Auch wenn die Wetterentwicklung Ende November zum aktuellen Stand in eine milde Richtung gehen könnte, so zeigen sich derzeit Randfaktoren, welche eine Milderung - auch Anfang Dezember 2017 - in Frage stellen. Ob nasskalt in tieferen Lagen, winterlich in mittleren Lagen oder einfach nur mild in allen Höhenlagen hängt stark davon ab, wie sich der Polarwirbel gegenüber den Hochdruckeinschüben in Richtung Polregion verhalten wird.

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Anfang Dezember: AO- und NAO-Index neutral bis negativ

Der AO- und auch NAO-Index ist kurz und stark vereinfacht zusammengefasst ein Indikator für den Zustand des Polarwirbels und das Verhältnis von Azorenhoch und Islandtief. Ist z.B. der AO-Index negativ, so hat das eine höhere Wahrscheinlichkeit für Wellenbewegungen entlang der Polarfront zur Folge. Für das Dezemberwetter wird es nun darauf ankommen, ob Deutschland auf der warmen Vorder- oder Rückseite der Welle liegen, oder im kalten Wellental (Trog Mitteleuropa).

Ist der NAO-Index negativ, so beschreibt es einen Zustand, bei dem mit höherer Wahrscheinlichkeit sich im Bereich zwischen Grönland und Island ein Hoch und über den Azoren ein Tief ausbilden kann. Gelingt das in Vollendung, spricht man von einer gestörten Zirkulation, was die Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen stützt.

Schnee im Dezember 2010
Reichlich Schnee gab es im Dezember 2010

Welche Auswirkungen kann das auf das Wetter Anfang Dezember haben?

Die kommende Wetterentwicklung ist zu komplex, als dass zum heutigen Stand detaillierte Rückschlüsse daraus gezogen werden können. Sie bietet aber eine Reihe von Möglichkeiten, welche im Vorjahresdezember mit einen Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland schlichtweg nicht gegeben waren. Letztlich war der Dezember im letzten Jahr gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +1,3 Grad zu warm. Kommen wir aber zu den Auswirkungen - sollte der NAO- und AO-Index bis zu den ersten Dezembertagen negativ bleiben, so sind Trogwetterlagen mit Schneeflocken über Mitteleuropa nicht unwahrscheinlich.

Kontrollläufe: gemäßigter Trend zum Dezemberwetter

Für Anfang Dezember berechnen die Kontrollläufe ein breites Temperaturspektrum, welches von -5 bis +12 Grad reicht und einen Mittelwert von +5 bis +7 Grad vorzuweisen hat. Der Mittelwert ist für die Jahreszeit etwa um +1 bis +3 Grad zu warm.

Wetter Dezember 2017: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Apropos zu warm. Was berechnen die Langfristmodelle?

  • Das CFSv2 Langfristmodell berechnet den Dezember 2017 mit einer Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2 Grad zu warm und in der Niederschlagsprognose normal mit dem Trend leicht zu nass auszufallen
  • Das Langfristmodell der NASA berechnet das Dezemberwetter mit einer Abweichung von 2 bis +3 Grad und örtlich bis +4 Grad sehr deutlich zu warm.

Ob die Wettervorhersagen der Langfristmodelle aber so eintreten, sei einmal dahingestellt. Sehr viel wird davon abhängen, ob sich der Polarwirbel Anfang Dezember stabilisieren kann, oder ob er weiterhin in einem instabilen Zustand verharrt. Da die Wetteraussichten spannend bleiben, erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr ein kurzes Update des Tages in der Winterprognose 2017/18.

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