Kanada reichend und grenzt an seiner südlichen Seite jeweils direkt an den "warmen" Atlantik an. So können entlang der Temperaturgegensätze eine ganze Reihe an Tiefdrucksystemen entstehen, welche in raschen Abständen auf Mitteleuropa zusteuern. Die atlantische Frontalzone hat sich bis zum 1. Februar über Skandinavien positionieren können. In Folge dessen ist dreht das Strömungsmuster Anfang Februar auf West und kann später auf Südwest drehen. Somit ist die eingangs gestellte Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ja zu beantworten.

Welche Wetterlagen können sich daraus entwickeln?

Mit der Frontalzone über Skandinavien sind i.d.R. drei gängige Wetterlagen möglich: mild Südwest, mäßig mild und aktiv-dynamisch West, oder nasskalt Nordwest. Winterliche Varianten würden in diesem Fall nur dann zustande kommen, wenn sich auf dem Atlantik das Azorenhoch nach Norden aufwölbt und die Tiefdruckrinne unterbindet. Damit könnte ein meridionales Grundmuster in Erscheinung treten, was im weiteren Verlauf mit einer nördlichen Grundströmung für winterliche Verhältnisse sorgen könnte. Das ist aber nach den aktuellen Simulationen zwar nicht gänzlich auszuschließen, jedoch gibt den Takt der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland vor. Somit gibt sich kaum eine Möglichkeit für das Hochdrucksystem sich nach Norden aufzustellen.

Was für Wetter ist Anfang Februar 2017 zu erwarten?

Zum aktuellen Stand ist ein unbeständiger, teils windiger und für die Jahreszeit etwas zu milder Wettercharakter in den ersten Februar-Tagen am wahrscheinlichsten. Zuspruch kommt von den Kontrollläufen, deren Simulation der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe von +0/+3 Grad winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen fast ausschließen und eher noch für eine höhere Wahrscheinlichkeit für Tauwetter bis in höhere Lagen spricht. Deutlicher zeigt sich das am Temperaturspektrum, welches am 1. Februar zwischen -4/+13 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und Norden, +8 Grad über dem Westen und +4 Grad über dem Osten) und am 5. Februar zwischen -3/+13 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Westen, +5/+6 Grad über dem Norden und Süden und +4 Grad über dem Osten) liegen kann.

Kann das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe etwas verändern?

Ausgeschlossen ist das nicht. Die "Miesere" für die Freunde des Winterwetters liegt aber zunächst einmal in einem Hochdrucksystem über den Aleuten begründet, welches den Kaltlufttransport des Polarwirbels in Richtung Grönland und Kanada in Gang setzt. Berechnet wird das Aleutenhoch zum Ende Januar und baut dabei über die Laptew See eine Verbindung zum sibirischen Hochdrucksystem auf. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kommt es am Ende zu einem Strömungsmuster wie es die Grafik zeigt. Fast der gesamte aktive Teil des Polarwirbels liegt dort, wo er für winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa am ungünstigsten liegt. Aber zurück zum Minor-/Major-Warming. Das wird weiterhin sehr kräftig berechnet und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt am 29. Januar. Anschließend stellt sich die Frage, ob es für ein sog. Major-Warming reicht, welches mit einer Umkehr der zonalen Winde von West-Ost auf Ost-West auch die unteren Luftschichten und damit den Polarwirbel beeinflussen kann. War in den letzten Tagen die Berechnung der zonalen Winde in der 10 hPa Fläche (Stratosphärenhöhe) entlang des 65. Breitengrades noch leicht negativ (Umkehr), so bleiben diese heute überwiegend positiv (keine Umkehr). Die Maximalgeschwindigkeit von +210 km/h wird Anfang Februar auf +36 km/h reduziert.

