Wie wird das Wetter im Dezember 2018? Seit Tagen kennen die Prognose-Modelle nur einen Trend und der geht in eine windige, nasse und durchaus milde Richtungen. Doch blieben Unsicherheiten bestehen - auch heute noch?

Das ruhige Novemberwetter endet am Wochenende, wenn die ersten Tiefdrucksysteme Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichen und mit den ersten - leichten - Niederschlägen den Wettercharakter etwas unbeständiger machen. Zum Start in die neue Woche ziehen weitere Tiefdruckausläufer in Richtung Mitteleuropa und sorgen von Norden für zurückgehende Temperaturen, was die Schneefallgrenze wieder bis auf mittlere Lagen absinken lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2018.

Kurzzeitig etwas kälter - Dauerfrost möglich

Verantwortlich für die Zufuhr kühlerer Luftmassen ist ein Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland und ein Tiefdruckgebiet über der Barentssee. Zwischen beiden Systemen werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt und erreichen bis zum 26. November den skandinavischen Raum. Gleichzeitig aber dehnt sich die atlantische Frontalzone von Neufundland bis über die Mittelmeerregion weit nach Süden aus, sodass Deutschland, die Schweiz und auch Österreich in eine östliche Strömungskomponente geraten. Die Temperaturen sinken am 28. und 29. November auf -2 bis +2 Grad ab und können über dem Westen örtlich bis +4 Grad erreichen. In manchen Regionen ist also mit Dauerfrost zu rechnen. In den Nächten können - bei Aufklaren - die Werte auf unter -5 Grad absinken.

Kurzzeitig kälteres Wetter
Kurzzeitig kälteres Wetter

Wetterprognose Amerikanisches Vorhersage-Modell: Die atlantische Frontalzone nimmt Anlauf

Das Hochdrucksystem verlagert sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells zum 30. November weiter über das östliche Europa, während die atlantische Frontalzone mit kräftigen Tiefdrucksystemen (bis 955 hPa!) alles daran setzt, sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen.

Die Schlagzahl wird erhöht - rumpeliges Wetter

Im Zeitraum vom 1. bis 6. Dezember berechnet das amerikanische Prognose-Modell auf dem Atlantik ein kräftiges Tiefdrucksystem nach dem anderen, welches auf Deutschland zusteuert und auch überqueren kann. Das Hochdrucksystem zieht sich weit nach Osten zurück und verliert weitgehend an Einfluss. Über dem Süden liegt zwischen den Azoren und der östlichen Mittelmeerregion - flach wie eine Flunder - das Azorenhoch. Der Weg für eine abwechslungsreiche Westströmung wird frei.

Potential für Starkwindereignisse

Sollte die Wettervorhersage der Amerikaner eintreten, so wäre Anfang Dezember nicht nur mit kräftigen Niederschlägen, sondern auch mit ansteigenden Temperaturen zu rechnen. Simuliert werden bis zum 6. Dezember Tageswerte von +6 bis +12 Grad. Das Potential für Starkwindereignisse in Form von stürmischen oder orkanartigen Windböen steigt ab dem 29. November an. Mit Winterwetter hat das zum Start in den Dezember weniger etwas gemeinsam.

Flaches Azorenhoch, starke Frontalzone - Westwindwetter Anfang Dezember über Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Flaches Azorenhoch, starke Frontalzone - Westwindwetter Anfang Dezember über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Mit aller Kraft

Die Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells ist zunächst ähnlich. Spürbar kälter kann es in der kommenden Woche werden - auch Schneeschauer sind bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Hoch weiter nach Osten und liegt zum 1. Dezember über dem westlichen Russland. Im Gepäck befindet sich ein Kaltlufttropfen, welcher auf Mitteleuropa zusteuert.

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Und dann prallen sie aufeinander

Das Hochdruckgebiet weicht nicht sonderlich weiter nach Osten zurück. Im Gegenteil, es dehnt sich wieder weiter nach Westen in Richtung Skandinavien aus. Der Kaltlufttropfen bewegt sich noch weiter über das östliche Europa und streckt seine Fühler nach Deutschland aus. Gleichzeitig aber toben die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik und setzen alles daran, weiter nach Osten voranzukommen - doch das Hoch blockiert.

Sehr spannende Wetterentwicklung

Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden sich in einer gradientenschwachen Wetterzone - da passiert also nicht viel. Die Temperaturen sind Anfang Dezember mit +4 bis +8 Grad über dem Westen auch mild. Doch nur wenige hundert Kilometer weiter nach Osten werden bspw. über Österreich Tageswerte von -10 Grad simuliert. Die Kaltluftmassen erreichen auch Ostdeutschland und können östlich einer Linie von Rostock und Berchtesgaden für Dauerfrost sorgen.

Anfang Dezember macht sich ein Kaltlufttropfen auf den Weg nach Mitteleuropa
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Anfang Dezember macht sich ein Kaltlufttropfen auf den Weg nach Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Das Muster ist klar, doch der Wettertrend nicht

Darauf haben wir die letzten Tage immer wieder hingewiesen. Das Muster einer Zonalisierung lässt sich im Wettertrend klar erkennen und hätte Anfang Dezember milde Temperaturen und reichlich Niederschlag zur Folge. Die Wahrscheinlichkeit für diese Wetterentwicklung ist sehr hoch. Doch der Unsicherheitsfaktor ist der Kaltluftzustrom Ende November und die Position des Hochdrucksystems. Unser Merksatz: Das europäische Vorhersage-Modell hat seine Stärken in der gestörten Zirkulation und das amerikanische Wettermodell in der Zonalisierung. Nicht selten war das amerikanische Prognose-Modell in der Vergangenheit zu forsch an die Sache herangegangen und aus dem regnerischen Wetter wurde Hochdruckwetter.

Normaler Temperaturtrend

Und so bleiben die Kontrollläufe ihrem Trend der letzten Tage auch heute wieder treu. Der Mittelwert des Spektrums liegt um den langjährigen Mittelwert in einem für Anfang Dezember fast normalen Bereich.

Das Temperaturspektrum liegt am 28. November zwischen -5 bis +7 Grad (Mittelwert: +1 bis +2 Grad über dem Westen und Süden und 0 bis -2 Grad über dem Norden und Osten), am 2. Dezember zwischen -3 bis +10 Grad (Mittelwert: +5 bis +6 Grad über dem Westen und Süden und +2 bis +4 Grad über dem Osten und Norden) und am 7. Dezember zwischen -4 bis +11 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Osten und +5 bis +6 Grad über dem Rest).

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird von den Kontrollläufen in der ersten Dezember-Dekade leicht bis mäßig erhöht simuliert. Anders formuliert Milderung ja, aber noch weit von den Dezembermonaten der letzten Jahre entfernt - sehr weit.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 22.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm

Auch wenn der Trend klar umrissen ist, so ist es - noch - nicht so einfach daraus eine klare und eindeutige Entwicklung der Großwetterlage Anfang Dezember zu definieren. Ob und was sich alles im Tagesverlauf verändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Winter 2018/19.

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