Die letztliche Position von hohem Luftdruck im Bereich Azoren/Mittelmeer und dem Verlauf der Tiefdruckrinne der atlantischen Frontalzone wird in den letzten Januar Tagen drüber entscheiden, ob relativ ruhiges Hochdruckwetter oder aktiv-dynamisches Westwindwetter mit Potential für Starkwindereignisse das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz beeinflussen kann. Relativ einig sind sich die Wettermodelle über die Temperaturverteilung Ende Januar: für die Jahreszeit zu mild.

Betrachtet man das Langfristmodell mit seiner aktuellen Wetterprognose für das Wetter für Februar, so zeigt sich eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert, welche zwischen +2/+4 Grad liegen kann. Das entspräche in etwa einer Konstellation, wie man sie noch aus dem vergangenen Dezember 2015 kennt. In den Varianten der Simulationen sticht dabei eine Variante besonders hervor. Kaltluftvorstoß zwischen dem östlichen Kanada und Grönland in Richtung Neufundland. Diese Konstellation sorgt dafür, dass die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien intakt und das Hochdrucksystem über dem Süden im Bereich Mittelmeer/Azoren verbleibt. In Folge daraus ergeben sich zwei wesentliche Wettervarianten für Mitteleuropa Anfang Februar. Eine milde Südwestwetterlage oder eine nasskalte bis milde Westwetterlage.

Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 1. Februar bei 0/10/90 und am 7. Februar bei 10/35/55 und bestätigen mehrheitlich den milden Start in den Februar.

Gibt es noch andere Varianten? Die gibt es sicherlich, wenngleich ein milder Start in den Februar sehr wahrscheinlich ist. In Frage darf zum heutigen Stand jedoch noch die anhaltende Milderung im ersten Februar-Drittel gestellt werden. Warum? Das Minor Warming in Stratosphärenhöhe wird auch heute konstant simuliert und hat nun zum 6./8. Februar ernsthafte Ansätze für ein Major Warming. Warum ist ein mögliches Major Warming so entscheidend für den Wetterverlauf im ersten Februar-Drittel? Mit einem Major Warming steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Zirkulationsstörung innerhalb des Polarwirbels, so dass dieser zum Polarwirbelsplit neigt. Geschieht das, verändert sich die Großwetterlage relativ zügig. Da die Wettermodelle dieses Phänomen erst spät "erfassen" zeigt sich das Phänomen zunächst mit einer starken Sprunghaftigkeit in den Simulationen der Wettermodelle. Als Hauptindikator zählt der AO-Index, welcher vereinfacht ausgedrückt den Zustand des Polarwirbels beschreibt. Der AO-Index hat für Ende Januar eine positive und Anfang Februar eine neutralisierende Tendenz. Beide Wettermodelle simulieren über der Polarregion ein relativ kräftiges Hochdrucksystem, welches Anfang Februar mit Hochdruckeinschüben von Alaska/Sibirien, bzw. Mitteleuropa/Sibirien den Polarwirbel selbst in eine erneute Instabilität versetzen könnten.

Mit dem möglichen Major Warming sind noch viel hypothetische Annahmen und Theorien mit dabei, dennoch zeigt die Erkenntnis aus dem letzten Major Warming 2012/2013, dass die Wettermodelle wenig konstante Berechnungen vorzuweisen hatten und der Wetterumschwung binnen drei Tage vollzogen wurde. Gesetzt den Fall es würde zu einem Major Warming kommen, welcher Zeitraum wäre davon betroffen? Die Beeinflussung der unteren Luftschichten geschieht mit einer zeitlichen Verzögerung, so dass ein möglicher Umschwung im Zeitraum 3./12. Februar fallen kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.

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