Winter im Dezember? Eine sehr spannende Großwetterlage stellt sich im November ein und kann das Wetter im ersten Wintermonat maßgeblich noch mit beeinflussen. Wie wird der Dezember - kalt oder warm? Die Frage ist zum heutigen Stand noch nicht so einfach zu klären, da es noch unterschiedliche Entwicklungsvarianten gibt. Der Trend aber wird zunehmend klarer.

Eine nicht ganz alltägliche Wetterentwicklung steht in den kommenden Tagen bevor. Ein Hochdrucksystem positioniert sich bis zum Wochenende über dem skandinavischen Raum und führt an seinem südlichen Gradienten zunehmend kühlere Kontinentalluftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am Montag wären unter bestimmten Voraussetzungen über dem Osten und Norden ein paar Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich und in den Nächten nimmt die Neigung zu Frost wieder zu. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2018.

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Wettertrend bis Dezember

Im Zeitraum vom 20. bis 25. November verlagert sich das Hochdrucksystem mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Westen in Richtung Island und erstreckt sich von Grönland bis nach England. Den Tiefdrucksystemen bleibt nun gar nichts mehr anderes übrig, als das Hoch entweder an seinem südlichen Gradienten zu unterwandern, oder weit nach Norden auszuweichen um anschließend über der Barentssee nach Süden abzutropfen. In beiden Fällen handelt sich um eine gestörte Zirkulation, was eine kalte und unbeständige Wetterlage wahrscheinlicher als andere Varianten macht. Soviel lässt sich bis Ende November schon einmal sagen.

Wie wird der Dezember: Schneefall oder nasskaltes Erkältungswetter?
Wie wird der Dezember: Schneefall oder nasskaltes Erkältungswetter?

NAO negativ

Der NAO-Index beschreibt im Wesentlichen das Verhältnis von Tief zu Hoch auf dem Atlantik. Ein positiver NAO ist ein gut ausgebildetes Islandtief und ein ebenso kräftiges Azorenhoch. Ein negativer NAO-Index ist ein Islandhoch und ein Azorentief. Die Verhältnisse sind genau umgekehrt. Normal ist ein positiver NAO-Index. Neutrale Bedingen sind Varianten dazwischen.

Aktuell wird der NAO-Index deutlich negativ mit einem Minimum um den 24. November berechnet. Eine Kaltluftdusche vor dem Start in den Dezember ist also sehr wahrscheinlich. Warum? Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn und stellt man sich ein Hoch bei Island vor, so werden kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Süden geführt.

AO negativ

AO steht für Arktische Oszillation. Der AO-Index bildet sich aus drei Aktionszentren zwischen den Aleuten, Island und der Biskaya. Ist der AO-Index positiv, befindet sich über der Biskaya und den Aleuten hoher Luftdruck, während über Island tiefer Luftdruck vorherrschend ist. Ist der AO-Index Wert hingegen negativ, so liegt tiefer Luftdruck über der Biskaya und den Aleuten und hoher Luftdruck über Island. Stark vereinfacht formuliert kann man aber auch sagen, dass wenn der AO-Index positiv ist, der Polarwirbel intakt ist und wenn er negativ berechnet wird, dann hat der Polarwirbel Stabilitätsprobleme.

Aktuell wird der AO-Index ab dem 16. November mit einem Minimum zum 25. November deutlich negativ simuliert. Auch das ist ein klarer Fürsprecher für eine kalte Witterung - möglicherweise noch bis in den Dezember hinein.

Wie wird das Wetter im Dezember 2018?

Das wird nun sehr stark davon abhängen, was das Hochdrucksystem machen wird und im Entwicklungsspektrum lassen sich drei Varianten erkennen.

Kaltes Dezemberwetter

Das Hoch bleibt bei Island und Grönland bis in den Dezember hinein erhalten. Am östlichen Gradienten tropfen Tiefdrucksysteme über Mittel- und Osteuropa nach Süden ab und können bis in den Dezember hinein für eine nasskalte bis kalte Nordwest- bis Nordwetterlage sorgen. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer haben bei dieser Variante eine hohe Eintreffwahrscheinlichkeit.