Zusammenfassung

Seit ein paar Tagen berichten wir darüber, dass vieles gegen winterliche Wetterverhältnisse Anfang Februar spricht. Das bestätigt sich nun von Tag zu Tag. Sicherlich ist es noch eine ganze Weile bis zum Februar hin und gerade beim Wetter kann sich da noch einiges ändern. Aber bleibt die Konstellation der Wettersysteme so wie sie aktuell berechnet werden, ist ein milder Start in den Februar wahrscheinlicher als Winterwetter bis in tiefere Lagen.

Welcher Einfluss müsste sich verändern?

Das Warming in Stratosphärenhöhe hat auch heute das Potential sich zu einem Major-Warming weiterzuentwickeln und somit für Veränderungen hinsichtlich der Polarwirbelstruktur beizutragen. Viel wichtiger ist allerdings das Hochdrucksystem über den Aleuten. Wenn das den aktiven Teils des Polarwirbels über Kanada/Grönland verfrachtet, dann hilft auch der "schönste" Polarwirbelsplit mit dem kräftigsten Major-Warming nichts.

Wie könnte sich das Wetter im Februar weiterentwickeln?

Das Langfristmodell berechnet für Februar in seiner heutigen Wettervorhersage eine Abweichung von +1/+2 Grad im deutlich zu warmen Bereich und eine deutlich zu trockene Niederschlagserwartung. Die Wetterlage ist ähnlich der aus dem Dezember 2016, welcher bekanntlich mit +2,1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm und zu trocken ausfiel. Aber auch das ist noch mit einer gewissen Skepsis zu bewerten, denn andere Langfristmodelle berechnen den Februar auch zu kalt. Um es auf den Punkt zu bringen: setzt sich die kalte Luft über Kanada/Grönland fest, so wird es der Winter zunehmend schwerer haben sich mit dem steigenden Sonnenstand im Februar noch einmal durchzusetzen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Die Wettermodelle berechnen kaum einen Unterschied zu gestern. So liegt Anfang Februar ein Hochdrucksystem östlich von Deutschland, während westlich davon die Tiefdrucksysteme heran rauschen. Das hat bis Ende Januar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine von West nach Ost voranschreitende Milderung zur Folge, so dass am 31. Januar die simulierten Tageswerte über dem Westen zwischen +5/+10 Grad und über dem Osten zwischen +0/+5 Grad liegen könnten.

Was ist für Anfang Februar für ein Wetter möglich?

Es wird ganz darauf ankommen, welches der beiden Systeme sich durchsetzen kann. Zum aktuellen Stand sind die folgenden drei Entwicklungsvarianten die Wahrscheinlichsten Varianten. In der ersten Variante bleibt das Hochdrucksystem über dem östlichen Europa präsent, während sich vom Azorenhoch über die Mittelmeerregion ein Hochdruckkeil nach Osteuropa aufbauen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten dadurch in eine relativ milde Südwestwetterlage gelangen, bei der es über dem Nordwesten unbeständiger als über dem Südosten sein kann. In der zweiten Variante dehnt sich das Hochdrucksystem über Osteuropa weiter nach Westen aus und liegt quer über Mitteleuropa. In diesen Fall würde es zu einer gradientenschwachen und zu Nebel und Hochnebel neigenden Wetterlage kommen. In der dritten Variante zieht sich das Hochdrucksystem zurück und ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Entwicklungsspielraum. Dann wären auch aktiv-dynamische Wetterentwicklungen bei einem insgesamt unbeständigen Wettercharakter möglich (Westdrift).

Gibt es Winterwetter Anfang Februar?

