Kurz vor dem Dezember wird es nochmals kälter und in manchen Regionen ist auch mit Dauerfrost zu rechnen. Doch dann ziehen atlantische Sturmtiefausläufer in Richtung Deutschland und verändern den Wettercharakter.

Die Wolken nehmen zu und in den kommenden Tagen ist immer wieder mit etwas Niederschlag zu rechnen. Dauerregen oder gar flächendeckender Niederschlag ist aber nicht in Sicht. Die Schneefallgrenze pendelt sich bei nasskalten Temperaturen auf 400 bis 800 Meter ein. Zum Start in die neue Woche lassen die Niederschläge nach und mit einem Hochdrucksystem ist wieder vermehrt mit Nebel- und Hochnebel zu rechnen. Die Temperaturen gehen auf -2 bis +3 Grad zurück und über Baden-Württemberg und Bayern ist auch die eine oder andere Schneeflocke nicht auszuschließen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2018.

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Der Dezember beginnt mit einer anderen Großwetterlage

Für den Zustrom kühler Luftmassen arktischen Ursprungs ist ein Hochdrucksystem verantwortlich, welches sich Ende November kurzzeitig über Deutschland verlagern kann. Bis Ende November aber entstehen auf dem Atlantik kräftige Tiefdrucksysteme, welche unbedingt weiter nach Osten vorankommen möchten und das Hoch wegdrücken. Das gelingt nur mit entsprechenden Winden und je nachdem, wie weit die Tiefdrucksysteme nach Osten vorankommen, ist auch über Deutschland mit Starkwindereignissen zu rechnen. Die Großwetterlage stellt sich zum Dezember um.

Windiges Schauerwetter im Dezember?
Windiges Schauerwetter im Dezember?

Wetterprognose Amerikanisches Vorhersage-Modell: Westwindzone erreicht Deutschland

Die Wettervorhersage des amerikanischen Prognose-Modells hat sich gegenüber den letzten Tagen heute etwas verändert. Die atlantische Frontalzone ist auf dem Weg nach Mitteleuropa und erreicht Deutschland Ende November. In den ersten Tagen des meteorologischen Winters aber hält das Hoch noch dagegen, was die Niederschlagsneigung abschwächt, doch bis zum 6. Dezember überqueren immer mehr Tiefdruckausläufer Deutschland von West nach Ost.

Das Hoch ist zäh

Man kann die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells auch anders interpretieren. Die forschen Berechnungen eines schnellen und nachhaltigen Durchgreifens der atlantischen Frontalzone und damit einer westliche orientierten Grundströmung ist zum aktuellen Stand nicht mehr zu erkennen. Zwar zeigt sich ab dem 4./5. Dezember eine zunehmende Tiefdruckaktivität, doch das liegt noch in ferner Zukunft.

Wenig Niederschlag über Ostdeutschland

Schaut man sich die kumulierten Niederschlagssummen bis zum 5. Dezember an, so werden über Westdeutschland Summen von 7 bis 15 l/m² berechnet. Weiter nach Osten wird es immer weniger und über Brandenburg, Berlin und Sachsen wird mit 0 bis 4 l/m² so gut wie kein Niederschlag simuliert.

Das Hoch blockiert zunächst aus östlichen und Anfang Dezember aus südlichen Richtungen die atlantische Frontalzone
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hoch blockiert zunächst aus östlichen und Anfang Dezember aus südlichen Richtungen die atlantische Frontalzone © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Mit aller Kraft und hohem Energieaufwand

Das europäische Vorhersage-Modell hat es in den Prognosen der letzten Tage immer wieder gezeigt, dass das Hochdrucksystem längere Zeit noch gegen die atlantische Frontalzone dagegenhalten könnte. Auch mit Unterstützung eines Kaltlufttropfens Anfang Dezember, welcher kurzzeitig nicht berücksichtigt, heute aber wieder mit aufgenommen wurde.

