Wettertrend Dezember 2021: Wind, Sturm und Schneefall - Turbulentes Dezemberwetter

Ab den mittleren Lagen kann der Dezember winterlich starten
Ab den mittleren Lagen kann der Dezember winterlich starten

Am Wochenende tanzen die ersten Schneeflocken und ab den mittleren Lagen kann sich eine Schneedecke ausbilden. Kommt jetzt der Winter im Dezember?

Frühwinter. Zum kommenden Wochenende schleicht sich mit einer nördlichen Grundströmung über den mittleren Lagen so langsam der Frühwinter ein.

Schneefall? Möglich! Schneedecke? Möglich!

Es kommt ganz darauf an, auf welcher Höhenlage man wohnt. Die Temperaturen sinken am Freitag auf +0 bis +5 Grad ab und am Sonntag sind über dem Süden -1 bis +3 Grad und über dem Norden bis +5 Grad möglich. Die Bewölkung nimmt zu und immer wieder ist mit Schauern zu rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt auf 200 bis 400 Meter ab und oberhalb etwa 400 bis 600 Meter kann sich eine Schneedecke ausbilden. In Lagen darunter sind zwar auch Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer möglich, doch ist die Ausbildung einer Schneedecke weniger wahrscheinlich und wenn doch, dann kann das in den Nächten der Fall sein. Mehr dazu in der Schneeprognose und in der Wetterprognose November 2021

Arctic Outbreak - zum Wochenende wird es über Deutschland spürbar kühler und ermöglicht so winterliche Wetterereignisse
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Arctic Outbreak - zum Wochenende wird es über Deutschland spürbar kühler und ermöglicht so winterliche Wetterereignisse
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Winterwetter im Dezember?

Entscheidend für den Winter im Dezember wird sein, ob sich der Trog rasch auflöst, oder einen neuerlichen Impuls vom europäischen Nordmeer aus bekommt. In den letzten Tagen zeigte die Wetterprognose des europäischen Wettermodells immer wieder einen solch impulsiven Ansatz.

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Der Trog erneuert sich

Der frühwinterliche Trog vom Wochenende erreicht am 29. November seinen Höhepunkt. Die Temperaturen liegen über Deutschland mit Werten von +0 bis +5 Grad im nasskalten Bereich und oberhalb etwa 400 bis 600 Meter stellt sich Dauerfrost ein.

Im Zeitraum vom 30. November bis 1. Dezember drückt ein kräftiges Tief zwischen Island und dem europäischen Nordmeer den Trog nach Osten weg und zieht ein Hoch auf dem Atlantik weiter in Richtung Mitteleuropa. Das ist zugleich die Schlüsselszene der kommenden Wetterentwicklung und entscheidet darüber, ob der Frühwinter in der ersten Dezemberdekade in die Verlängerung geht, oder ob es rasch milder wird.

Kurz milder

Nach der aktuellen Wetterprognose dreht der Wind über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 2. Dezember kurzzeitig auf westliche Richtungen und es wird mit +4 bis +8 Grad spürbar milder. Eine möglich vorhandene Schneedecke kann unterhalb etwa 700 Meter rasch abtauen.

Nasskalt mit winterlichen Wettererscheinungen

Im Zeitraum vom 2. bis 3. Dezember positioniert sich das Tief vom europäischen Nordmeer nach Skandinavien und entsendet einen Trogimpuls nach Süden. Das Hoch zieht sich wieder auf den Atlantik zurück und so reicht der Trog bis nach Deutschland, was die Temperaturen auf +1 bis +6 Grad absinken lassen kann. Die Schneefallgrenze sinkt auf 500 bis 700 Meter ab und über tieferen Lagen sind erneut Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer möglich.

Links die kritische Phase für den Trog, rechts die Revitalisierung des Troges
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Links die kritische Phase für den Trog, rechts die Revitalisierung des Troges
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Winterhoch oder Betonhoch?

Man kann schon in der obenstehenden Wetterprognose erkennen, dass der Trog maßgeblich davon abhängt, was das Hoch auf dem Atlantik macht. Flacht es ab, wird das Wetter im Dezember zunehmend in den Einflussbereich der atlantische Frontalzone kommen. Keilt es hingegen immer wieder nach Norden auf, so hat ein zonales Muster keine Chance und die meridionale Grundströmung geht in die Verlängerung.

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Der Trog wird abgeschnürt

Der Wettertrend der Amerikaner ist bis zum 2. Dezember den Europäern sehr ähnlich. Der Trog erreicht zum Wechsel in den Dezember seinen Höhepunkt und wird mit winterlichen Wettererscheinungen für Schlagzeilen sorgen. Zeitgleich entsteht über dem europäischen Nordmeer ein Tiefdrucksystem und dehnt sich nach Süden aus. Das Tief ist deutlich kräftiger strukturiert und führt mit seiner Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn milde Luftmassen aus westlichen Richtungen nach Deutschland. Die Temperaturen steigen bis zum 2. Dezember auf +4 bis +8 Grad und über dem Westen auf bis +10 Grad an.

