Der erste Wintermonat fällt nicht selten nasskalt bis zu mild aus, doch ab und an stellt sich die Großwetterlage so ein, dass ein richtiger Wintereinbruch möglich ist - und da gibt es auch noch die weiße Weihnachten!

Nicht nur der November kann schon entscheidend sein, wie sich der weitere Winterverlauf entwickeln wird, auch die Wetterentwicklung im Dezember ist maßgeblich für den Verlauf des Winters verantwortlich.
Ist bspw. das zweite Dezemberdrittel zu kalt und fällt die Wettersingularität des Weihnachtstauwetters aus, so hat auch der Hochwinter im Januar seine berechtigten Chancen. Fallen hingegen die Temperaturen deutlich zu warm aus und wird die Großwetterlage von einer immer wiederkehrenden Südwestströmung beeinflusst, so ist schon relativ früh davon auszugehen, dass der Winter 2018/2019 insgesamt zu warm ausfallen kann. Wie wird das Wetter im Dezember 2018?

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Dunkelster Monat des Jahres

Für die einen ist es schrecklich, wenn das Wetter nasskalt, trüb und dunkel ist. Zudem ist am 21./22. Dezember mit 7 Stunden und 51 Minuten der kürzeste Tag und mit 16 Stunden und 9 Minuten die längste Nacht zu erwarten. Anschließend werden die Tage mit der Wintersonnenwende wieder länger und die Nächte kürzer (mehr dazu: Tage werden im Herbst kürzer).

Statistisch häufig ein nasskalter Wintermonat

In Folge aus den kürzer werdenden Tagen kühlen die Landmassen schneller als die Meeresflächen ab, was die Wetteraktivität auf dem Atlantik durch die Temperaturunterschiede erhöht. So wird in der ersten Dezemberdekade das Wetter häufiger von wechselhaften Wetterlagen mit stürmischen Winden beeinflusst.

Der erste Schnee fällt meist in der ersten oder zweiten Dezemberdekade
Der erste Schnee fällt meist in der ersten oder zweiten Dezemberdekade

Durch die entsprechende Dynamik kommt es nicht selten auch zu meridionalen Strömungsmustern, welche mit einer Nord-Süd-Strömung häufiger die zweite Dekade beeinflussen können. So liegen die Tageshöchstwerte zum Monatsbeginn meist zwischen +3 bis +8 Grad, sinken zur Monatsmitte auf 0 bis +5 Grad ab und gehen um die Weihnachtszeit nochmals auf +4 bis +8 Grad hoch, bevor zum Ende mit +0 bis +5 Grad wieder nasskalte Tageswerte zu erwarten sind. Die ersten Schneefälle sind in der ersten und zweiten Dekade nicht unüblich.

Die Normwerte:

Der langjährige Mittelwert beträgt im ersten Wintermonat +0,8 Grad und hat ein Niederschlagssoll von 70 l/m².

Das Dezemberwetter kann auch schön sein

Was aber für die einen schrecklich ungemütlich ist, ist für die anderen ein Hochgenuss, wenn die Tage kühl, abwechslungsreich und dunkel sind. Und mal ehrlich, es gibt doch nichts gemütlicheres, als in der warmen Stube zu sitzen und das stürmische Winterwetter mit einem Buch auf dem Sofa zu genießen.
Zudem freut es vor allem die jüngere Generation, wenn die ersten Schneeflocken auch mal liegen bleiben und die Landschaft in ein wunderbares weiß verwandeln können. Aber auch Dauernebel kann mit einer Hochdruckdominanz ein Thema sein, kommt aber seltener als im November oder zum Hochwinter im Januar vor. Es liegt also ganz bei Ihnen, was Sie das Wetter empfinden - das Wetter lässt sich jedenfalls nicht davon beeinflussen.

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Der Winter hat - sofern er mal da ist - seine bezaubernden Momente

Bauernregeln

Nein, wir sind keine Freunde von Bauernregeln. Ab und an gibt es aber welche, die zu den sog. Singularitäten gehören. Zwei davon sind passend.

Dezember, veränderlich und lind, ist der ganze Winter ein Kind.
Herrscht im Dezember recht strenge Kält’, sie volle 18 Wochen hält

Wettertrend:

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Nein, das Wetterjahr war nicht einfach. Eine Hochdruckdominanz sorgt seit Februar für ein deutliches Niederschlagsdefizit und nach zwei zu kalten Monaten war der Rest durchweg zu warm. Für den Oktober und November 2018 berechnen die Langfristmodelle einen ganz ähnlichen Wettertrend - zu warm und zu trocken. Daran hat sich bis jetzt nichts verändert.

Aktuelle Wetterprognosen der Langfristmodelle

Wettertrend Langfristmodell CFSv2: zu warm

Schaut man sich nun den aktuellen Dezembertrend 2018 des Langfristmodells an, so wird dieser mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad und im Trend von bis +3 Grad deutlich warm berechnet. Das mag die Winterfreunde sicherlich frustrieren, doch klingt diese Prognose des Langfristmodells - zumindest aus einer Sicht - plausibel.