Bleibt die Zirkulation gestört, so ist eine Nordwest- bis Nordwetterlage bis in den Dezember hinein möglich

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Bleibt die Zirkulation gestört, so ist eine Nordwest- bis Nordwetterlage bis in den Dezember hinein möglich © www.meteociel.fr

Gemäßigt milde Wetterlage

Nicht selten passiert mit einem Islandhoch folgendes: Es driftet in Richtung Grönland ab, dehnt sich weiter über das nördliche Kanada aus und sorgt nachfolgend für einen ordentlichen Kaltluftschub in Richtung Neufundland. Somit wird der Wettermotor auf dem Atlantik wieder in Gang gesetzt- nicht sofort, aber auch länger Sicht. Das ist für Anfang Dezember noch graue Theorie, dennoch möglich. Somit wäre bis Ende November mit kalten - teils frühwinterlichen - Wetterverhältnissen zu rechnen, doch zum Dezemberbeginn kippt das langsam und die atlantischen Tiefdrucksysteme laufen über ein Hoch über Mitteleuropa, bzw. dem östlichen Europa auf und die Temperaturen können wieder milder werden.

Kaltlufttransport innerhalb des Polarwirbels in Richtung Kanada kann weitreichende Folgen für das Wetter im Dezember haben

Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Kaltlufttransport innerhalb des Polarwirbels in Richtung Kanada kann weitreichende Folgen für das Wetter im Dezember haben © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit bringt im Dezember den Winter nach Deutschland

Für alle Freunde des Winterwetters wäre das eine optimale Lösung. Gleich zum Beginn der Wintersaison ein Polarwirbelsplit mit einem ersten Wintereinbruch über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Variante ist ebenfalls noch theoretischer Natur, doch zeigt sich mit dem deutlich negativen AO-Index durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit hierfür.

Das Hoch koppelt sich ab und dehnt sich über Kanada bis nach Grönland aus. Die Hochdruckachse aber verläuft weit bis in Richtung der Azoren. Somit ist die atlantische Tiefdruckentwicklung - welche für mildes Wetter sorgen könnte - komplett stillgelegt. Und da das Hoch bis zu den Aleuten herüber reicht, hat auch der Polarwirbel erhebliche Stabilitätsprobleme. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz können dann ungehindert Kaltluftmassen das Wettergeschehen dominieren. Details bleiben aber abzuwarten. Warum? Ist nur ein Tief zu weit westlich positioniert, so gelangt Deutschland auf die warme Vorderseitenanströmung.

Polarwirbelsplit mit weitreichenden Folgen für das Wetter im Dezember 2018

Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbelsplit mit weitreichenden Folgen für das Wetter im Dezember 2018 © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Winter zum Dezember möglich

Nun ist ja ein Wintereinbruch Anfang Dezember an für sich nichts ungewöhnliches. Doch das Jahr 2018 hat eine ganz besondere Vorgeschichte und da ist ein Kaltluftvorstoß doch etwas Besonderes. Aber gut, irgendwann einmal kippt jede Großwetterlage und es scheint, dass dies nun der Fall sein könnte.

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Ein Fürsprecher für eine deutliche Abkühlung sind die Kontrollläufe. Zunächst noch gemäßigt, zum Dezember aber im Vergleich zum langjährigen Mittelwert etwa um 2 bis 6 Grad zu kalt! Welches Temperaturniveau könnte sich daraus ergeben? Das Spektrum liegt zwischen -8 bis +6 Grad bei einem Mittelwert von -1 Grad über dem Norden, Osten und Süden und 0 Grad über dem Westen. Anders formuliert haben kalte bis nasskalte Wettervarianten Anfang Dezember eine höhere Wahrscheinlichkeit, als zu warme Varianten.

Niederschlagswahrscheinlichkeit schwach

Schaut man sich die akkumulierte Niederschlagssumme bis Ende November an, so sind mit 0 bis 6l/m² über dem Nordwesten, 5 bis 10 l/m² über dem Osten und 8 bis 15 l/m² über dem Süden nur sehr wenige Niederschläge zu erwarten.

Wetterprognose Dezember 2018

Der Wettertrend der Langfristmodelle

Aktuell gibt es kein Langfristmodell, welches den Dezember zu kalt berechnet. Immerhin haben ein paar Langfristmodelle einen normalen Dezembermonat berücksichtigt, doch der Großteil berechnet weiterhin einen zu warmen ersten Wintermonat. Anpassungen sind in den kommenden Tagen zu erwarten. In einem Punkt aber sind sich die Langfristmodelle mit ihrem Wettertrend einig: Die Niederschlagssituation verändert sich zu Gunsten von einer erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit.

Fazit

Spannend ist die Wetterentwicklung der kommenden Tage und könnte weitreichende Auswirkungen auf das Wetter im Dezember haben. Noch ist es für ein voll umfassendes Fazit zu früh, doch der Wettertrend geht mehr und mehr in Richtung nasskalt bis kalt bei einer etwas erhöhten Niederschlagsneigung. Wer jetzt noch keine Winterreifen hat, sollte sich so langsam Gedanken darüber machen.

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