Betrachtet man die Simulationen von gestern und heute, so zeigt sich nicht einmal im Ansatz die Möglichkeit für winterliche Varianten. Die Temperaturen der Kontrollläufe in ca. 1.500 Meter Höhe bleiben mit ihrem Mittelwert jeweils über der 0 Grad Marke - für Dauerfrost bis in tiefere Lagen wäre Anfang Februar schon Höhentemperaturen von -5/-7 Grad notwendig. Der Blick nach Kanada zeigt unverändert den Kaltluftzustrom in Richtung Atlantik, was dort die Tiefdruckproduktion antreibt. Da ist so ein blockierendes Hoch über Mitteleuropa nicht unüblich und durchaus plausibel. Damit würde die Wetterlage sehr der aus dem Dezember 2016 ähneln, was letzten Endes zu einem deutlich zu trockenen und auch zu warmen Abschluss führte. Schaut man sich die aktuelle Wettervorhersage Februar 2017 des Langfristmodells an, so wird dieser mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet - und um den Vergleich mit dem Dezember 2016 zu vollenden: auch in der Niederschlagsprognose zeigt sich für den Februar ein deutlich negativer Trend ab (zu trocken). Die seit Dezember anhaltende Trockenheit könnte - im Falle eines Eintreten - zu einem ernsten Problem für die Vegetation und dem Grundwasser werden (19.01.2017 - Baden-Württemberg: Grundwasser sinkt auf Rekordtief | Video dazu).

Was macht das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe?

Es entwickelt sich "prächtig" - Höhepunkt wird weiterhin für den 28./29. Januar mit einer Temperatur von ca. +10 Grad, wo normalerweise Werte von -60/-80 Grad herrschen. Und auch die Berechnungen der zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in der 10 hPa Fläche weisen weiterhin eine deutliche Schwächung bis hin zu einer Umkehr auf. So liegt der Maximalwert Ende Januar bei ca. +210 km/h und sinkt binnen weniger Stunden auf +0 km/h ab und wird im weiteren Verlauf Anfang Februar mit -36 km/h auch negativ berechnet (Umkehr West-Ost auf Ost-West). Potential für eine grundsätzliche Veränderung beim Wetter Anfang Februar ist also vorhanden - ob das in eine winterliche Richtung gehen kann, lässt sich zum heutigen Stand nicht sagen - ausgeschlossen werden kann das aber auch nicht.

Was wäre bei einem Major-Warming für Strömungen möglich?

Wie immer wird es auf die Hochdrucksysteme ankommen. Aktuell zeigt sich eine Variante, bei der sich von den Aleuten her ein Hochdrucksystem in Richtung Nordpolregion vorschiebt. Das wäre für Freunde des Winterwetters eine denkbar ungünstige Ausgangslage - selbst bei einem möglichen Polarwirbelsplit. Warum? Ganz einfach: Hochdrucksysteme drehen sich im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn. Das Hoch über den Aleuten würden den Zustrom kalter Luftmassen nach Kanada begünstigen und über kurz oder lang zu einem Ausbruch der Kaltluftmassen bis weit in den Süden führen. Gleichzeitig könnte sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa nach Norden ausdehnen und über dem Nordpol eine Hochdruckverbindung zum Hochdrucksystem über den Aleuten aufbauen. Sollte das eintreten, so könnte man zwar von einem Polarwirbelsplit sprechen, allerdings wäre die Konstellation als Stabil und selbst erhaltend zu bezeichnen und für längere Zeit über Mitteleuropa für eine milde und trockene Dauerhochperiode führen. Man sieht, dass selbst bei einem Polarwirbelsplit nicht zwangsweise winterliche Wetterbedingungen über Mitteleuropa vorherrschen müssen.

Zusammenfassung: Winter zu Ende?