Turbulentes Dezemberwetter

Gerade in der kniffligen Übergangsphase ist mit kräftigen Windböen zu rechnen, die über exponierten Lagen und den Küstenregionen zu stürmischen Windböen führen und schwere Sturmböen sind nicht auszuschließen. Dazu gibt es immer wieder kräftige Schauer, die regional länger andauernd und ergiebig ausfallen können.

Kein Winterwetter

Das Tief über dem europäischen Nordmeer ist zu kräftig und durch seine Eigendynamik trogt es nicht nach Süden aus, sondern täuscht lediglich an. Gleichzeitig flacht das Hoch auf dem Atlantik nach Süden ab und gibt der atlantische Frontalzone mehr Spielraum. Die Grundströmung dreht im Zeitraum vom 2. bis 4. Dezember auf nordwestliche Richtungen und führt mit Temperaturen von +4 bis +8 Grad relativ milde Luftmassen nach Deutschland. Im Zeitraum vom 5. bis 8. Dezember wird das Hoch auf dem Atlantik durch die Tiefdruckdynamik weiter nach Europa geführt und positioniert sich zum 6. Dezember zwischen England, Frankreich und Spanien. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben somit im Einflussbereich einer nordwestlichen Grundströmung und die Temperaturen pendeln sich auf +4 bis +8 Grad ein. Winterwetter sieht anders aus.

Links die Schlüsselszene für den Trog, rechts rückt das Hoch näher an Deutschland heran
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Links die Schlüsselszene für den Trog, rechts rückt das Hoch näher an Deutschland heran
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Was im Dezember zu erwarten ist

Üblicherweise startet das Wetter im Dezember mit nasskalten Werten, die sich im Bereich von +1 bis +6 Grad bewegen können. Die Europäer zeigen, wie es mit dem Trog klappen kann, während die Amerikaner die Einflussmöglichkeiten des Troges beschränken.

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Die Kontrollläufe bestätigen den vom 26. November bis 30. November frühwinterlichen Wettertrend. Anfang Dezember steigt das Temperaturniveau in 1.400 Meter Höhe auf bis -1 Grad an, was die Schneefallgrenze auf über 1.000 Meter ansteigen lässt. Bis zum 8. Dezember pendeln sich die Werte in 1.400 Meter Höhe auf -2 bis +0 Grad ein.

Was bedeutet das? Damit Schneefall Anfang Dezember bis auf tiefere Lagen möglich ist, sind Höhenwerte von -5 bis -7 Grad notwendig. Für mittlere Lagen reichen -4 bis -6 Grad. Man sieht also, dass es Anfang Dezember für den Winter nicht so einfach wird. Im Grunde aber heiß es erst einmal den Trog vom kommenden Wochenende abzuwarten. Danach sieht man weiter. Jedenfalls endet die ruhige Wetterphase und mit Turbulenzen ist ab dem Wochenende zu rechnen, auch das Potential von unwetterartigen Wetterereignisse wird ansteigen.

Die Nordwestwetterlage mit nachfolgend westlicher Komponente
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Nordwestwetterlage mit nachfolgend westlicher Komponente
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
29. November -3 bis
+5 Grad
+1 bis
+4 Grad
3. Dezember -1 bis
+12 Grad
+2 bis
+4 Grad
8. Dezember -1 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Was sich im Tagesverlauf für Veränderungen ergeben haben, klären wir heute Abend gegen 20:00 in einer neuen Wetterprognose Winter.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,31 +0,84 -0,24 694 l/m² - etwas zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für Dezember

Für die einen ist er ein erster toller Wintermonat, für andere ist er einfach nur nasskalt und dunkel mit gefährlichen Straßenverhältnissen, der zudem noch die Heizkosten in die Höhe treibt. Was Sie aus dem ersten Wintermonat machen, liegt ganz bei Ihnen.

  • Im ersten Drittel ist das Wetter meist sehr mild und tiefdruckdominiert
  • In der zweiten Dekade kommt es statistisch gesehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 69 % zu einem Kaltlufteinbruch und zu einer ersten richtigen Winterwetterlage
  • Zum Leidwesen für alle, die sich weiße Weihnachten wünschen, schlägt Jahr für Jahr das Weihnachtstauwetter zu
  • Die Wahrscheinlichkeit für das Weihnachtstauwetter liegt bei 76 %
  • Egal wie viel Schnee vorher liegen mag - kräftige Tiefdrucksysteme schaffen es innerhalb kürzester Zeit den Schnee dahin schmelzen zu lassen
  • Erst zum Dezemberende zeigt sich häufig wieder ein Wetterwechsel zu kälterem Wetter

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