Die These: die Hochdruckdominanz wird sich nicht ewig halten können und man kann davon ausgehen, dass im Zeitraum vom November bis Dezember das zentrale Strömungsmuster kippt. In Folge daraus wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder mehr mit einer Südwest- oder Westwetterlage zu rechnen.

Das hätte über Deutschland vermehrt Wolken und auch Niederschläge zur Folge, was eine zu kühle Witterung verhindern kann. Sollte das eintreten, so wäre dieser Wandel als sog. Ausgleichsverhalten zu bezeichnen.
Soweit die Theorie. Die Praxis kann aber auch ganz anders aussehen, wenn sich wider Erwarten die Erhaltungsneigung durchsetzt. In diesem Fall würde ein Hochdrucksystem das Wetter nachhaltig beeinflussen und somit für kühle Temperaturen und wenig Niederschlag - dafür aber Nebel - sorgen können.

Wettertrend Langfristmodell NASA: Dezembervorhersage zu kalt

Das Langfristmodell der NASA berechnet den ersten Wintermonat in seinem aktuellen Wettertrend mit einer Abweichung von -0,25 bis -2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt. Das zeigt, dass die Wetterprognosen der Langfristmodelle noch keineswegs einheitlich sind und eine Erhaltungsneigung nicht abwegig erscheint. Aber es gibt aber noch ein weiteres Langfristmodell.

Wettertrend europäisches Langfristmodell : Normaler Wintermonat

Nach zu warm und zu kalt, simuliert das dritte Langfristmodell in seiner Wettervorhersage eine normale Abweichung der Temperaturen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert. Das unterstreicht noch einmal, dass eine zu warme Wettervorhersage noch lange nicht gesichert ist.

Lässt das Dezemberwetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Interessant ist in nachfolgenden statistischen Auswertung, dass der erste Wintermonat in den letzten 54 Jahren in 37 Prozent der Fälle zu kalt und in 63 Prozent zu warm ausfiel (<>0). Zudem zeigt sich, dass ein warmer Dezembermonat sehr häufig auch einen zu warmen Winter zur Folge hatte. War er hingegen zu kalt, so gab es nur in 27 Prozent der Fälle einen zu kalten Winter.

Betrachtung der einzelnen Dezembermonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Dezember warm 9 % 53 % 34 (63 %)
Dezember kalt 27 % 11 % 20 (37 %)

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Die Statistik

Blickt man auf die Vergangenheit zurück, so lässt sich in der Statistik etwas signifikantes feststellen: in den letzten 20 Jahren, war das Wetter in 30 Prozent der Fälle normal, in nur 10 Prozent zu kalt und in den restlichen 60 Prozent zu warm. Im Schnitt waren die Dezembermonate der letzten 20 Jahre um etwa +1,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

Das ist signifikant und erklärt auch, warum es in tieferen Lagen weniger Schnee gibt, als in den Jahrzehnten zuvor. Eine Veränderung der Temperaturen von +1 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze - ganz grob - um etwa 100 Meter ansteigt. Rundet man das Ergebnis, so liegt die Schneefallgrenze - im Schnitt - um etwa 200 Meter höher. Ein Flachlandwinter wird im ersten Wintermonat zunehmend unwahrscheinlicher und auch die mittleren Lagen beklagen sich zunehmend über den Schneemangel.

Die Abweichung der Temperaturen in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Dezembermonate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2017 3,3 Grad +2,5 Grad
2001-2010 0,8 Grad 0 Grad
1991-2000 1,3 Grad +0,5 Grad
1981-1990 +1,6 Grad +0,8 Grad
1971-1980 +1,6 Grad +0,8 Grad
1961-1970 -0,8 Grad -1,6 Grad

Besonders sticht in der Dekadenbetrachtung das aktuelle Jahrzehnt auf. Der Mittelwert liegt mit einem Überschuss von +2,5 Grad deutlich über dem der vergangenen Jahrzehnte. Maßgeblich daran beteiligt waren die viel zu warmen Werte der vergangenen Dezembermonate der Jahre:

Der Dezember aus dem Jahre 2015 ist im Übrigen der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881. Somit steht schon jetzt fest, dass diese Dekade eine der wärmsten Dezembermonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hervorbringen wird. Eine signifikante Korrektur ist bis 2019 wenig wahrscheinlich.

Statistische Auffälligkeiten

  • Sehr häufig dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen im ersten Drittel
  • In Folge der hohen Tiefdruckaktivität fällt die erste Dekade gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm aus
  • Mit 69 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kaltlufteinbruch im Zeitraum vom 10. bis 20. Dezember sehr hoch
  • Schneefall zeigte sich häufiger um die Mitte des Monats
  • Mit 76 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit für das Weihnachtstauwetter im Zeitraum vom 20. bis 27. Dezember als sehr hoch einzustufen
  • Sehr häufig schmilzt eine vorhandene Schneedecke in mittleren Lagen von bis zu 40 cm mit Hilfe des Weihnachtstauwetters binnen weniger Tage komplett ab
  • Nach Weihnachten - und häufiger zum Jahreswechsel - wird es wieder zunehmend winterlicher

Wissenswertes zum Wetter im Winter

Aktuelle Wettervorhersagen zum Winter

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Dezember 2018 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte November.

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