Mit stürmischen Wind und bei nasskalten Temperaturen ist in den kommenden Tagen mit wiederholten Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer zu rechnen. Von tiefwinterlichen Varianten sind die Prognosen der Wettermodelle aber abgekommen.

Die kommenden Novembertage werden deutlich kühler und spürbar windiger ausfallen. Bei nasskalten Tageswerten von +1 bis +6 Grad sind auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen zu erwarten. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 300 bis 600 Meter, was kurzzeitig auch zur Ausbildung einer Schneedecke führen kann. Mehr dazu in der aktuellen Schneeprognose.

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Mittelmeertief zieht westlicher ab

Nichtsdestotrotz ist die kommende Wetterentwicklung für die Winterfreunde eher eine Enttäuschung und das was vor ein paar Tagen einmal angekündigt wurde, ist nun eingetroffen. Das Mittelmeertief zieht über Frankreich nach Westen ab und streift Deutschland nur. Das verringert die Niederschlagsaktivität erheblich und die Kaltluftadvektion wird durch eine in der Höhe milde Vorderseitenanströmung ersetzt. Statt winterliche Landschaften ist bis Ende der Woche mit nasskalten Spätherbstwetter zu rechnen.

Nasskaltes Spätherbstwetter ist im Verlauf der kommenden Woche zu erwarten
Nasskaltes Spätherbstwetter ist im Verlauf der kommenden Woche zu erwarten

Amerikanisches Vorhersage-Modell: Regenerierung der atlantischen Frontalzone

Gegenüber gestern haben sich die Varianten mit nasskalten Wetteraussichten erhöht und deutlicher herausgehoben. Das amerikanische Prognose-Modell berechnet in seiner Wettervorhersage von heute Abend zum 25. November das Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland. Gleichzeitig liegt ein Tief über der Barents- und Karasee, so dass polare Luftmassen nach Süden geführt werden können.

Doch auf dem Atlantik entsteht bis zum 25. November ein kräftiges Tiefdrucksystem und erreicht mit seinen Ausläufern zum 27. November England. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben in diesem Zeitraum in der Kaltluftzone des Hochdrucksystems, was die Tageswerte mit -2 bis +5 Grad noch etwas weiter absinken lassen kann. Zwischendurch sind immer wieder Schneeschauer zu erwarten und in den Nächten sinken die Werte auf -5 bis +2 Grad ab. Winterwetter light.

Im Zeitraum vom 27. November bis 3. Dezember aber verliert das Hochdrucksystem bei Island seinen Einfluss auf die Wetterentwicklung, während über dem östlichen Kanada sehr kalte Luftmassen nach Süden in Richtung Neufundland geführt werden können. In Folge prallen kalte Luftmassen auf den warmen Atlantik, was die Tiefdruckaktivität weiter verstärken und diese in Richtung Deutschland, Österreich und die Schweiz ziehen können.

Stürmische Winde und viel Niederschlag

Anfang Dezember hätte eine solche Großwetterlage kräftige Winde und stürmische Böen zur Folge. Teils werden auch orkanartige Winde simuliert. Ob das so kommen mag, hängt noch von den Details ab. Mit Winterwetter hat diese Prognose Anfang Dezember aber weniger gemeinsam.

Anfang Dezember 2018 - Reaktivierung der Westwindzone?
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell heute Abend: Anfang Dezember 2018 - Reaktivierung der Westwindzone? © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Nasskaltes Herbstwetter mit frühwinterlichen Ambitionen

Die Advehierung kalter Luftmassen arktischen Ursprungs ist nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells im Zeitraum vom 25. bis 27. November zu erkennen. Jedoch sorgt auch hier ein kräftiges Tiefdrucksystem für eine Blockade kurz vor Mitteleuropa. Deutschland, Österreich und die Schweiz verblieben in einer nasskalten Wetterzone mit einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung. Teils als Schnee, teils als Regen.

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Winterliche Ambitionen?

Sind möglich. Die Tiefdruckzone wird sehr weit nach Süden gedrückt und erstreckt sich bis weit über das östliche Europa. Zieht das Kerntief nun rasch nach Osten, so wird der Weg für die kalten Luftmassen Anfang Dezember nach Süden frei. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Hoher Luftdruck zwischen Grönland und dem östlichen Kanada. Erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik mit einer südlich verlaufenden Frontalzone
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell heute Abend: Hoher Luftdruck zwischen Grönland und dem östlichen Kanada. Erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik mit einer südlich verlaufenden Frontalzone © www.meteociel.fr

Jahreszeitlich normale Temperaturen

Die Kontrollläufe bestätigen den Temperaturtrend der letzten Tage. Im Verlauf der kommenden Woche ist das Temperaturniveau gegenüber dem langjährigen Mittelwert nur leicht erhöht und sinkt im Zeitraum vom 26. bis 29. November in einen leicht zu kalten Bereich ab . Anschließend normalisiert sich das Spektrum Anfang Dezember. Die Wetterprognosen des amerikanischen Vorhersage-Modells gehören zu den wärmeren Varianten der Kontrollläufe. Veränderungen sind weiterhin möglich und zu erwarten.

Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 28. November zwischen -5 bis +9 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Westen, +2 Grad über dem Süden, 0 Grad über dem Norden und -1 Grad über dem Osten) und am 4. Dezember zwischen -6 bis +11 Grad (Mittelwert: +3 bis +4 Grad über dem Süden, Westen und Norden und +2 Grad über dem Osten).

Niederschlagsneigung leicht bis mäßig erhöht

Das eine höhere Einflussnahme der Tiefdrucksysteme Anfang Dezember möglich ist, zeigt die Niederschlagsbewertung der Kontrollläufe. Diese ist im Zeitraum vom 25. bis 29. November leicht und vom 1. bis 4. Dezember mäßig erhöht.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 18.11.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

AO- und NAO-Index weiterhin negativ

Der AO- und NAO-Index wird bis Ende November weiterhin negativ berechnet, was die Optionen für einen Kaltluftausbruch polaren Ursprungs über Mitteleuropa offen hält. Anfang Dezember aber normalisiert sich der NAO-Index, während der AO negativ bewertet wird. In Folge daraus verliert das Islandhoch seinen Einfluss und die atlantische Frontalzone könnte sich langsam erholen. Das spricht für einen abwechslungsreichen Wettercharakter.

Wettertrend Dezember 2018: Langfristmodell mit normalen Dezemberwetter

Kaum verändert hat sich der Wettertrend des Langfristmodells. Der Dezember 2018 soll mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weitgehend normal ausfallen können. Lediglich über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern, sowie dem Alpenraum wird die Temperaturabweichung mit bis +1 Grad leicht zu mild berechnet.

In der Niederschlagsprognose wird der Dezember normal gegenüber seinem Sollwert simuliert und im Trend leicht zu nass.

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