Bis auf eine kurze winterliche Phase nach Weihnachten hatte der Winter bislang in dieser Saison wenig zu melden - sehr zum Verdruss auch vieler Winterfans. Zwar zeigt sich in den kommenden Tagen mit einer überwiegend nasskalten Witterung eine Absenkung der Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen (300-800 Meter). Hochwinterliche Verhältnisse, wie sie Ende Januar - statistisch betrachtet - häufiger vorkommen, sehen jedoch anders aus und sind nach den aktuellsten Berechnungen auch bis Ende Januar wenig wahrscheinlich. Doch wie sieht es im Februar aus - wie wahrscheinlich ist eine Rückkehr des Winterwetters? Dazu müssen zunächst einmal die Randfaktoren näher betrachtet werden. Das sog. El-Niño Phänomen hat nach dem aktuellen ENSO-Bericht mit 50-60 Prozent eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für die nächsten zwei Monate, im weiteren Verlauf sind wieder neutrale Bedingungen zu erwarten. Was hätte ein eintretendes El-Niño Phänomen zur Folge? Kurz und einfach - El-Niño erhöht die Wahrscheinlichkeit von Trogwetterlagen über der nördlichen Hemisphäre - eine klare Aussage zu winterlichen Verhältnissen lässt sich daraus aber nicht treffen, da Trogwetterlagen eine kalte und warme Seite haben und im Detail es darauf ankommt, wie eine Trogachse verlaufen wird. Ein weiteren Randfaktor ist der Polarwirbel selbst, welcher in diesem Winter weniger aktiv ist und zeitweilig durch sog. Warmings in Stratosphärenhöhe "geschwächt" wird, was die Wahrscheinlichkeiten für Polarwirbelsplitts und die daraus folgenden Trogwetterlagen erhöht. Aktuell zeigt sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells für Ende Januar / Anfang Februar der Beginn eines neuerlichen Warmings, welches aktuell aber nur einen Status eines Minor-Warmings erreichen kann und somit zunächst einmal keine wesentliche Auswirkungen haben wird. Der sog. AO-Index weist im letzten Januar-Drittel überwiegend neutrale bis leicht negative Bedingungen aus, während der NAO-Index nach einer neutralen Phase zum Monatswechsel wieder positive Werte annehmen kann. Die Randfaktoren für winterliche Verhältnisse sind zunächst einmal nicht schlecht, wenngleich auch nicht eindeutig. Geht es nach den Simulationsvarianten des amerikanischen Wettermodells, so zeigen sich zum Monatswechsel durchaus Varianten, welche mit einer nördlichen Strömungskomponente für winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa sorgen könnten. Die Wahrscheinlichkeiten nach den Kontrollläufen ist hierfür zum aktuellen Stand noch als gering einzustufen - so liegen Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) bspw. am 3. Februar bei 20/60/20. Das Langfristmodell simuliert seit Beginn des Winters eine leicht bis deutlich positive Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert und auch der Februar hat demnach bei einer weitgehend normalen Niederschlagserwartung eine positive Temperaturabweichung von +0,5/+2 Grad. Zum Vergleich: der Januar hat zum aktuellen Stand eine Temperaturabweichung von rund +4 Grad.

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