Es wird in den kommenden Tagen langsam, aber dennoch stetig milder, so dass teils bis in höhere Lagen die vorhandene Schneedecke an-, bzw. auch abtauen kann. Im Zeitraum zwischen dem 26./27. Januar wird die Hochdruckposition letztlich darüber entscheiden, ob Bodennah die kalte Luft erhalten bleiben, oder ob sich die Milderung bis Ende Januar durchsetzen kann. Wahrscheinlicher ist zum aktuellen Stand ein weder noch, sondern ein Verbleib der Temperaturen im nasskalten Bereich (-2/+3 Grad). Die Niederschlagsneigung ist aufgrund der Nähe zum Hochdrucksystem als gering einzustufen (Details s. aktuelle Wetterprognose Winter).

Spannend zu beobachten war in den letzten Tagen bereits die Entwicklung eines doch sehr kräftigen Minor Warmings in Stratosphärenhöhe, welches durchaus ein Entwicklungspotential bis hin zu einem Major Warming aufzeigte. Daran hat sich heute nichts verändert. Das Minor Warming wird vom amerikanischen Wettermodell bereits heute mit Temperaturen von -28/-32 Grad simuliert, wo vor ein paar Tagen noch -72 Grad vorherrschend waren. Diese Temperatursprünge kommen im Verlauf des Winters des Öfteren vor und sind zunächst einmal Anzeichen für ein beginnendes Minor Warming. Dieses verstärkt sich bis zum 28. Januar auf einen Wert um -18/-20 Grad und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt mit -16 Grad am 29. Januar und fällt zum 30./31. Januar mit -38/-40 Grad in sich zusammen. Die entscheidende Entwicklung findet jedoch zum 31. Januar / 1. Februar statt: binnen 48 Stunden kann die Temperatur von -72 Grad auf bis +4 Grad ansteigen, was im wesentlichen einem starken Minor Warming mit Ansatz zum Major Warming entspricht. Und dieser Ansatz wird - sofern sich ein mögliches Major-Warming durchsetzen kann - die Simulationen der Wettermodelle möglicherweise "sprunghaft" machen, da die Daten der unteren Luftschichten erst zeitversetzt mit in die Berechnungen mit einfließen. Erfahrungsgemäß waren beim letzten Major Warming 2012/2013 mit anschließendem Final Warming die tollsten Simulationen zu beobachten und die Sprunghaftigkeit von Simulation zu Simulation war beachtlich (Wer sich näher dafür interessiert, kann sich gerne die Analyse des letzten Warmings durchlesen: Übersetzung mit Google).

Was aber simulieren denn die Wettermodelle aktuell für Anfang Februar? Das amerikanische Wettermodell simuliert nach einer kurzzeitig milden Phase im Zeitraum 25./27. Januar zum 28. Januar mit einen kräftigen Hochdrucksystem über Skandinavien möglicherweise eine Rückkehr der doch sehr kalten Luftmassen aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen, auch als kalte Kontinental- oder Ostwetterlage bekannt, bei der es häufiger zu Nebelausbildung und niedrigen Temperaturen kommt und die Niederschlagserwartung als eher gering einzustufen ist. Spannend werden solche Wetterlagen, wenn das Hochdrucksystem von Tiefdruckausläufern von Südwesten her unterwandert werden können, was über Deutschland häufiger zu sog. Grenzwetterlagen mit viel Niederschlag führen kann.

Welche der Szenarien ist denn wahrscheinlicher? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 31. Januar bei 40/30/30 und am 4. Februar bei 30/30/40 und zeigen noch ein sehr differenziertes Bild der Entwicklungsmöglichkeiten für Anfang Februar. Das mögliche Temperaturspektrum liegt bspw. am 2. Februar zwischen -10/+10 Grad bei einem Mittelwert von +3/+4 Grad über dem Westen und Süden, +2 Grad über dem Norden und -1 Grad über dem Osten. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.

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