Nein, der Winter geht meteorologisch noch bis zum 28. Februar und kalendarisch bis zum 20. März 11:28 MEZ. So bleibt das Warming sicherlich abzuwarten und kann die bislang sicher geglaubte Milderung bis in den Februar hinein noch auf den Kopf stellen - da ist aber viel Theorie dahinter und worauf es ankommt, ist die Praxis. Man darf also gespannt sein, wie sich das weiterentwickelt. Insbesondere der Trend zur Umkehr der zonalen Winde sind ein vielversprechendes Signal, auch wenn der möglicherweise folgende Polarwirbelsplit zum heutigen Stand für Freunde des Winters in einer ungünstigen Position verlaufen kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.
Alles, aber auch wirklich alles spricht derzeitig gegen einen Wintereinbruch bis Ende Januar und auch noch bis in den Februar hinein. Der AO- und NAO-Index werden weitgehend im positiven Bereich berechnet, der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada / Grönland nach Süden in Richtung Neufundland ist als intakt zu bezeichnen und um dem noch eines oben drauf zusetzen korrigiert das Langfristmodell seine Wettervorhersage Februar erneut und passt sich der aktuellen Entwicklung weiter an.

So liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber den langjährigen Mittelwerten nach den Berechnungen des Langfristmodells im Februar zwischen +0,5/+2 Grad im überwiegend deutlich zu warmen Bereich. Hinzu kommt, dass die Niederschlagsentwicklung deutlich negativ (zu trocken) berechnet wird. Möchte man dies interpretieren, so wäre im Februar eine ähnliche Wetterlage wie vom Dezember 2016 durchaus möglich. Der Winter hätte dann kaum mehr Chancen sich durchzusetzen, denn für Dauerfrost bis in tiefere Lagen müssten die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe auf -7/-10 Grad absinken.

So und nun? Kann der Winter als beendet erklärt werden?

Auch wenn alles dagegen spricht, so einfach ist das beim Wetter nicht, zumal es Einflussfaktoren gibt, welche die möglich in "Stein gemeißelte" Wetterentwicklung kurzerhand verändern können und aus mild wird entweder noch milder, oder eben Winter. Eines dieser Phänomene und dessen Entwicklung beschreiben wir in den letzten Tagen immer wieder: das Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe.

Was ist an einem Major-Warming so besonders und wie soll es das Wetter so schnell verändern können?

Gleich vorweg: bleibt es bei einem sog. Minor-Warming mit positiv zonalen Winden entlang des 65. Breitengrades in Stratosphärenhöhe, so wird sich aller Voraussicht nach wenig verändern. Gelingt jedoch die Weiterentwicklung zu einem Major-Warming mit einer Umkehr der zonalen Wind auf Ost-West, so können die unteren Luftschichten und damit der Polarwirbel massiv in ihrer Entwicklung gestört werden. Zuletzt war das 2009/2010 der Fall. Und wer sich noch erinnern mag - auch damals zeigten die Wettermodelle eine Milderung bis es zu einem Major-Warming kam und sich 2 bis 3 Tage später auch in den Simulationen der Wettermodelle widerspiegelte. Was folgte war ein fast durchgängiger Hochwinter bis Ende Februar. Komplex wird die Wetterprognose aber aus einem ganz anderen Grund. Man weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Auswirkungen bei einem Major-Warming auf den Polarwirbel im Detail möglich sind und geringfügige Veränderungen haben entlang der Längengrade größere Auswirkungen. Ganz ähnlich wie beim Abschlag des Golfballs, wenn man den Winkel am Abschlag nur geringfügig verändert, ergeben sich am Ende der Flugbahn große Veränderungen.

Ist eine Umkehr der zonalen Winde in Stratosphärenhöhe möglich?

In den letzten Tagen zeigte sich lediglich eine Abschwächung der Windgeschwindigkeiten von rund +180 km/h auf +25 km/h. Heute allerdings zeigt sich Ende Januar / Anfang Februar binnen weniger Stunden eine Abschwächung von +215 km/h auf 0 mit einer Umkehr der Windgeschwindigkeiten auf -18 km/h in Ost-West. Die Umkehr ist schwach, wird aber zunehmend wahrscheinlicher und man darf gespannt sein, was die nächsten Simulationen so alles zeigen werden.