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Energieverschwendung auf höchsten Niveau

Die Tiefdrucksysteme erreichen Anfang Dezember über Island einen Kerndruck von bis 960 hPa und wüten recht ordentlich. Bis zum 2. Dezember kommen die Frontalzone weiter nach Osten voran und knallt voll gegen das Hoch, welches über dem westlichen Russland liegt und sich bis nach Skandinavien ausdehnen kann. Am südlichen Hochdruckgradienten wird ein sog. Kaltlufttropfen nach Westen geführt und reicht bis über das östlichen Tschechien, Österreich und Ungarn heran. Die Tageshöchstwerte können über diesen Regionen zwischen -4 bis -8 Grad betragen.

Deutschland aber liegt zwischen diesen Fronten in einer strammen Südströmung, was mit stürmischen Winden immer wieder zu Niederschlägen führen kann, welche bei Werten von +0 bis +5 Grad über dem Osten und bis +10 Grad über dem Westen meist in flüssiger Form niedergehen können.

Dezember mit Westwetter?

Auch nach der Vorhersage des europäischen Prognose-Modells lässt sich ein nachhaltiges Durchgreifen der atlantischen Frontalzone (noch) in Frage stellen.

Wie lange hält das Hoch dagegen?
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Wie lange hält das Hoch dagegen? © www.meteociel.fr

Mit Winter haben die Wetterprognosen wenig gemeinsam

Lässt man mal die kühleren Temperaturen Ende November außen vor, so sieht für Anfang Dezember die Wetterentwicklung - zum aktuellen Stand - alles andere als winterlich aus. Nun könnte man noch sagen, dass wenn der Kaltlufttropfen…Ja könnte prinzipiell schon und hätte auch winterliche Wetterverhältnisse zur Folge, doch dieses Szenario ist sehr unwahrscheinlich.

Normaler Temperaturtrend

Deutlicher wird das, wenn man sich die Wetterprognosen der Kontrollläufe anschaut. Das Spektrum bewegt sich am 1. Dezember zwischen -4 bis +10 Grad (Mittelwert: +7 Grad über dem Westen und Süden und +4 bis +5 Grad über dem Osten und Norden) und am 8. Dezember zwischen -5 bis +10 Grad (Mittelwert: +3 bis +4 Grad über dem Norden, Westen und Süden und +2 Grad über dem Osten). Der Mittelwert passt gut zum langjährigen Mittelwert und schwankt mit einer Abweichung von -0,5 bis +1,5 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich.

Niederschlagswahrscheinlichkeit erhöht

Die Niederschlagsleistung erhöht sich über dem Westen und Süden ab dem 24. November. Im Zeitraum vom 29. November bis 3. Dezember wird die Niederschlagsneigung in ganz Deutschland mäßig hoch berechnet und geht anschließend in den leicht erhöhten Bereich über. Anders formuliert gehen die Kontrollläufe mehrheitlich davon aus, dass die Frontalzone weiter nach Osten vorankommen kann. Man wird sehen.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 23.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man aber sagen, dass das Wetter im Dezember mild beginnen wird. Je nachdem, wie weit die atlantische Frontalzone nach Osten vorankommt, ist auch mit mehr Niederschlag und auch Starkwindereignissen zu rechnen. Chancen auf winterliche Verhältnisse könnte noch ein Kaltlufttropfen aus östlichen Richtungen bringen, dessen Wahrscheinlichkeit - zum aktuellen Stand - als gering einzustufen ist. In Summe kann man sagen, dass das Wetter in der ersten Dezember-Dekade zwischen nasskalten und milden Varianten schwankt und die Chancen auf Winter wenig aussichtsreich sind.

Gegen 17:00 Uhr machen wir uns weitere Gedanken zum Wetter Weihnachten 2018 und gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend eine Aktualisierung der Wettervorhersage zum Wetter Winter 2018/19.

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