Zusammenfassung

Vieles deutet momentan auf eine nachhaltige Milderung - auch im Februar hin, allerdings kann das mit einem möglichen Major-Warming noch in Frage gestellt werden. Der Winter 2016/2017 steht erneut am Scheideweg. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Winterprognose.
In der Simulation des amerikanischen Wettermodells zeigte sich heute Nachmittag kaum eine Veränderung in der Wetterprognose für die letzten Januar-Tage. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit für eine deutliche Milderung zum Ende des Monats (s. Wetter Winter).

Gestern aber zeigte das europäische Wettermodell eine Variante, welche eine Absolutheit der Milderung - bis in den Februar - noch in Frage stellen lässt, denn auch heute wurde die Variante erneut berechnet, allerdings weiter östlich, so dass Deutschland, , Österreich und die Schweiz in einem relativ milden Zustrom der Luftmassen verbleiben kann.

Für die ersten Februar-Tage berechnet das amerikanische Wettermodell einen kompletten Abbau des Hochdrucksystems über Mittel- und auch Osteuropa. Stattdessen positioniert sich das Hochdrucksystem über den Azoren in einer relativ flachen West-Ost Richtung. Zur gleichen Zeit strömen über dem östlichen Kanada kalte Luftmassen in Richtung Neufundland nach Süden, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik ansteigen lassen kann. In Folge dieser Entwicklung dreht das Zirkulationsmuster von meridional auf zonal und eröffnet dem sog. Westdrift alle Möglichkeiten sich über Mitteleuropa auszubreiten und festzusetzen. Das kann in Form einer milden Südwest-, aktiv-dynamischen und mäßig milden West-, oder aber auch turbulenten und nasskalten Nordwestwetterlage geschehen. Winterliche Varianten wären demnach Anfang Februar bei einer nasskalten Variante lediglich den Lagen ab 400-600 Meter vorbehalten.

Kaum Chancen auf Winter Anfang Februar? Nicht ganz, denn schaut man auf die Kontrollläufe, so zeigt sich bereits Ende Januar ein Normalisierungstrend der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert in ca. 1.500 Meter Höhe. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Wert von etwa +3 Grad am 28. Januar auf -2 Grad in 1.500 Meter Höhe Anfang Februar sinkt. Zumindest ab den Lagen von ca. 800-1.300 Meter könnte das Tauwetter Anfang Februar bereits wieder beendet sein.

Der Trend der Kontrollläufe eröffnet also noch Chancen auf ganz andere Entwicklungen, welche aber u.a. auch von der Entwicklung des Polarwirbels abhängen. Allen voran das kräftige Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welches seinen vorläufigen Höhepunkt am 28. Januar mit +10 Grad erreichen kann. Damit aus dem Minor- auch ein Major-Warming werden und damit den Polarwirbel nachhaltig beeinflussen kann, sollte entlang des 65. Breitengrades die zonale West-Ost Windgeschwindigkeit abnehmen und sich in eine Ost-West Zirkulation umkehren. In den letzten Tagen zeigte sich, dass dies wohl nicht der Fall ist, sich die Windgeschwindigkeit aber von 178 km/h auf etwa 40 km/h verringern kann. Heute "gelingt" die Umkehr erneut nicht, der Wind wird jedoch weiter auf bis zu 20 km/h abgeschwächt - viel fehlt da nicht und man darf die nächsten Simulation durchaus mit einer gewissen Spannung erwarten.

Betrachtet man die Entwicklung des Polarwirbels abseits der Stratosphäre, so zeigt sich eine Ansammlung des aktiven Kältepols des Polarwirbels über dem Bereich Kanada und Grönland, was - zum heutigen Stand - ein Fürsprecher der milden Temperaturentwicklung Ende Januar und auch Anfang Februar ist. Das Langfristmodell geht auf diese Entwicklung ein und berechnet das Wetter Februar mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Über den südlichen Landesteilen kann die Abweichung auch bis zu +2 Grad betragen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 20:45 in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.
Nasskalt, mild oder warm - das sind derzeit die wahrscheinlichsten Temperaturentwicklungen für die letzten Januar-Tage. Winterliche Varianten sucht man in den Simulationen der Wettermodelle hingegen vergeblich - allenfalls wären Schneeoptionen mit einer nasskalten Nordwestwetterlage noch für mittlere Lagen gegeben, es spricht jedoch zum aktuellen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für Tauwetter teils bis in höhere Lagen (Details s. Wetter Winter).

Die Ursache für die Milderung ist über dem östlichen Kanada in Form eines Kaltluftzustromes in Richtung Neufundland zu finden. Dort treffen die kalten auf relativ warme und feuchte Luftmassen des Atlantiks, was dort wiederum die "Wettermaschine" in Gang setzten kann. So entstehen in dieser Region in regelmäßigen Abständen Tiefdrucksysteme, welche langsam aber stetig bis nach Mitteleuropa vorankommen. Zum aktuellen Stand wird das wohl nach dem 25./26. Januar in Form eines Tiefdrucksystems über Skandinavien der Fall sein.

Diese Wetterentwicklung gilt derzeit als wahrscheinlich und hat ein hohes Potential dafür, auch die ersten Februar-Tage noch mit zu beeinflussen. Nun sind es aber bis Februar noch knapp 14 Tage hin und gerade beim Wetter kann da durchaus einiges passieren. Auf jeden Fall ist es zum aktuellen Zeitpunkt viel zu früh, um den Winter möglicherweise als beendet zu erklären.

Warum? Allein der Blick auf die Langfristmodelle zeigt, dass im Februar 2017 noch winterliches Potential "schlummert". So berechnet das CFSv2 Modell eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich, wobei der Süden und der Nordosten demnach mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad auch leicht zu mild ausfallen könnte. Das Langfristmodell der NASA berechnet für den Februar mit einer Abweichung von -3/-0,25 Grad eine deutlich zu kalte Abweichung gegenüber den "Sollwerten".

Kommt der Winter also im Februar 2017 zurück - wie stehen die Chancen? Ob das in den ersten Februar-Tagen gelingen mag, wird maßgeblich auch von der "Durchschlagskraft" eines Minor-/Major-Warming Phänomens in der Stratosphärenhöhe abhängen. Die aktuellen Berechnungen zeigen Ende Januar / Anfang Februar ein äußerst kräftiges Minor-Warming mit einer deutlichen Verlangsamung der zonalen Windgeschwindigkeit von aktuell 178 km/h auf etwa 43 km/h. Eine für das Major-Warming notwendige Umkehr der Strömungsverhältnisse von West-Ost auf Ost-West ist in den Berechnungen nicht zu erkennen.

Sollte das Phänomen ausbleiben und es bleibt bei einem kräftigen Minor-Warming, so könnte der Polarwirbel allenfalls geschwächt werden - die Optionen auf einen Polarwirbelsplit wären somit als gering zu bewerten. Anders wäre die Entwicklung eines Major-Warmings, welches seinen Einfluss auch auf die unteren Luftschichten und damit direkt auf den Polarwirbel geltend machen kann. In Folge dessen zeigt sich häufig eine starke Schwächung des Polarwirbels mit nachfolgend hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Polarwirbelsplit. Sollte das eintreten, so ist das noch keineswegs mit winterlichen Verhältnissen über Mitteleuropa gleichzusetzen, denn auch bei einem Polarwirbelsplit gibt es warme Luftströmungen in Richtung Norden und es kommt ganz auf die Lage, bzw. Position an. Aktuell werden für Ende Januar / Anfang Februar Hochdruckeinschübe von Ostsibirien und vom westlichen Russland aus in Richtung Nordpolregion berechnet. Das führt aber wiederum zu Strömungsverhältnissen, welche den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland eher begünstigen könnten. Zusammenfassend gibt es zum heutigen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen milden bis nasskalten, als einen winterlichen Start in den Februar. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.